Nachrichten, aktuelle Schlagzeilen in ENERGY Deutschland und 35 weiteren Streams im Online Radio

»Das Bourne Vermächtnis«: Agenten-Thriller mit Tiefgang

An den komplexen Verwicklungen hätte nicht nur Jason Bourne seine wahre Freude

Die Taktik moderner Filmemacher aus einer Serie das Maximum an Unterhaltung herauspressen zu wollen, ist längst kein neues Phänomen mehr. Spontan fallen einem Beispiele wie »Der Hobbit« ein: Ein Kinderbuch, aus dem kurzerhand statt einer, drei abendfüllende Kinoproduktionen wurden. Doch auch ansonsten ist Hollywood bei Fortsetzungen immer ganz vorne mit dabei, auch wenn sie vollkommen unangebracht erscheinen, weil die Geschichte eigentlich schon längst erzählt ist. 

Ein solcher Fall scheint auch »Das Bourne Vermächtnis« zu sein. Die vierte Teil einer durchaus erfolgreichen Reihe, in der noch nicht einmal der Hauptdarsteller der Vorgängerfilme dabei ist. Der interessierte Kinogänger sollte aber schon bei dem ziemlich beeindruckenden Cast aufhorchen: Jeremy Renner, Rachel Weisz und Edward Norton haben es alle nicht nötig, in unerfolgreichen B-Produktionen mitzuwirken. Und auch die Story hört sich vielversprechend an: Denn die dunklen Machenschaften im Hintergrund der »Bourne«-Story sollen hier näher beleuchtet werden.

Die sehr komplexe Handlung führt dazu, dass so mancher Zuschauer schon in den ersten Minuten des Films in Panik verfällt, sich nicht detailliert genug an die anderen Filme zu erinnern. Denn tatsächlich schließt die Story in »Das Bourne Vermächtnis« sehr dicht an die drei ersten Filme an. Jason Bourne, der sich einst im »Treadstone«-Programm der CIA befand, ist längst nicht mehr der einzige Agent mit speziellen Fähigkeiten. Die erste Lektion, die wir im Laufe des Films lernen, ist die, dass es wesentlich fragilere Agenten-Programme im »Bourne«-Universum gibt. Die berüchtigten Taten von Jason Bourne haben zur Folge, dass die Strippenzieher nun die Aufdeckung anderer Programme befürchten.

>> ZUM THEMA: Weltpremiere »Das Bourne Vermächtnis«

Aaron Cross, intelligent besetzt mit Jeremy Renner, ist einer von sechs Agenten des »Outcome«-Programms. Anders als die Treadstone-Agenten wurden die Outcome-Agenten für Einsätze des Verteidigungsministeriums entwickelt und trainiert. Die Verhaltensforschung, die als Basis der Treadstone-Forschung angewendet wurde, ist nun weit fortgeschritten. Beide Programme gehen jedoch auf den gleichen Ursprung zurück.

Colonel Eric Byer, herrlich berechnend dargestellt von Edward Norton, ist der Direktor der Geheimorganisation NRAG (National Research Array Group) und der Mann, der diese Programme ins Leben gerufen hat. Durch einen unerwarteten Zwischenfall, entscheidet er im Laufe des Films das »Outcome«-Programm zu eliminieren und die einzelnen Beteiligten zum Wohle der Geheimorganisation zu opfern.

Glücklicherweise erschließt sich dieses komplexe Handlungs-Gerüst leichter, als befürchtet. Nachdem Aaron Cross die schöne Wissenschaftlerin Dr. Marta Shearing (Rachel Weisz) rettet, nimmt der Film zusätzlich an Fahrt auf. Schnelle Schnitte, aufregende Verfolgungsjagden à la »Stirb Langsam« und rasante Szenenwechsel machen den Film zu einem wahren Action-Juwel.

Fazit:
Alle, die »Das Bourne Vermächtnis« nicht sehen wollen, weil sie Angst haben, es könnte sich um eine schlechte Kopie der Originale mit Matt Damon in der Hauptrolle handeln, sollten sich fragen, ob sie auch »James Bond« nicht sehen, nur weil der die Figur des 007 im Laufe der Filmgeschichte von anderen Darstellern verkörpert wurde. Das Setting geht in diesem Fall dank brillantem Cast und einem charismatischen Jeremy Renner hundertprozentig auf. Ein wirklich gelungener Agenten-Thriller! Der Film startet in Deutschland am 13. September.


Trailer: Das Bourne Vermächtnis

 

Mittwoch, 12. September 2012, nks

Empfehlung der Redaktion

Meistgelesen
Werbung
Playlist
Newsletter