Die Männer kämpfen in diesem Jahr mit sehr unterschiedlichen Mitteln um die goldene Trophäe. Unter den Hauptdarstellern gibt es einen britischen Spion, einen Familienvater, einen Baseball-Manager, einen Stummfilmschauspieler und einen illegalen Migranten. Wer hinter den Rollen steckt und welcher Schauspieler sich mit seiner Leistung die Chancen auf den Oscar sichern könnte, erfährst du hier.
Hier findest du die nominierten Männer 2012 und eine kurze Einschätzung zu ihren Oscar-Chancen:
Demián Bichir in »A Better Life«:
In »A Better Life« geht es um den mexikanischen Gärtner Carlos Riquelme, der gemeinsam mit seinem Sohn illegal in den USA lebt. Er träumt den Traum vom »American Way of Life« und hofft, dass sein Sohn irgendwann ein besseres Leben führt als er. Um ihm das zu ermöglichen, schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch und versucht die Straßengangs von seinem Sprössling fernzuhalten. »A Better Life« ist in erster Linie eine beeindruckende Vater-Sohn-Geschichte, die unter die Haut geht.
Oscar-Chancen:
Bei den Männern gilt Demián Bichir als der Underdog, mit den unwahrscheinlichsten Chancen auf die goldene Trophäe. In der »Award Season« war er einige Male in der Kategorie »Bester Hauptdarsteller« nominiert, bisher konnte er aber keinen Preis abräumen. Als Schauspieler ist Demián Bichir nicht so prominent wie die meisten seiner Konkurrenten in dieser Kategorie. Trotzdem hat er noch die Chance bei den Oscars abzuräumen: Immerhin hat Hollywood in der Vergangenheit schon oft bewiesen, auch für Überraschungen gut zu sein.
George Clooney in »The Descendants«:
George Clooney schlüpft in »The Descendants« in die Rolle eines überforderten Familienvaters. Nach einem Unfall liegt seine Frau im Koma und er muss sich plötzlich alleine um seine zwei pubertierenden Mädchen kümmern. Außerdem kommt eine ungeahnte Affäre seiner Frau ans Licht, die seine Ehe in Frage stellt. Besonders die uneitle Darstellung des normalen, überforderten und verzweifelten Mannes brachte George bei den Kritikern jede Menge Lob ein.
Oscar-Chancen:
Nicht erst seitdem er bei den Golden Globes als »Bester Darsteller in einem Drama« abgeräumt hat, wird George Clooney als heimlicher Favorit in dieser Kategorie gehandelt. Immerhin war er 2008 mit »Michael Clayton« und 2010 mit »Up in the Air« auch als »Bester Hauptdarsteller« von der Academy nominiert und hätte sich den Oscar wirklich verdient. Vor allem weil er bisher erst einen als »Bester Nebendarsteller« für »Syriana« 2006 einheimsen konnte. Um wirklich zu punkten müsste er allerdings mindestens einen starken Konkurrenten ausstechen...
Jean Dujardin in »The Artist«:
»The Artist« ist der Überraschungserfolg unter den Oscar-Filmen. Der Schwarz-Weiß-Film über den fiktiven Stummfilmstar George Valentin sollte beim Filmfest in Cannes ursprünglich außer Konkurrenz gezeigt werden. Allerdings kam er bei der Jury so gut an, dass er wenige Tage vor dem Beginn des Festivals in den Wettbewerb um die »Goldene Palme« aufgenommen wurde. Die Hommage an die Stummfilmzeit und Hollywood in 20er Jahren ist vor allem durch den brillanten Hauptdarsteller Jean Dujardin geglückt.
Oscar-Chancen:
Neben George Clooney hat Jean Dujardin die besten Chancen auf die begehrte Trophähe. Dafür, dass er den Oscar am 26.02. überreicht bekommt sprechen zwei Gründe: Zum einen konnte er bei den Golden Globes als »Bester Darsteller in einem Musical oder einer Komödie« punkten und sogar den begehrten »Screen Actors Guild Award« heimste er ein. Zum anderen feiert Hollywood nichts lieber als sich selbst, die Hommage an die frühen Zeiten des Filmbusiness dürfte in der amerikanischen Filmwelt für einige Begeisterungsstürme sorgen.
Gary Oldman in »Dame König Ass Spion«:
Ohne Glamour und extra-tolles Spionagewerkzeug kämpfen die Helden in »Dame, König, As, Spion« gegen ihre eigene Paranoia und russische Maulwürfe. Der Streifen zeigt einen Agententhriller ohne Superlative, der ganz still und dennoch bedrohlich die Realität des britischen Geheimdienstes abbilden soll. Vor allem Gary Oldman als Agent George Smiley schafft es mit einer unglaublichen schauspielerischen Intensität das Leben eines britischen Spions in den Zeiten des Kalten Kriegs widerzuspiegeln.
Oscar-Chancen:
Gary Oldman ist dafür bekannt, dass er sich nur auf Filme einlässt, die seine schauspielerischen Qualitäten zeigen. Schon der erste Film in dem der Brite jemals mitspielte (»Sid uns Nancy« 1986) brachte ihm überschwängliches Lob bei den Kritikern ein. Seitdem ist er für seine Wandelbarkeit bekannt. In seiner Karriere sammelte er einige Preise, allerdings ist die Nominierung bei den Academy Awards in diesem Jahr seine erste. Seine Chancen auf die Trophäe sind verschwindend gering, auch weil mit Colin Firth erst im vergangenen Jahr ein Brite bei den Oscars punkten konnte.
Brad Pitt in »Moneyball«:
»Moneyball« erzählt die wahre Geschichte des ehemaligen Baseball-Profis Billy Beane (Brad Pitt), der den hohen Erwartungen der Talentscouts und Trainer nicht gerecht werden konnte. Auf dem Feld scheiterte er kläglich und so versucht er sich nach dem Ende seiner sportlichen Karriere sehr ehrgeizig als Manager. Der Film zeigt einen Mann, der von einer Idee besessen ist, die ihn zerstören oder ganz nach vorne bringen kann. Dabei wird er mit allen Ecken und Kanten gezeichnet, die ein Mensch nur haben kann.
Oscar-Chancen:
Brad Pitt wurde in diesem Jahr zu dritten Mal als Schauspieler für die Oscars vorgeschlagen: 1996 war er als »Bester Nebendarsteller« mit »12 Monkeys« und 2009 als »Bester Hauptdarsteller« mit »Der seltsame Falle des Benjamin Button« nominiert. Obwohl Brad Pitt in »Moneyball« eine großartige Leistung abliefert und das Thema Baseball in Kombination mit Brad Pitt eigentlich so etwas wie ein Oscar-Garant sein müsste, ist das in diesem Jahr nicht so. Die Konkurrenz ist groß und ganz besonders George Clooney und Jean Dujardin könnten Brad sehr wahrscheinlich bei den Academy Awards die Show stehlen.
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Bilder: PR Photos