Also, wenn man Pferde blöd findet und Kriegsfilme nicht mehr ertragen kann - hat man schon extrem schlechte Karten beim neuesten »Machwerk« von Filmlegende Steven Spielberg.
Sein Film »War Horse«, zu deutsch »Gefährten« - nach einem berühmten Theaterstück, welches wiederum auf einem berühmten Buch basiert - erzählt vom Grauen des ersten Weltkriegs - aus der Sicht eines Pferdes!
Ein armer Farmerjunge kommt in den Besitz eines stolzen »Zossen« und als das Schicksal - in Form des Krieges - die beiden trennt, beginnt für Pferd und Reiter ein langer, beschwerlicher Weg durch das kriegsgebeutelte Europa. Von Schlachtfeld zu Schlachtfeld, durch Schützengräben und Stacheldraht. Von Besitzer zu Besitzer und schließlich...nun ja... es ist ein Spielberg Film. Gibt es ein Happy End? Mmmmhhh...
Pferdefilme finde ich nich' so dolle. Kriegsfilme hängen mir langsam zum Halse raus. Denkbar schlechte Vorraussetzungen. Aber - folgendes: »War Horse« ist ein Schmachtfetzen. Eine übertrieben kitschige Geschichte über Freundschaft. Ein Epos im Old-School-Hollywood-Format. Klischee reiht sich an Klischee. Kurz gesagt, ICH LIEBE DIESEN FILM!
Packend. Mitreißend. Fesselnd.
Ganz großes Kino, von einem der größten Regisseure unserer Zeit. Altmodisch zauberhaft. Mit soviel Gefühl, dass es stellenweise kaum zu ertragen ist. Da muss man sich drauf einlassen können. Wer keine Lust auf einen kitschigen Pferde-/Kriegsfilm hat, sollte wegbleiben. Wer einen Meister auf einem weiteren Höhepunkt seiner langen Karriere erleben möchte, geht ins Kino und lässt sich von einem epischen Abenteuer mitreißen, das direkt aus der guten alten Hollywood-Ära zu stammen scheint.
5 von 5 möglichen Popcorntüten gibt es da von mir.