Justin Timberlake (»Bad Teacher«) und Amanda Seyfried (»Mamma Mia«) haben keine Zeit mehr!
In Andrew Niccols (»Gattaca«) düsterer Zukunftsvision »In Time - Deine Zeit läuft ab« hört man mit 25 Jahren auf zu altern und stirbt mit 26! Es sei denn man kauft, tauscht oder stiehlt sich Extra-Lebenszeit! Das Land ist aufgeteilt in verschiedene Zonen und in jeder Zone herrschen die, die Reich an Zeit sind und nur die Reichen können sich auch immer mehr Zeit anhäufen. Die Armen sterben. Schnell.
Wer Gefühle hat, bleibt auf der Strecke
Justin Timberlake spielt den jungen Arbeiter Will, der im wahrsten Sinne des Wortes von Tag zu Tag lebt und versucht, sich und seine Mutter (jung und hübsch: Olivia Wilde aus »TRON: LEGACY«) am Leben zu erhalten. Will ist schlau, schnell und gewitzt, doch auch er kann nicht verhindern, dass das Schicksal, das System, die Welt, in der sie leben, ohne Rücksicht auf Verluste zuschlägt...
Will begibt sich nach einer seltsamen, schicksalhaften Begegnung in die Zone der Superreichen und endet dort als Kidnapper der verwöhnten Tochter eines Zeit-Millionärs. Von dem Moment an wird Will von den sogenannten Timekeepern gejagt, einer Sonderpolizei, angeführt von Timekeeper Leon (Cillian Murphy), die diejenigen jagt, die gegen die Zeitgesetze verstoßen.
»In Time« zeigt eine gefühlskalte Welt, in der die mit Gefühlen auf der Strecke bleiben und sich der Willkür der Reichen beugen müssen. Zeit ist Geld. Wahrhaftig. Das Design ist kühl und praktisch und natürlich versteckt sich hinter der Zeit-Geld-Fassade nur ein Mittel, um den Großteil der Menschheit unter Kontrolle zu halten, denn eigentlich muss niemand mit 26 Jahren sterben...
Amanda Seyfried lässt nach, Justin Timberlake spielt herausragend!
Die Darsteller wandeln in der Zone der Reichen unterkühlt durch die spartanischen Kulissen. In den Armenzonen wird gehetzt. Überall hin und ständig. Denn wenn Zeit Geld ist, hat niemand jemals wirklich Zeit! Amanda Seyfried überzeugt als verwöhnte reiche Tochter zu Beginn mehr, als im späteren Verlauf des Films, wenn er ein wenig zu einer »Robin Hood« bzw. »Bonnie & Clyde« Hommage mutiert. Justin Timberlake ist herausragend! Wieder mal. Sein Will ist gewitzt, verzweifelt und entschlossen. Die Actionsequenzen durchtanzt Timberlake überzeugend mit Leichtigkeit und Dramatik. Justin als Actionstar? Absolut.
Das größere Meisterwerk bleibt Andrew Niccols »Gattaca«, damals mit Jude Law und Ethan Hawke. »In Time« bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück. Aber nur etwas. Der Film ist stylisch, mitreißend und regt zum Nachdenken an. Eine Seltenheit: ein intelligenter Blockbuster. Mit einem tollen Hauptdarsteller.
4 von 5 möglichen Popcorntüten.
S.B. (Bilder © 20th Century Fox)