Der günstige Kredit und die Frage der Bonität

Für einen erfolgreichen Kreditantrag sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen. Eine Voraussetzung ist die Bonität.

Eine Million Dollar hat die US-amerikanische Sängerin Jennifer Lopez für Opfer von Naturkatastrophen gespendet. Mehr Geld, als die meisten gewöhnlichen Arbeitnehmer in Deutschland in ihrem ganzen Leben verdienen werden. Nun handelt es sich bei ihnen auch nicht um eine berühmte Sängerin, die Millionen von CDs verkauft hat. Möchte der durchschnittliche Bundesbürger so viel Geld besitzen, müsste er Lotto spielen und Glück haben.

 

Schon für weitaus kleinere Ausgaben benötigen viele Mitbürger einen Kredit. Sie leihen sich Geld von einer Bank. Für einen erfolgreichen Kreditantrag sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen. Eine Voraussetzung ist die Bonität.

 

Keine Bonität, kein Kredit

Unter dem Begriff Bonität versteht man den einwandfreien Ruf einer Person oder eines Unternehmens in Bezug auf seine Zahlungsfähigkeit. Parallel dazu wird der Begriff auch als die Fähigkeit und Bereitschaft bezeichnet, die ein Kunde gegenüber seinen Zahlungsverpflichtungen offenbart. Die Bonität wird nicht nur in Schwarz und Weiß bemessen. Kreditinstitute bewerten die Bonität sehr unterschiedlich und in verschiedenen Abstufungen.

 

Eine gute Bonität bedeutet also, eine hohe Bereitschaft und Wahrscheinlichkeit, dass ein aufgenommener Kredit auch planmäßig und ohne Verzug zurückgezahlt wird. Das Ausfallrisiko für den Kreditgeber ist gering, die Bereitschaft den Kredit zu vergeben hoch. Nicht nur Privatpersonen werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Beantragen Unternehmen und sogar Staaten Kredite, werden auch sie einer Zahlungsfähigkeitsprüfung unterzogen.

 

Erst Bonität, dann Vertrag

Eine Bonitätsprüfung findet vor der Unterzeichnung diverser Verträge statt. Nicht nur Kreditinstitute prüfen die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden. Bei der Unterzeichnung eines Handyvertrages oder dem Abschluss eines Stromvertrages wird unter Umständen ebenfalls die Bonität geprüft.

 

Die Prüfung der Zahlungsfähigkeit wird anhand von betriebswirtschaftlichen und statistischen Werten ermittelt. Die Analyse erfolgt für alle Menschen gleich, es gibt keine individuell zugeschnittene Bonitätsprüfung. Rechtlich gesehen sind Banken und Kreditgeber zur Prüfung der Zahlungsfähigkeit verpflichtet. Das schreibt das Kreditwesengesetz in Deutschland vor, eine Prüfung ist in regelmäßigen Abständen durchzuführen.

 

Ein günstiger Kredit durch hohe Bonität

Wer einen günstigen Kredit sucht, ist mit einem Kreditvergleich im Internet gut beraten. Die besten Angebote werden mit wenigen Mausklicks angezeigt. Ein Vergleich offenbart mitunter große Unterschiede bei den Angeboten für einen Kredit. Das liegt nicht nur an den Konditionen der Bank. Die Bonität hat einen großen Einfluss auf die angebotenen Konditionen.

 

Die Prüfung der Zahlungsfähigkeit wird von den Kreditinstituten nicht selbst durchgeführt. Sie greifen auf die Daten von sogenannten Auskunfteien zurück. Diese privatwirtschaftlichen Unternehmen führen die Daten von mehreren Millionen deutschen Bundesbürgern. Anhand dieser Daten erfolgt eine Einstufung der Bonität.

 

Die Berechnung der Bonität

In Deutschland gibt es verschiedene Wirtschaftsauskunfteien. Das bekannteste und größte Unternehmen in der Bundesrepublik ist die Schufa. Der Unternehmensname ist inzwischen zu einem geläufigen Synonym für den Begriff Bonität geworden. Personen, die einen Schufa-Eintrag haben, wird eine schlechte Zahlungsfähigkeit zugetragen. Dabei hat jede Person bei der Schufa einen oder mehrere Einträge.

 

Nicht die Zahl der Einträge ist entscheidend für die Einstufung der Bonität, sondern um welche Art der Einträge es sich handelt. So listet die Schufa alle Anfragen von Unternehmen auf, die Informationen zu einer Person wünschen. Wie bereits erwähnt, passiert das bei der Beantragung eines Kredites, eines Mobilfunkvertrages oder bei Interesse an der Anmietung einer Wohnung. Selbst für bestimmte Versicherungen und Geschäfte im Onlinehandel wird eine Schufa-Auskunft erstellt. Die genaue Berechnung der Bonität ist nicht bekannt. Alle Auskunfteien in Deutschland bezeichnen ihre Berechnung der individuellen Bonität als Betriebsgeheimnis. Klagen auf Offenlegung der Berechnung wurden abgewiesen.

 

Abstufungen bei der Bonität

Die detaillierte Berechnung der Bonität durch die verschiedenen Auskunfteien ist nicht bekannt. Die Kalkulation der Bonität durch die verschiedenen Auskunfteien ist nicht öffentlich. Bekannt sind jedoch die Möglichkeiten, die Bonitätseinstufung im positiven Sinne zu beeinflussen. Die Schufa berechnet die Bonität anhand eines Schufa-Scores. Ein guter Wert wird bei dem Unternehmen ab 95% angegeben. Eine noch bessere Zahlungsfähigkeit und damit ein sehr guter Score beginnt bei 97%. Volle 100% sind bei diesem Unternehmen nicht möglich. Es besteht immer ein minimales Restrisiko, einen Kredit oder Vertrag nicht rechtzeitig bezahlen zu können. Das ist beispielsweise bei einem Todesfall möglich.

 

So wird die Bonität berechnet

Folgende Informationen sind über die Berechnung der Zahlungsfähigkeit eines Vertragsnehmers trotz Geheimhaltung der Auskunfteien bekannt. Zu jeder Person werden folgende Daten gesammelt:

 

- Persönliche Daten wie Name, Vorname, Geburtsdatum und -ort sind gespeichert, zudem das Geschlecht und die bisherigen Wohnadressen.

 

- Verhalten mit der Rückzahlung von Krediten. So werden rechtzeitig beglichene Rechnungen ebenso erfasst wie zu spät bezahlte Rechnungen oder bediente Kredite.

 

- Laufende Kreditverträge, Handyverträge oder Ratenvereinbarung mit Online-Händlern beeinflussen die Bonität. Je mehr Verträge parallel bedient werden, umso schlechter wird die Bonität eingeschätzt.

 

- Laufende Insolvenzverfahren oder Gerichtsurteile wirken sich ebenfalls auf die Zahlungsfähigkeit aus. Negativmerkmale sind etwa Haftbefehle oder eidesstattliche Versicherungen.

 

- Bestand in der Vergangenheit bereits Kontakt zu einem Inkassounternehmen aufgrund von Zahlungsverzug, so tauchen auch diese Details in den Daten der Auskunfteien auf.

 

Auswirkungen der Bonität auf Kreditangebote

Für ein unverbindliches Kreditangebot prüft der potenzielle Geldgeber die Bonität. Je höher die Zahlungsfähigkeit bewertet wird, umso besser sind die Konditionen. Dazu gehören niedrigere Zinsen oder eine höhere Kreditsumme. Ab einem bestimmten Wert spielt die Bonität bei der Bemessung der Konditionen keine Rolle mehr.

 

Für zahlreiche Kredite gelten bonitätsunabhängige Konditionen. Das gilt für alle Kreditnehmer, die eine von der Bank definierten Bonitätsgrenze nicht erreichen. Die Bank prüft in diesem Fall nur, ob überhaupt eine Bonität vorliegt. Das bedeutet auch: selbst mit keiner guten oder sehr guten Einstufung der Bonität können Bundesbürger einen Kreditantrag stellen und eine erfolgreiche Bewilligung erwarten. Sie müssen lediglich mit schlechteren Konditionen in Form von höheren Zinsen rechnen.

 

Ein Blick ins Ausland

Die Bewertung der Zahlungsfähigkeit ist nicht nur in Deutschland ein probates Mittel, das Risiko eines Zahlungsausfalls zu ermitteln. In den deutschsprachigen Nachbarländern Österreich und der Schweiz gibt es ähnliche Verfahren.

 

- In der Schweiz ist die Informationsstelle für Konsumkredit, kurz IKO, für die Ermittlung der Bonität verantwortlich. Unternehmen können sich bei der Stelle Daten über die Schuldensituation von Privatpersonen einholen.

 

- Der Kreditschutzverband (KSV) ist die österreichische Kopie zu deutschen Wirtschaftsauskunfteien. Dort können Unternehmen Daten zur Kreditwürdigkeit von österreichischen Staatsbürgern einholen.

 

In beiden Ländern haben die Verbraucher, ähnlich wie in Deutschland, das Recht über eine kostenlose Selbstauskunft. Sie kann einmal pro Jahr in Anspruch genommen.

 

Autor: 
ENERGY Media
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