Alternative Wohnformen

Gerade in Städten wird es zunehmend eng. Die wenigen freien Wohnungen sind meistens unbezahlbar. Maßnahmen der Politik helfen oft auch nicht wirklich weiter. Auch unter ökologischen Aspekten sind neue Ansätze gefragt. Marie zeigt dir diese Woche fünf unterschiedliche Ansätze.

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#1 Tiny Houses

Aktuell wird viel über die kleinen Häuser gesprochen. Die Grundfläche eines solchen Hauses ist zwischen 8 und 15 qm groß. Ein Tiny House hat aber trotzdem alles, was man braucht, um dort zu wohnen: Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer. Es ist außerdem um einiges billiger, als ein konventionelles Haus zu bauen. Die kleine Fläche soll die Lebensqualität steigern, indem man sich auf das Wesentliche konzentriert.

Es gibt aber auch einige Nachteile. Für viele Familien kann es zu wenig Platz und Privatsphäre haben. Außerdem gibt es einiges zu beachten. Wenn du an einem festen Ort wohnen möchtest, kannst du dir ein Grundstück kaufen und es dir dort in deinem Tiny House gemütlich machen. Allerdings müssen Bauvorhaben immer von der Gemeinde bzw. den Ländern genehmigt werden. Informiere dich am besten vorab, welche Vorgaben es gibt. Es gibt auch Modelle, die auf einem Anhänger montiert sind. Außerdem muss der Anhänger vom TÜV geprüft sein. Auf manchen Dauer-Campingplätzen sind Tiny Houses auch erlaubt. Im Fichtelgebirge gibt es bereits einen Tiny House Park, in dem viele kleine Häuser in einer Art Community zusammenwohnen.

Wenn du dann einen geeigneten Platz gefunden hast, musst du dich, je nach Vorgabe der Gemeinde, an das Ver- und Entsorgungsnetz anschließen lassen. Du bekommst darüber Strom, Frischwasser und kannst auch dein Abwasser entsorgen lassen. Müllentsorgung ist auch über die Gemeinde geregelt. Das ist natürlich, wie bei einem normalen Haus aus, kostenpflichtig. In Sachen Strom kannst du aber so autark sein, wie du möchtest. Mit einer Photovoltaik-Anlage kannst du deinen eigenen Strom gewinnen, ihn entweder speichern oder ins Netz zurückspeisen. Am besten versicherst du dein Tiny House. Manche Versicherungen haben auch ein spezielles Angebot dafür.

Bevor du also losziehst, um in einem Tiny House zu wohnen, solltest du dich bei deiner Gemeinde, deiner Versicherung und/oder einem Anwalt beraten lassen.

#2 Business - WGs

Gerade für Berufstätige, die viel reisen, kann es ein Vorteil sein in einer Business - WG zu wohnen. Hier kannst du, statt ständig in Hotels abzusteigen, in einem möblierten Apartment wochenweise wohnen. Das ist billiger und im besten Fall kommst du sogar mit Gleichgesinnten in Kontakt und es ergibt sich das ein oder andere neue Projekt.

 

#3 Co-Housing

Auch hier steht die Gemeinschaft von mehreren Wohnungen oder Häusern und das aktive Zusammenleben in Verbindung mit einem nachhaltigen Alltag im Vordergrund. Das aktive Zusammenleben wird durch Gemeinschaftseinrichtungen wie Küchen und Speisesäle hergestellt. Im Gegensatz zu Ökodörfern gibt es Co-Housing auch in der Stadt. Jeder Bewohner hat dabei seinen eigenen Rückzugsraum und kann selbst bestimmen wie viel Zeit er oder sie in der Gemeinschaft verbringen möchte.

#4 Ökodörfer

Zwar bevorzugen immer mehr Menschen ein Stadtleben. Doch entschließen sich auch immer mehr Menschen dafür, bewusst aufs Land zu ziehen. Eine alternative Lebensform auf dem Land sind Ökodörfer. Sie sind Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit, denn durch das enge Gemeinschaftsleben findet man in Ökodörfern einen bis zu sechs mal kleineren ökologischen Fußabdruck. Ziel ist es, die Konsumgewohnheiten zu hinterfragen und zu versuchen, eine möglichst autarke Wohnform in allen Lebensbereichen zu entwickeln, die Lebensqualität und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

National Geographic hat sich vier Ökodörfer angeschaut.

#5 Wohnen für Hilfe

Diese Wohnform bringt Jung und Alte zusammen. Da Senioren oft große Wohnungen mit freien Zimmern besitzen, können Studierende dort zu deutlich günstigeren Konditionen oder sogar umsonst wohnen. Im Gegenzug helfen sie den Senioren im Haushalt und bei Erledigungen. Wichtig ist es, im Voraus alle Details zu klären wie z.B. der zeitliche Umfang der Hilfeleistung. Dieses Modell gibt es schon in vielen deutschen Städten. Die meisten informieren auf ihrer Webseite darüber, wenn sie solche Projekte anbieten.

 

Du interessierst dich für andere nachhaltige Themen? Dann schau mal bei Green Up Your Life vorbei.

 

 

Autor: 
lk
_self

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