Inglourious Basterds

Falls du jemanden auf der Straße begegnen solltest, der behauptet er hätte Tarantino's "Inglourious Basterds" gesehen und er bezeichnet es als plumpe, brutale Nazi-Abschlachterei - dann sei dir sicher, dass derjenige lügt - lügen muss...


Denn wer den neuesten Film des Kultregisseurs als Gewaltorgie bezeichnet, hat ihn nicht verstanden oder gar nicht gesehen! Inglourious Basterds ist Tarantinos Ultimative Liebeserklärung an das Kino!Sicher, es gibt einige furchtbar brutale Sequenzen doch bei einem Film, der fast 3 Stunden geht, ist es ein verschwindend geringer Teil an grafischer Gewalt Der Rest ist Kunst. Der Rest ist Tarantino's bester Film seit KILL BILL. Die letzten Worte des Films, die gesprochen werden( wenn ich verrate von wem könnte das die Spannung gefährden) sind ein genialer Schachzug, eine Anmaßung, pure Angabe - und nahe der Wahrheit: Das ist wahrscheinlich mein Meisterwerk!?

Terantino's Film ist pures Kino. Fiktion und Historie zusammengetrommelt zu einem Unterhaltungsgebilde der obersten Klasse. Ab und zu wird geschossen - aber am meisten wird geredet. Typisch für Tarantino, doch noch nie war er so eloquent, so gefährlich mit seinen Worten. Egal ob Brad Pitt als Anführer der Basterds oder Daniel Brühl als unangenehm sympathischer Nazi-Held - die Dialoge werden gelebt und nicht nur gesprochen!

Der größte Triumph des Films ist Christoph Waltz als Landa Der Judenjäger. Eine Rolle, die ihm schon den Darstellerpreis in Cannes und mindestens eine Nominierung und doch gerechterweise garantiert den OSCAR bringen sollte.

Waltz ist unfassbar gut. Unmenschlich. Taucht auf mit der Gewalt eines Wirbelsturms. Reißt jede Szene an sich, spielt alle an die Wand und reiht sich doch ein in das komplett großartige Ensemble - außer vielleicht Diane Kruger, welche als Bridget von Donnersmark leider nicht ganz überzeugen kann.

Es gibt wundervolle Gastauftritte von Rod Taylor und Mike Myers. Versteckte Anspielungen auf das deutsche Kino, auf das französische Kino, auf das Kino an sich. Lange, komplizierte Sequenzen von denen man sich wünscht, dass sie nie enden würden.

Kurze Sketche, Momentaufnahmen des Horrors. Komik auch.
Jawohl - Tarantino war lange nicht so witzig. Schwarzhumorig. Satirisch. Und wenn er am Ende des Films, beim genialen Showdown, dann sogar die Historie vollständig umschreibt, kann man nicht umhin und begeistert einem Mann applaudieren der mit Inglourious Basterds wahrscheinlich...tatsächlich...sein Meisterwerk abgeliefert hat.

Höchstwertung. Natürlich.


* * * * *

S.B.


* SHIT - * *OKAY - * * * GOOD- * * * * SUPER - * * * * * BRILLANT

 

Donnerstag, 27. August 2009, at

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