5 Vorurteile, die Veganer ständig hören

Immer mehr Menschen verzichten auf tierische Produkte und steigen auf den veganen Lifestyle um. Trotzdem gibt es immer noch viele Vorurteile. Marie wagt sich an das sensible Thema und räumt mit den gängigsten Vorurteilen auf.

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Ernährung ist manchmal echt wie eine Religion, bei der sich Menschen schnell angegriffen fühlen und vegane Ernährung polarisiert mit am meisten. Dabei werden die Vorteile für Mensch und Umwelt immer bekannter. Ich habe das Thema lange Zeit vor mir hergeschoben und konnte mir einfach nicht vorstellen, auf Käse und Sahne zu verzichten. Meinen Fleischkonsum hatte ich sowieso sehr reduziert. Aber wenn man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, führt irgendwann kein Weg daran vorbei. Gespräche mit Freunden, die vegan leben plus einige Dokus haben mich letztendlich überzeugt, dass es sich lohnt, den Schritt zu gehen und zu versuchen auf tierische Produkte zu verzichten. Und ich muss sagen, es ist nicht so schlimm wie gedacht. Es macht sogar richtig Spaß und ich habe bei der Ernährungsumstellung festgestellt, dass die meisten Vorurteile über vegane Ernährung völliger Quatsch sind.

In der neuen Podcastfolge spreche ich mit dem Tierrechtsaktivist Alexander Kolb.

 

 

 

#1 Alle Veganer sind Öko-Hippies

Beim Stichwort Veganer denken viele direkt an einen langbärtigen Öko-Hipster mit Jutebeutel, Birkenstocks und selbstgefärbtem Batik-Shirt, der bei jedem Wetter mit dem Longboard oder Fahrrad unterwegs ist. Auch wenn das Vorurteil sich bei vielen sehr hartnäckig hält, hat Vegansein nichts mit dem Aussehen oder der Weltansicht zu tun. Klar haben alle Vegetarier und Veganer was gemeinsam, nämlich dass sie zumindest teilweise auf tierische Produkte verzichten. Doch die Gründe dafür und auch die Einstellung gegenüber der Ernährung sind oft sehr verschieden. Es ist im Endeffekt eben nur ein Vorurteil.

Frau mit Longboard

 

#2 Vegane Ernährung ist zu einseitig

Veganer essen nur Tofu und Gemüse, das ist doch langweilig. Muss nicht sein. Mittlerweile gibt es so viele Fleischersatzprodukte, dass du deine Mahlzeiten vielseitig und nahrhaft gestalten kannst, ohne Fleisch zu vermissen. Neben Tofu gibt es zum Beispiel noch Seitan, Süßlupinen, Tempeh und Jackfruit, die es in vielen verschiedenen Varianten im Supermarkt zu kaufen gibt. Auch Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen sind super für den Fleischersatz geeignet und du kannst daraus viele verschiedene Gerichte zaubern. Leckere Rezepte dazu kann man einfach im Internet finden. Wenn man sich ausreichend informiert und offen für Neues ist, ist es easy sich vegan zu ernähren. Außerdem eröffnen immer mehr vegetarische und vegane Restaurants, dadurch ist auch auswärts Essen gehen kein Problem. Bei Fleischersatzprodukten solltest du aber beachten: Je länger die Liste der Zusatzstoffe, desto ungesünder ist es meistens. Mit Apps wie CodeChecker kannst du relativ einfach sehen, was in den Lebensmitteln enthalten ist. Du musst einfach nur den Barcode scannen. Vegane Restaurants auf der ganzen Welt kannst du mit Apps, wie zum Beispiel Happy Cow, finden.

Auf der Webseite von Vegan Guide gibt es tolle Tipps zur veganen Ernährung, dem Lifestyle und viele vegane Foodspots in ganz Mittelfranken.

 

#3 Veganer leiden an Nährstoffmangel

Das Vorurteil, Veganer würden ihren Proteinhaushalt nicht ausreichend füllen und an einem dauerhaften Nährstoffmangel leiden, hält sich immer noch fest in den Köpfen vieler Fleischliebhaber. Auch wenn tierische Produkte eine tolle Proteinquelle sind und Milch viel Kalzium beinhaltet sind sie dennoch nicht unentbehrlich. Für Milch gibt es zahlreiche pflanzliche Alternativen aus Hafer, Mandel, Kokos, Reis usw., die nicht nur lecker schmecken sondern auch deutlich umweltschonender sind. Hafer oder Mandelmilch kannst du außerdem echt einfach selbst machen. Tatsächlich gibt es Mikronährstoffe, die nicht vom menschlichen Körper selbst hergestellt und nicht aus pflanzlicher Nahrung gewonnen werden können, wie zum Beispiel Vitamin B12. Bei einem Mangel kann es zu Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Krämpfen und sogar Depressionen kommen. Aber auch das ist kein Grund sich von einer rein pflanzlichen Ernährung abzuwenden. Die meisten Vitamine und Mineralien kann man in Kapsel und Tablettenform als Nahrungsergänzungmittel zu sich nehmen und so die Mangelerscheinungen vermeiden.

 

#4 Vegane Ernährung ist teuer

Tofu und Veggie-Burger sind viel zu teuer, da ist es günstiger sich 20er-Nuggets zu holen, meinen zumindest viele. Tatsächlich kosten pflanzliche Alternativen oft etwas wenig mehr als die tierischen Originale. Das Problem liegt aber oft auf der anderen Seite: Fleisch ist zu billig. Wenn du den Preis von Bio-Fleisch mit veganen Lebensmitteln vergleichst, ist es nicht viel teurer. Wenn du, beispielsweise, weniger Fleisch isst, ist das auf jeden Fall besser für die Umwelt und die Tiere. Statt sich hier und da eine unnötige Kleinigkeit zu kaufen, kann man das Geld auch in pflanzliche Ersatzprodukte stecken und der Umwelt was Gutes tun.

#5 Der Regenwald wird für veganes Essen abgeholzt

Fleischverteidiger argumentieren damit, der Regenwald würde extra abgeholzt, nur um den Veganern ihren Sojakonsum zu ermöglichen. Damit gehen Kohlenstoffdioxidemissionen, Luftverschmutzung und Artenrückgang einher. Zwar ist es richtig, dass die Abholzung des Regenwaldes fatale Folgen für die Umwelt hat und massiv zum Klimawandel beiträgt, doch laut der Tierschutzorganisation Peta wird über 80% der weltweit landwirtschaftlich genutzten Fläche für den Anbau des Viehfutters und die Tierhaltung verwendet. Tatsächlich werden Regenwälder ständig zerstört, um Soja anzubauen, jedoch wird nur ein sehr geringer Anteil der Ernte darauf verwendet Fleischersatzprodukte herzustellen. Der Großteil endet als Tierfutter für Rinder.

 

Wie du siehst steckt hinter den ganzen Vorurteilen meist nichts dahinter. Der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung kann zwar gewöhnungsbedürftig sein, aber mit den vielen verfügbaren Alternativen und Rezepten steht dem nichts im Wege. Die Vorteile die so ein Umstieg für die Umwelt mit sich bringt sind enorm. Einer Studie der Oxford Universität nach, könnten drei Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche gespart werden, wenn die gesamte Menschheit sich vegan ernähren würde. Diese Fläche könnte dann genutzt werden, um einen neuen Lebensraum für aussterbende Tierarten zu schaffen. Außerdem würde das die Luftverschmutzung erheblich reduzieren und auch die Gewässer wären sauberer.
Wenn dir vegan sein zu krass ist, kannst du es ja mal mit einem fleischfreien Tag in der Woche versuchen oder statt der Vollmilch Mandelmilch in den Kaffee geben. Denn letztendlich ist jede noch so kleine Veränderung ein Beitrag zur Verbesserung für den dir die Umwelt dankbar sein wird.


Du interessierst dich für andere nachhaltige Themen? Dann schau mal bei Green Up Your Life vorbei.

 

 

 

 

Autor: 
lk
_self

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