ANONYMUS

Der Kino-Tipp der Woche

Die Debatte um die Urheberschaft der Werke von Shakespeare begann vor mehr als 100 Jahren. Wer hat sie verfasst, all die Stücke, die gemeinhin William Shakespeare, zugeschrieben werden? War er wirklich das Genie, dem wir das tragische Leben Hamlets oder die brennende Liebe Romeos zu verdanken haben? Ist es wirklich wahrscheinlich, dass der Intellekt, der hinter den brillantesten Figuren der Literaturgeschichte steht, diesem sehr gewöhnlichen britischen Jedermann gehörte?

Seit Jahrzehnten regiert Queen Elizabeth I in England. Wie aus dem Nichts reift Schauspieler William Shakespeare zum Theaterautor, der mit seinen Stücken die menschliche Natur wie auch die politische Situation im Land spiegelt und damit das Volk begeistert. Nur wenige wissen, dass der Earl of Oxford, Erzfeind von Elizabeths intrigantem Berater, der eigentliche Verfasser dieser Werke ist. Aufgrund seiner Stellung darf sich Oxford nicht als Autor outen, doch das bleibt nicht die einzige Tragödie im Leben des Aristokraten...



Auf den ersten Blick erscheint es überraschend, dass Roland Emmerich, vor allem bekannt als Regisseur von epischen Blockbustern wie „Independence Day“, „The Day After Tomorrow“ oder „2012“, sich als neues Filmprojekt ausgerechnet eine Geschichte aussuchen würde, die im elisabethanischen England spielt. Tatsächlich ist es so, dass er bereits seit fast zehn Jahren immer wieder versucht hatte, einen Film zu machen, in dem die Frage nach der Urheberschaft Shakespeares als Kulisse dienen sollte. Dieses Verlangen wird nunmehr mit ANONYMUS gestillt. Angesiedelt in der politischen Schlangengrube des elisabethanischen Englands, spekuliert der Film über eine Frage, die schon seit vielen Jahrhunderten zahlreiche Wissenschaftler und kluge Köpfe von Mark Twain und Charles Dickens bis hin zu Henry James und Sigmund Freud beschäftigt hat, nämlich: Wer war der Autor der Stücke, die William Shakespeare zugeschrieben werden? Zahlreiche Experten haben darüber diskutiert, Bücher wurden geschrieben und Gelehrte haben ihr ganzes Leben der Aufgabe gewidmet, die Theorien, die die Autorenschaft der berühmtesten Werke der englischen Literatur umgeben, zu bewahren oder zu zerstreuen. ANONYMUS gibt eine mögliche Antwort und konzentriert sich dabei auf eine Zeit, als sich politische Intrigen, verbotene Romanzen am Königlichen Hof und die Machenschaften habgieriger Aristokraten, die die Macht des Throns an sich reißen wollten, an einem der ungewöhnlichsten Orte widerspiegelten: der Londoner Bühne. In den Hauptrollen spielen Rhys Ifans, Vanessa Redgrave, Joely Richardson, David Thewlis, Xavier Samuel und Derek Jacobi.
 



 

Donnerstag, 27. Oktober 2011, br

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