Ein Leben im Überfluss: Wie viel Materielles ist zu viel?

Marie klärt, warum Spontankäufe und Schnäppchen unser Leben nicht unbedingt bereichern.

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Wahrscheinlich kennst du das Gefühl: Du schlenderst durch die Innenstadt und wirst von großen roten SALE-Plakaten angelockt. Auch im Fernsehen oder in den sozialen Medien wirst du tagtäglich mit auffälligen Werbeschaltungen konfrontiert: Die neuesten Klamotten, die angesagtesten Technologien und unwiderstehlichsten Schnäppchen begeistern tausende kaufwillige Menschen.

Ständig wird einem suggeriert, dass der Kauf von Produkten einen glücklicher macht oder beispielsweise den Status anhebt. Doch bereichern Spontankäufe, Onlineshopping und Co. tatsächlich den Alltag und warum verspürt man überhaupt das Verlangen, bei neuen Angeboten zuschlagen zu müssen? Marie klärt dich auf!

106 Euro für Klamotten pro Monat

2019 gab das Statistische Bundesamt an, dass deutsche Haushalte durchschnittlich monatlich 106 Euro alleine für Klamotten und Schuhe ausgeben. Nicht grundlos stellt sich daher die Frage: Braucht man das tatsächlich alles?

 

Die Antwort lautet in den meisten Fällen: Nein.

Der Impuls, beispielsweise ein neues paar Schuhe zu erwerben, kann zwar das Kaufbedürfnis befriedigen, jedoch hält dieses Gefühl nur für kurze Dauer an. Spätestens wenn einem bewusst wird, dass bereits ein ähnliches Paar Schuhe im Schrank untergeht, ist's vorbei. 

 

Emotionen spielen eine große Rolle

Auch dient der Kauf von neuen Dingen als Belohnung für beispielsweise die fertig geschriebene Hausarbeit oder auch zur Frust-Reduktion nach der schlechten Bewertung ebendieser. Den neuen Errungenschaften wird dementsprechend eine positive Bedeutung zugeschrieben, welche zum Wohlbefinden beitragen soll. Folglich ist das Kaufverhalten eng verknüpft mit deinen tagtäglichen Emotionen. Du kaufst, wenn du traurig, sauer, gelangweilt oder auch überfordert bist. Nicht selten resultieren die starken Gefühle in den Impulskäufen.

Die Kaufpsychologie spielt eine große Rolle beim Shoppen

Nur ein geringer Bestandteil der Kaufentscheidung hängt tatsächlich mit einer rationalen, gut überlegten Begründung des Kaufes zusammen und wird anstelle dessen größtenteils von deinem Unterbewusstsein geleitet – Werbeagenturen wissen das perfekt zu nutzen!

Deine Aufmerksamkeit wird gezielt auf bestimmte Produkte gelenkt, ohne dass du bewusst etwas davon mitbekommst. Einkaufsläden werden beispielsweise gezielt angeordnet, um deine Kaufmotivation zu verstärken und auch durch das Einsetzen bestimmter Farbgebungen oder Musikhinterlegungen in Werbespots wirst du zu einem Kauf angeregt.

Der mere-Exposure-Effekt

Wusstest du beispielsweise, dass du, je öfter dir ein Markensymbol präsentiert wird, du diese Marke positiver wahrnimmst? Das ist der Mere-Exposure-Effekt. Kurz und knapp gilt deswegen in den Werbeagenturen das Motto "Je öfter, desto besser!"

So kaufst du das, was du brauchst

Marie hat für dich ein paar Tipps.

 

 1. Shoppingliste schreiben
Egal ob beim Wocheneinkauf oder bei der Suche nach neuen Modehinguckern – schreibe dir vorher genau auf, was du wirklich alles benötigst.
     

2. Nicht auf leeren Magen Einkaufen gehen
Beim Lebensmitteleinkauf solltest du darauf achten, nicht hungrig in den Supermarkt zu gehen, da du dann automatisch mehr kaufst, als es notwendig ist.

 

 

3. Mach dir bewusst, warum du etwas kaufst
Versuche dir bewusst zu machen, wieso du das Gefühl hast, einen Gegenstand kaufen zu müssen

 

4. Versuche mit Bargeld zu zahlen
Durch die Bankkarte ist dir oft nicht bewusst, wie viel Geld du ausgibst, deshalb bist du auch bereit, mehr zu bezahlen. Mit Bargeld siehst du deine Ausgaben auf einen Blick.
       
5. Mut zum Verpassen!
Rabatte oder Angebote sind kein Grund für einen unnötigen Kauf: Überlege vor deinem Kauf, ob du nicht bereits ähnliche Dinge bei dir Zuhause hast.

Du interessierst dich für weitere Themen rund um Nachhaltigkeit? Dann schau doch mal bei Green Up Your Life vorbei. Auf unserer Webseite findest du alle Podcasts und Themen, die Marie bisher behandelt hat. 

 

Autor: 
hr/sb
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