»Planet der Affen: Prevolution«: Affenstark

Kinoexperte Söhnlein B. wirft vor Freude mit unlustigen Primaten-Anspielungen nur so um sich

Die Tatsache, dass unser Film der Woche einen unnötig komplizierten und dabei trotzdem nicht besonders kreativen Titel hat - die lassen wir mal beiseite. Der Film selbst ist dafür umso kreativer und mit 105 Minuten keine Sekunde zu lang. »Planet der Affen: Prevolution« - letzteres englisch ausgesprochen bitte - »Präwo-luuschn«.

Im Original heißt es da übrigens »Rise Of The Planet Of The Apes« - Der Aufstieg vom Planeten der Affen. Warum man da bei uns wieder mal einen alternativen merkwürdigen halbenglischen Titel gewählt hat, erschließt sich mir beim besten Willen nicht, PLANET DER AFFEN: DER ANFANG oder DER BEGINN oder DER AUFSTIEG hätte es doch auch getan... aber wir wollten das ja beiseite lassen. Verzeihung. Affentheater.

Regisseur Rupert Wyatt (»The Escapist«) fängt 10 Jahre nach Tim Burtons grandios gescheitertem »Affen-Epos« wieder bei Null an. Ganz vorne. Eigentlich noch vorher. Es geht um die Forschungen eines jungen Wissenschaftlers, gespielt von James Franco (»127 Hours«), der nach einem Heilmittel für Alzheimer sucht und es findet. Mit einem beunruhigenden Nebeneffekt. Die Versuchsreihe fördert nämlich überdurchschnittlich intelligente Laboraffen zu Tage und mutiert schließlich zu einem tödlichen Virus.

Dann brodelt der Aufstand und wenn die ersten Affen durch die Bäume der Zivilisation fliegen und am Ende die Polizeimacht auf der Golden Gate Bridge überrennen, wünscht man sich im Publikum Sicherheitsgurte - so intensiv ist die Action. So mitreißend das Drama. 

Die Story ist gut, keine Frage - aber die wahre Stars des Films sind die, die man auch als Stars des Films erwartet. Die Primaten. Täuschend echt sehen sie aus. Andy Serkis - der König der sogenannten »Performance Capture« - spielt den Affen Caesar so gut wie einst den König der Affen - Kong. Performance Capture ist als digitale Maske zu verstehen, welche sich Schauspieler überstülpen und weiterhin das tun, was sie tun - schauspielern! Und Andy Serkis ist der Beste. Andy Serkis ist der Oberaffe. 

»Planet der Affen: Prevolution« ist wirklich und wahrhaftig der beste »Affenfilm« seit dem Original mit Charlton Heston aus dem Jahre 1968! Die Gerüchte sind wahr. Er ist so gut. In Amerika hat man bereits nach dem Eröffnungswochenende die Produktionskosten so gut wie eingespielt. Ob man es nun glauben mag oder nicht, der Film reiht sich ein mit Chris Nolans' Meisterwerk »Inception« (obwohl es zu dessen Klasse dann doch noch ein wenig an Klasse fehlt): ein intelligenter Blockbuster, dessen einzige Schwäche darin besteht, dass er sich manchmal selbst zu wichtig nimmt und offensichtlich weiß, wie gut er ist.

Trotzdem... affenstark.

(Und das war die letzte unlustige Primaten-Anspielung.)

4,5 Popcorntüten von möglichen 5. (Bild: © 20th Century Fox)
S.B. 



 

Dienstag, 09. August 2011, avo

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