Der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung

Marie erklärt dir, wie einfach du dich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen kannst.

Anfangs dachte ich, umweltbewusst zu leben ist mit viel Aufwand verbunden und kostet auch mehr Geld. Dass man aber allein durch das Vermeiden von Lebensmittelverschwendung einen riesigen Beitrag für die Umwelt leisten kann, wird mir erst jetzt bewusst.


Wie wenig wertschätzend wir teilweise mit Lebensmitteln umgehen, zeigen folgende Zahlen. Jedes Jahr sterben über 53 Millionen Tiere in Deutschland umsonst. Sie werden geschlachtet, nur um dann doch nicht verzehrt zu werden. Auch heute sind also über 140 000 Tiere für unseren Überfluss gestorben. In deinem Kühlschrank befindet sich wahrscheinlich auch das ein oder andere Produkt, dass noch entsorgt werden muss. Dabei ist das der totale Wahnsinn. Wir werfen durchschnittlich jedes achte Lebensmittel weg, das sind insgesamt 6,7 Tonnen jedes Jahr. Pro Person sind das zwei volle Einkaufswägen mit einem Warenwert von 243 Euro die wir in die Tonne kloppen. Also warum nicht uns, den Tieren und der Umwelt etwas Gutes tun und versuchen zu lernen wie wir in Zukunft weniger Lebensmittel verschwenden?

 

Warum belastet Lebensmittelverschwendung die Umwelt?


Um Lebensmittel zu konsumieren, müssen sie erst einmal produziert werden. Für die Produktion werden lebenswichtige Ressourcen, wie Ackerflächen und Wasser benötigt. Jährlich werden 43 000 Quadratkilometer landwirtschaftliche Fläche genutzt und 216 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht.

 

Dadurch entstehen jährlich 38 Millionen Tonnen Treibhausgase, die die Umwelt belasten. Hinzu kommt die Energie, die bei Herstellung und Transport anfällt. Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Düngern belasten die Umwelt auch zusätzlich.

 

Wenn diese produzierten Lebensmittel dann in der Mülltonne landen kann man wirklich von Umweltverschmutzung sprechen.

Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Du möchtest aktiv gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen, weißt aber nicht wie? Diese fünf Tipps sind super einfach umsetzbar und ganz leicht in deinen Alltag zu integrieren!

#1 Geplant Einkaufen

Die Abfallvermeidung beginnt schon bevor du überhaupt einkaufen gehst. Mach dir vor deinem nächsten Einkauf Gedanken darüber, wie viel Lebensmittel du wirklich brauchst und versuche richtig zu kalkulieren.

 

#2 Mindesthaltbarkeitsdatum nicht so viel Beachtung schenken

Oft sind Lebensmittel deutlich über ihr Mindesthaltbarkeitsdatum noch gut, in diesem Artikel erfährst du, wie lange das ein oder andere Lebensmittel noch haltbar ist. Ansonsten gilt: verlasse dich auf deine eigenen Sinne! Riechen, anschauen und probieren ist angesagt.

#3 Richtige Lagerung

Die Lagerung deiner Lebensmittel hat große Auswirkung auf die Haltbarkeit. Dabei musst du auch auf die unterschiedlichen Kältezonen im Kühlschrank achten: Leicht Verderbliches wie Fleisch und Fisch gehören in die kühlste Zone, also weit nach unten im Kühlschrank. Eier, Butter und Getränke brauchen es nicht ganz so kalt und sind in der Kühlschranktür gut aufgehoben. Außerdem solltest du deine Lebensmittel in unterschiedlichen Gefäßen aufbewahren.

 

#4 Reste kreativ verwerten

Auch aus Resten lassen sich oft leckere und kreative Gerichte herstellen. Seien es Smoothies, Restepfannen oder Saucen. 

 

#5 ungenutzte Lebensmittel verschenken

Es gibt verschiedene Portale über die du dein übrig gebliebenes Essen verschenken kannst.

 

 
 

Diese Services helfen dir im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung

"Too good to go"

Mit "Too good to go" kannst du Lebensmittel retten, die in Läden in deiner Umgebung unverkauft geblieben sind.


Das geht auch ganz einfach: Registriere dich, wähle aus, was du gebrauchen kannst und bezahle per Paypal, Kreditkarte oder Sofort Überweisung.


Du bekommst letztendlich eine Überraschungstüte, da der Betrieb nicht im Vorfeld sagen kann, was übrig bleibt. Dennnoch sind die Sachen immer frisch. Nach jeder Bestellung bekommst du den Beleg per E-Mail und App zugeschickt. Diesen zeigst du im Laden, damit die Abholung bestätigt werden kann. Insgesamt nehmen aktuell 5.210 Cafés, Restaurants, Supermärkte, Bäckereien und Hotels an der App teil.

 

"OLIO"

So ziemlich jeder von uns war schon einmal auf Lebensmittel oder Produkte der Nachbarn angewiesen …
Mit der App "OLIO" findest nun du Menschen in deiner Umgebung, die kostenlos Lebensmittel und andere Haushaltsgegenstände verschenken und somit den Abfall reduzieren. Suche Angebote in deiner Nähe, frage an und treffe dich um die Produkte abzuholen. Wenn du selbst etwas zu verschenken hast kannst du es einfach online posten. Es melden sich bei dir Interessenten und du kannst auswählen mit wem du dich treffen möchtest.
Mittlerweile nutzen schon über 2,3 Millionen Menschen die App.

"Beste Reste" App

Die "Beste Reste App":  Das Bundesernährungsministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat Resterezepte im Rahmen der Initiative "Zu gut für die Tonne" in einer App für Smartphone- und Tablet-Nutzer gesammelt. Mehr als 680 Reste-Rezepte von Sterneköchen, prominenten Kochpaten und Hobbyköchen sind mittlerweile online. Die App informiert außerdem über die richtige Lagerung von Lebensmitteln und verrät zehn goldene Regeln zum Vermeiden von Lebensmittelabfällen im Alltag. Ein umfangreiches Lexikon informiert über die Haltbarkeit verschiedener Lebensmittel.

 

 

"Etepetete"

Krumm, unschön, aussortiert: Oft werden Lebensmittel, die nicht ganz der Norm entsprechen weggeschmissen oder zu Energieerzeugung verwendet.

 

Mit dem Service von "Etepetete" bekommst du in einem Rhythmus, den du selbst bestimmst, Boxen mit Bio-Produkten nach Hause geschickt, die häufig zum Beispiel krumm gewachsen sind. Vor deiner Bestellung kannst du sehen mit welchen Produkten deine Box bestückt ist und somit deine Mahlzeiten für die Woche perfekt planen.

 

Durch die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung, die kurze Lieferkette und die nachhaltige Verpackung sorgen "Etepetete" und seine Kunden für mehr Rücksicht gegenüber der Natur. Für die Nascher ist übrigens auch gesorgt, denn es gibt auch eine Snack-Box. :)

 

"RESQ Club"

Der "ResQ-Club" funktioniert ähnlich wie die "Too good to go" App. Auch hier kannst du überschüssige Lebensmittel aus deiner Nähe retten. Restaurants, Cafés und Lebensmittelgeschäfte bieten den Service an. So kommst du kostengünstig zu einer Mahlzeit, die sonst auf dem Müll landen würde. Bislang macht aus Deutschland allerdings nur die Stadt Berlin mit.

 

 

 
 

"Foodsharing"

Bei "Foodsharing" kannst du dich als Lebensmittelretter registrieren. In der "Foodsharing"-Community werden Foodsharer und Foodsaver in einzelnen Städten miteinander vernetzt. Neben privaten Haushalten sind auch einige Supermärkte in der "Foodsharing"-Community gelistet.

 

Außerdem freuen sich auch die Tafeln in deiner Nähe über Essensspenden. Hier findest du mehr Informationen zu der Arbeit der Tafel und wie du mitwirken kannst. Zudem gibt es auf Social-Media-Plattformen auch Gruppen, die sich mit der Lebensmittelverschwendung in deiner Region auseinander setzen, schau doch da mal vorbei. Und falls es so etwas in deiner Stadt noch nicht gibt, dann kannst du ja was neues starten.

 

Nice to know

Übrigens ist die Vermeidung von Lebensmittelabfällen auch in den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen verankert. Bis 2030 sollen diese nämlich um die Hälfte verringert werden. Und du kannst jetzt schon mitmachen. Unsere Tipps helfen dir, um gegen Essensverschwendung anzukommen – so einfach war Umweltschutz noch nie.

 

Du interessierst dich für andere nachhaltige Themen? Dann schau mal bei Green Up Your Life vorbei.

Autor: 
sb
_blank

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

MEHR NEWS