Unheimliche Begegnung der dritten Art

Der besondere Film-Tipp

Mysteriöse Ereignisse und Ufo-Sichtungen alarmieren die Bevölkerung und Tausende pilgern in das Sperrgebiet, in dem die Ankunft der Aliens erwartet wird…Intergalaktische Völkerverständigung in grandioser Optik nach Spielberg-Art: ein Klassiker.

Richard Dreyfuss spielt den Elektriker Roy Neary, ein typischer Jedermann, der gemeinsam mit mehreren anderen Augenzeugen eine unheimliche Begegnung der ersten Art erlebt: UFOs flitzen durch die Luft. Nach diesem markerschütternden Ereignis peinigt ihn die rätselhafte Vision eines seltsamen, bergähnlichen Gebildes. Zum Leidwesen seiner ganzen Familie arbeitet er wie besessen daran, ihre Bedeutung zu ergründen. Inzwischen kommt es überall auf der Welt zu bizarren Erscheinungen. Regierungsbeamte erleben unheimliche Begegnungen der zweiten Art: die Entdeckung handfester Beweise außerirdischer Besucher in Form einer verschollenen Flugstaffel aus dem Zweiten Weltkrieg und eines gestrandeten Militärschiffes, die allesamt Jahrhunderte zuvor verschwunden waren, um nun mit einem Male an ungewöhnlichen Orten wieder aufzutauchen. Roy folgt seiner Vision zu einem abgelegenen Gelände, wo er und die Beamten den Hinweisen folgen, die sie an eine Stelle führen, an der sie eine unheimliche Begegnung der dritten Art erleben: Kontakt.



Kino macht Träume wahr, haucht Fantasien leben ein, entführt in schönere Welten. Die Flucht aus dem Alltäglichen ist es, die uns ins Kino zieht, die Bewunderung von außergewöhnlichen Dingen, an die man kaum zu glauben wagt, weil sie so fern und irreal wirken. Und vielleicht ist Steven Spielberg gerade deshalb der populärste, erfolgreichste, und für manche sogar beste Regisseur der Welt, weil er wie kein anderer Vertreter seines Faches diese unschuldige, träumerische Faszination versteht, teilt, und einzufangen weiß. Spielberg gab dem Kino das Staunen zurück, und dies nicht erst mit seiner größten Kinderfantasie "E.T.", sondern schon sechs Jahre zuvor mit dessen geistigem Vorgänger, "Unheimliche Begegnung der dritten Art" (Close Encounters of the Third Kind, 1977) - eine der wenigen Visionen außerirdischer Kontaktaufnahme, die sich tatsächlich trauen, an ein friedliches Miteinander zu glauben: Keine bewaffneten Kämpfe, keine (außer eingebildete) Gefahren. Doch "Unheimliche Begegnung der dritten Art" ist deswegen noch lange kein langweiliger oder behäbiger Film. Spielberg nutzte den in den 70er Jahren weit verbreiteten Glauben an UFOs und vor allem seine eigene Faszination für dieses Thema um den Film in dieser Weise zu inszenieren.
Es ist völlig unerheblich, ob man an UFOs glaubt oder nicht: Spielberg zieht uns hinein in diese märchenhaft scheinenden Bilder. Denn wenn die UFOs auftauchen und man das Leuchten in den Augen der Menschen sieht, aber vor allem dieses unermessliche Staunen darüber, dass wir nicht die einzigen Lebewesen im All sind, und die prickelnde Erwartung, mit diesen Aliens Kontakt aufzunehmen - das ist es, was "Unheimliche Begegnung der dritten Art" so faszinierend macht.

 



 

Mittwoch, 27. Juli 2011, br

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