ENERGY Traveller

Hi, ich bin Chris... und habe gerade meinen Job an den Nagel gehängt, meine Möbel verkauft und das erste Oneway-Tickets in meinem Leben gebucht. Gute Idee? Keine Ahnung! Verfolge es in meinem ENERGY Traveller Blog - wöchentlich neu bei "Karens Nacht Ab Acht" und natürlich HIER.

Namibia Calling - die ersten Nächte in der Namib Wüste 

Nachdem ich jetzt doch ein bisschen in Südafrika hängen geblieben bin, musste ich mich schon fast losreißen, damit ich hier endlich mal weiter komme. Aber Afrika hat noch viel zu bieten, weshalb ich mein Kraffel zusammengepackt habe, um die nächsten Wochen mit dem Zelt durch Namibia zu reisen. Ich war ja anfangs ein bisschen skeptisch, da es dort außer Wüste scheinbar nicht viel geben soll, aber jetzt nach den ersten Tagen muss ich sagen, dass Namibia richtig stark performt.

 

Falls ihr mal keinen Bock auf andere Leute haben solltet, dann macht euren nächsten Urlaub einfach hier. Ihr könnt hier stundenlang mit dem Auto durch diese trockene, karge Wüstenlandschaft fahren, ohne eine einzige Menschenseele anzutreffen. Das ist aber auch irgendwie nachvollziehbar, da die Lebensbedingungen einfach zu extrem sind. Die Sonne ballert hier jeden Tag mit 40 Grad auf die Namib Wüste runter, man schwitzt ohne Ende und jede Bewegung ist einfach nur sau anstrengend. Aber wenn du dann diese unglaublich schöne Wüstenlandschaft und die vielfältige Tierwelt siehst, dann entschädigt das für jeden Tropfen Schweiß, den du vergossen hast. 

 

Trotz der extremen Hitze und den widrigen Lebensbedingungen gibt es hier an jeder Ecke Zebras und verschiedenste Arten von Antilopen. Es ist für mich ehrlich gesagt unerklärlich, wie die Tiere bei diesen Temperaturen überhaupt überleben können. Ich klapp' hier jedenfalls schon fast zusammen, sobald ich mal ein paar hundert Meter eine Sanddünen hochlaufen muss, aber vielleicht liegt das auch einfach nur an meinem derzeitigen Fitnesslevel... wer weiß!


  • ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste
  • ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste
  • ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste
  • ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste
  • ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste
  • ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste
  • ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste
  • ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste
  • ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste
  • ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste

 

Neben der Tierwelt ist auch die Landschaft unglaublich beeindruckend. Du hast ständig einen Blick auf die massiven, schon fast roten Sanddünen, die hier bis zu 400 Meter aus dem Boden ragen und sich direkt von der Küste bis ins Landesinnere auftürmen. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, auf eine der größten Sanddünen hier in der Wüste zu klettern, um die Namib Wüste nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

 

Was mich aber in Namibia mit Abstand am meisten beeindruckt hat, ist der Sternenhimmel. Nachdem sich die Sonne mit einem intensiven Abendrot verabschiedet hat, die trockene Luft ein wenig abkühlt und ein leichter Wind anfängt zu wehen, hole ich hier jeden Abend meinen Schlafsack raus und leg mich für ein paar Stunden vor das Zelt. Sobald ich dann am Boden liege, nur noch die Grillen zirpen höre, den warmen Wind auf der Haut spüre und in den Himmel schau, denk ich mir einfach nur: What the fuck! Ich habe in meinem Leben noch nie so einen klaren und intensiven Sternenhimmel gesehen wie hier in der Wüste. Man kann mit dem bloßen Auge andere Galaxien und sämtliche Sternbilder erkennen. Ich habe mal versucht, das Ganze irgendwie mit der Kamera festzuhalten, was natürlich kaum möglich ist. Trotzdem hoffe ich euch zumindest einen Eindruck vermitteln zu können, wie extrem klar die Sicht auf die Sterne hier in der Namib Wüste ist. 

 

ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste bei Nacht

 

ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste bei Nacht

ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste bei Nacht

 

ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste bei Nacht

 

Wir ihr also seht, hat mich Namibia nach den ersten Tagen schon ziemlich gepackt und ich bin gespannt, was das Land noch so zu bieten hat. Ich mache mich jetzt weiter Richtung Norden, um Swakopmund, Spitzkoppe und den Etosha Nationalpark zu erkunden. 

 

Ich melde mich dann nächste Woche wieder mit den weiteren Eindrücken aus Namibia.

 

Schaut euch hier gerne noch zwei Videos von mir an:

Datei Traveller_Namib_01.mp4
ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste - Teil 1

Datei Traveller_Namib_02.mp4
ENERGY Traveller Chris in der Namib Wüste - Teil 2

 

WAS CHRIS BISHER ERLEBT HAT:

 

Die richtige Entscheidung?

Um ehrlich zu sein, mache ich mir gerade kurz vor der Reise ziemlich in die Hose und frage mich täglich, ob das die richtige Entscheidung war. Aber meist bereut man ja doch diejenigen Sachen in seinem Leben, die man nicht gemacht hat. Also auf geht's zur Weltreise!

 

Die Entscheidung, irgendwann mal eine Weltreise zu unternehmen, ist bereits vor einigen Jahren gefallen. Es war schon immer ein Lebenstraum von mir länger zu verreisen, jedoch gab es in der Vergangenheit immer genügend Gründe die Reise zu verschieben. Entweder eine Beförderung im Job oder ich war der Meinung, dass ich mir solch eine Auszeit nicht leisten kann. Jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass es sich meist doch um Ausreden gehandelt hat. Ich bin nämlich mittlerweile davon überzeugt, dass jeder solch eine Reise machen kann - man muss nur den ersten Schritt wagen.

  • Chris in Bangkok (Thailand)
  • Chris beim Glacier Gray (Chile)
  • Chris in Torbole (Italien)
  • Chris beim feiern in Buenos Aires (Argentinien)
  • Chris in Paris (Frankreich)

 

 

Es bedarf sicherlich einiger Vorbereitung und man sollte eine Weltreise nicht übers Knie brechen. Meine Entscheidung, diese Reise zu begehen, ist Anfang des Jahres gefallen, als ich mich überwunden hatte zur ersten Impfberatung zu gehen. Einige Impfungen dauern bis zu sechs Monate, weshalb eine vernünftige Vorbereitung auf jeden Fall von Nöten ist. Nachdem ich jetzt wirklich auch Job und Wohnung gekündigt und die ersten Nächte in Belgrad und Johannesburg gebucht habe, kann ich es kaum erwarten endlich loszulegen!

 

Auch wenn es nicht ganz ohne Vorbereitungen geht, habe ich, was die Reiseroute angeht, jegliche Flexibilität offen gelassen. Bis auf die ersten zwei Flüge und Hotelübernachtungen ist noch nichts gebucht. Ich will mich treiben lassen, spontane Möglichkeiten und Gelegenheiten wahrnehmen, Land und Leute kennenlernen.

 

Der erste Schritt ist also gemacht und ich freue mich tierisch euch an meinen Abenteuern und Erfahrungen teilhaben zu lassen. Falls ihr Fragen zu meiner Weltreise oder den damit verbundenen Vorbereitungen habt, dann schaut doch gerne mal wieder vorbei oder schreibt auf Instagram (@waibelschrischtian).

 

Ihr hört von mir...

Chris

Ich packe meinen Koffen und nehme mit...

Ich persönlich mag es nicht, sonderlich für den Urlaub zu packen und meist passiert das bei mir auf den letzten Drücker. Diesmal dachte ich mir aber, es wäre sicherlich nicht verkehrt bei einer Weltreise mit ungewisser Route ein bisschen mehr Vorlauf einzuplanen. Also habe ich schon einmal eine Probe-Pack-Action gestartet.

 

Das Ergebnis war sehr ernüchternd... die Hälfte hat nicht reingepasst und der Backpack war knallvoll. Aber als ich mir dann den Inhalt genauer betrachtete, habe ich festgestellt, dass ich doch auf einige Sachen, wie zum Beispiel dünne Handschuhe oder spezielle Trekkinghosen verzichten kann.

Der Backpack von Chris

Einzelteile für den Backpack von Chris

Im zweiten Versuch bin ich etwas anders vorgegangen und habe zunächst die unerlässlichen Sachen eingepackt (Kulturbeutel, 5 Shirts, 4 Hosen, Taschenmesser, usw.) und von meinem Vielleicht-Stapel ergänzt. 

 

Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich bei jedem Urlaub doch viel zu viel Sachen mitnehme. Als ich beispielsweise 2012 für 6 Monate nach Südamerika gereist bin, hatte ich eine Skihose dabei, falls ich in den Anden zum Boarden gehen möchte.... was für ein Idiot bin ich denn? Ich habe 6 Monate eine Skihose durch halb Südamerika getragen, die ich genau zwei Mal anhatte. 

Aber aus Fehlern lernt man ja, weshalb ich dieses Mal nur die essenziellen Sachen mitnehmen werde. Man muss nicht für jede Situation gewappnet sein und alles was man braucht, bekommt man auch vor Ort oder es wird einfach (wie so oft) improvisiert.

Belgrad - Die schwimmende Stadt der Jogginghosen

Meine eigene Weltreise sollte eigentlich in Johannesburg starten, jedoch haben einige meiner Freunde schon länger einen Trip nach Serbien geplant, weshalb ich mich spontan entschlossen habe mich dem Städtetrip nach Belgrad anzuschließen.  Auf den ersten Blick ist die Stadt nicht die Schönste. Es ist recht dreckig und das Stadtbild ist von vielen grauen und tristen Betonbunkern geprägt. Die Leute, die ich in den letzten Tagen hier kennenlernen durfte, sind zwar nicht unbedingt die freundlichsten, jedoch auf jeden Fall sehr authentisch.

 

Es kann also gut sein, dass der Kellner im Restaurant Jogginghose trägt, weil es einfach bequemer ist oder der Busfahrer an der Haltestelle vorbeifährt, wenn er jetzt keinen Bock auf eine Touristengruppe hat. Auch wenn es oft zu meinem Leidwesen war, finde ich so etwas ja schon fast wieder sympathisch. Die Menschen machen dir hier nichts vor und sind so, wie sie nun mal sind. 

 

Vorsicht ist außerdem bei den Taxifahrern geboten. Hier werden bei Touristen schnell einmal höhere Preise aufgerufen oder Geldscheine ausgetauscht. Wir haben beispielsweise dem Taxifahrer 2.000 Dinar gegeben und er hat danach felsenfest behauptet, dass es nur 200 waren. Nach längerer Diskussion haben wir dann den restlichen Betrag bezahlt, da wir wegen ein paar Euro jetzt kein Fass aufmachen wollten. 

 

Ein absolutes Highlight waren die Bars und Restaurants, die direkt in sogenannten Hausbooten auf der Donau gelegen sind. Hier den Sonnenuntergang bei einem kühlen Bier zu genießen bietet ein einmaliges Flair, welches ich so tatsächlich nur selten erlebt habe. Auch das Nachtleben hat einiges zu bieten. An jeder Ecke der Stadt und auf der Donau sind der Bass und Beats zu hören und wir mussten nur der Musik folgen, bis wir einen passenden Club gefunden haben. Für feierwütige Gruppen ist Belgrad also ein echter Geheimtipp.

  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)

 

Wer vor Ort Lust auf eine Bootstour hat, sollte auf ein kleines privates Boot gehen und nicht in die großen Touristenschiffe. Wir haben Milos kennengelernt, der uns direkt mit dem Boot von unserem Hausboot-Hostel abgeholt hat, was ziemlich cool war. Ich meine, wer wird schon mal mit dem Boot vom Hostel abgeholt?

 

Als Fazit kann ich sagen, das Belgrad sich für einen Zwischenstopp definitiv anbietet. Geschichtlich hat die durch zahlreiche Kriege geprägte Stadt einiges zu bieten, aber am besten eignet sich die Stadt letztendlich doch für einen Junggesellenabschied.

Mich persönlich hat die Stadt ehrlich gesagt nicht wirklich gepackt, aber wie so oft kommt es auf die Leute an, mit welchen man sich umgibt. Ich habe tolle Bekanntschaften vor Ort gemacht und hatte eine richtig gute Zeit mit meinen Jungs. Es war also ein gelungener Abschied von meinem Freundeskreis und der perfekte Übergang zur Weltreise.

 

Als nächstes geht's jetzt nach Johannesburg. Südafrika wird sicherlich nochmal eine ganz andere Nummer und ich bin schon sehr gespannt, was da auf mich zukommt.

 

Ihr hört von mir...


Johannesburg - Schwarz und Weiß

Mittlerweile bin ich schon beim zweiten Stop meiner Weltreise angelangt: Johannesburg! Bevor ich hier herkam, habe ich viele Horrorstories über Johannesburg gehört. Die Stadt sei sehr gefährlich und es gäbe viel bessere Städte, die man besichtigen könne. Nachdem ich nun doch schon einige Tage hier bin, muss ich sagen: Bullshit! Johannesburg ist zwar nicht die klassische Touri-Stadt, aber man kann hier auf jeden Fall krasse Erfahrungen und Erlebnisse mitnehmen.

Aufgrund der hohen Kriminalität und Armut in Johannesburg war ich sehr verunsichert, inwieweit ich mich hier frei bewegen kann und wie ich mich verhalten soll. Ich war sehr froh, dass ich während meiner Zeit im Hostel Once in Joburg untergekommen war, welches ich euch sehr empfehlen kann. Die Angestellten nehmen dich wirklich an die Hand und zeigen dir, was es heißt in Joburg zu leben. Selbst wenn du einkaufen gehen möchtest, gehen sie mit dir dort hin und zeigen dir auf dem Weg Möglichkeiten auf, was man hier noch machen könnte. Ich hab mich zu keinem Zeitpunkt meiner Reise unsicher gefühlt, da stets Locals vom Hostel dabei waren, die wussten wie der Hase läuft.

Johannesburg Gruppe

Township Johannesburg

Johannesburg Township Kiosk

Die ersten Tage habe ich hier die Townships angeschaut. Ich war mir ehrlich gesagt anfangs nicht sicher, ob es eine tolle Erfahrung sein wird, die Armut anderer Leute anzuschauen. Dem war aber Gott sei Dank nicht so. Sbu und Amanda haben mir teils zu Fuß und teils mit dem Rad unterschiedliche Townships und Stadtviertel gezeigt und ich muss sagen, es war wirklich eine intensive Erfahrung.

 

Wir sind mit den Einheimischen ins Gespräch gekommen und die Bewohner der Slums waren sehr gastfreundlich und weltoffen. Viele Stadtviertel erleben derzeit eine Renaissance und öffnen sich auch für Touristen, weshalb ich auch zu keinem Zeitpunkt Sicherheitsbedenken hatte (zumindest unter der Begleitung von Amanda und Sbu).

 

Trotz allem war ich oft sehr überfordert mit der Armut und den vorherrschenden Lebensbedingungen und ich war sehr froh, die Leute vom Hostel Once dabei zu haben.

Aber genug von Armut und Kriminalität - denn die Südafrikaner können nämlich auch richtig gut feiern. Sbu hat mich am Samstagabend mit seinen Freunden zum Feiern mitgenommen. Alter Schwede... Wir sind nach Maboteng gefahren, wo wir zusammen mit Sbus Freunden den Club Shakkerz besucht haben. Ich war anfangs etwas verwirrt, dass man doch recht gründlich nach Waffen abgesucht wird, da diese scheinbar im Club nicht erlaubt sind... was für Spießer. ;-) Nachdem ich dann meine Knarren abgegeben habe, bin ich auf die Tanzfläche und wollte mit meinen Moves loslegen, bis ich dann bemerkt habe, dass ich der einzige weiße Typ im gesamten Laden war. Wow! Das war mal richtig komisch, wenn dich gefühlt der ganze Club angafft, nur weil du eine andere Hautfarbe hast. Entsprechend war ich am Anfang sehr verunsichert, wie ich mich verhalten soll und hab meine Robo-Moves erstmals für mich behalten. Sbu meinte aber es sei überhaupt kein Problem und ich soll einfach ein Bier trinken gehen und mich entspannen, was ich dann auch gemacht habe.

 

Und er hatte recht - die Leute waren echt locker drauf und es war null Problemo, dass ich Weiß bin. Die halbe Partycrowd ist sogar proaktiv auf mich zugekommen und war neugierig, was wohl eine Weißwurst wie ich hier bei ihnen im Club mache. Nachdem dann das Eis gebrochen war, haben wir dann auch europäische und afrikanische Dancemoves ausgetauscht und bis in den Morgengrauen gefeiert.

 

Johannesburg Stadt

 

Jetzt, da die Zeit hier in Johannesburg zu Ende geht, muss ich sagen, dass die Stadt viele positiven aber auch negativen Seiten hat. Einerseits gibt es immer noch große Probleme, was Kriminalität und Armut angeht, andererseits sind die Leute sehr gastfreundlich und weltoffen. Auch das Rassenproblem ist noch nicht ganz vom Tisch und ich merke auch im Gespräch, dass es hier für die Südafrikaner noch einiges aufzuarbeiten gibt. Jedoch wurde ich hier als Weißer zu keinerlei Zeitpunk angefeindet oder ähnliches. Ich kann jedem nur empfehlen Johannesburg zu besuchen. Natürlich ist es keine klassische touristische Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, jedoch macht man hier kulturelle und persönliche Erfahrungen, die ich nicht vergessen werde. 

Nächste Woche geht es dann mit Bazbus weiter zu den Drakenbergs. Ich bin froh endlich aus der überfüllten Stadt raus zu kommen und die einzigartige Natur von Südafrika zu erkunden.

 

Ich hört von mir!

Datei ENERGYTraveller_IV_AmandlaMaphalala_Webseite.mp4
Interview mit Amandla Maphalala vom Hostel Once in Johannesburg

Südliche Drakensberge  -  der Lehrer lernt am meisten!

Seit einigen Tagen befinde ich mich in der Sani Lodge, die sich auf meiner letzten Station in den Drachenbergen befindet. Die Lodge liegt am Fuße des massiven Sanipasses, der seinesgleichen sucht. Die Natur ist auch hier unglaublich schön, überall sind Affen zu sehen, Bergkatzen laufen über die Straßen und das Alles in einer saftig grünen Berglandschaft.

 

  • Sani Lodge
  • Aussicht Sani Lodge vom Fahrzeug aus
  • Chris im Auto
  • Kwapitela Primary School Hof
  • Kwapitela Primary School Container
  • Gruppenbild Kwapitela Primary School

Da es außer Bergen und ein paar Affen hier nicht viel gibt, unterstützt die Sani Lodge die naheliegenden Dörfer und bietet auch den Gästen an, ein paar Tage in der Kwapitela Primary School zu arbeiten. Russel, der Besitzer der Lodge, hat auch mich gefragt, ob ich nicht an diesem Projekt teilnehmen möchte, um für ein paar Tage Englisch zu unterrichten. Natürlich war ich am Start. 

 

Etwa sechs Kilometer von der Lodge entfernt, ist die Schule von einer unglaublich schönen Kulisse umgeben, gelegen. Die Schule ansich, ist leider sehr runtergekommen. Die Fenster sind eingeschlagen, wenn es denn überhaupt Fenster gibt. Die Schüler haben kaum Unterrichtsmaterial - und einen Lehrplan oder ähnliches scheint es hier nicht wirklich zu geben. 

 

Als ich das Schulgelände betreten habe, wurde mir die Lehrerin vorgestellt. Sie meinte einfach nur: "Hi Chris, dort hinten im Klassenzimmer warten deine Kinder. Ciao." Und ich dachte mir: "Was???" Natürlich war ich nicht vorbereitet, 10 Schüler ganz alleine für drei Tage zu betreuen. Naja, als ich dann das Klassenzimmer betreten habe, fand ich reinstes Chaos vor. Die Schüler waren zwischen 11 und 15 Jahre alt, tanzten auf den Schulbänken und waren nur sehr schwer zu bändigen. ;-)

 

Nach einigen strengen Worten meinerseits, habe ich gemerkt, dass sich die Kids sehr schwer tun, sich länger als 30 Minuten zu konzentrieren. Aber mir ist auch aufgefallen, dass die Kinder während Stillarbeit immer wieder gesungen haben. Also habe ich entschlossen, immer nach 30 Minuten eine kurze Singpause einzulegen, was ziemlich cool war. Auf einmal waren die Kids wie ausgetauscht: konzentriert, organisiert und hatten richtig Bock mitzumachen.

 

Datei Drachenbergen_MandelaSong_KwapitelaPrimarySchool.mp4
Chris singt mit den Schülern der Kwapitela Primary School

 

Ich war am Ende des Tages fix und fertig. Meine Stimme war kaum mehr existent und ich bin um 19:30 Uhr tot ins Bett gefallen. ;-)

Dennoch möchte ich diese Erfahrung wirklich nicht missen. Die Kids sind einfach nur der Hammer, wenn man mal berücksichtigt, unter was für Bedingungen sie hier aufwachsen. Ich glaube, dass ich in diesen drei Tagen mehr von den Kids gelernt habe, als sie von mir. Ich sage an dieser Stelle einfach nur Danke an die Sani Lodge und der Kwapitela Primary School!


 

Lesotho - Mythen und Traditionen

Noch nicht einmal zwei Wochen in Südafrika, betrete ich schon wieder ein neues Land: Lesotho! "Where the fuck is Lesotho???", hab ich mich zumindest gefragt, als ich das erste Mal von diesem Land gehört habe. Lesotho ist eines der ursprünglichsten und ärmsten Länder der Welt und liegt als Enklave eingebettet in Südafrika. Außerdem ist Lesotho, ausgehend vom niedrigsten Punkt des Landes, welches auf ca. 1.400 Meter liegt, das höchstgelegende Land der Welt. Logischerweise liegt das Land mitten in den Bergen und die Landschaft ist der Hammer, vorausgesetzt man steht auf Berge.

 

Chris in Lesotho an einer Klippe

Als ich die Landesgrenze überschritten habe, wenn man das überhaupt Grenze nennen kann, hatte ich das Gefühl, ich betrete eine andere Welt. Es gibt kaum mehr Strom oder fließend Wasser und ohne Allrad brauchst du hier gar nicht erst aufmarschieren, weil du dir nach spätestens zwei Kilometern die Ölwanne aufgerissen hast.

 

Chris in Lesotho mit GoPro und Ackerbau

Ich habe ein kleines Dorf im Norden des Landes besucht. Die meisten Einheimischen leben hier in traditionellen Rundhäusern, die sie meist selbst gebaut haben. Eigentlich ist ein rundes Haus mehr als unpraktisch, da man sehr viel Platz verschwendet, jedoch glauben die Menschen hier, dass sich in den Ecken eines Hauses böse Geister verstecken könnten.

 

Da ich einen Guide dabei hatte, sind wir relativ schnell mit den Einheimischen ins Gespräch gekommen. Nach einem kurzen Gespräch hat mich ein Dorfbewohner gefragt, ob ich nicht den Medizinmann namens Sejmo im Dorf kennenlernen möchte, was ich natürlich auf keinen Fall ausschlagen wollte.

 

Als ich in das Rundhaus von Sejmo gegangen bin, hat er schon sitzend auf dem Boden auf mich gewartet. Er hatte lauter kleine Glocken und einige Talismänner umgehangen, die ihn von bösen Geistern beschützen sollen. Mir ist außerdem aufgefallen das Sejmo barfuß unterwegs war, was mich etwas gewundert hat, da es ziemlich kalt war. Aber mein Guide hat mir dann erklärt, dass ein Heiler keine Schuhe tragen darf, da er immer mit der Erde und somit auch mit seinen Vorfahren in Kontakt bleiben muss.

 

Sejmo hat natürlich mitbekommen, dass ich etwas verwundert über sein Outfit war und hat mir daraufhin einen kleinen Einblick über das Dasein eines Medizinmannes in Lesotho gegeben.

Chris mit Medizinmann Sejmo

Dorf in Lesotho

Alles begann bei Sejmo mit einer Vision in der Schule, als er vorhersehen konnte, dass einer seiner Verwandten bald sterben wird. Seitdem wussten seine Familie und er, dass er die Gabe des Heilens in sich trägt. Folglich hat er seine Schule abgebrochen und hat das Praktizieren von anderen Medizinmännern erlernt. Das Ritual des Heilens beginnt immer mit dem Brauen eines Tranks, den der Heiler im Anschluss zu sich nimmt. Dabei fällt er in eine Art Trance, in der er die Schmerzen des Patienten nachfühlen kann. In diesem Zustand tritt er dann auch mit seinen Vorfahren in Kontakt, die ihm einen Rat geben, wie er den kranken Dorfbewohner behandeln soll.

 

Also wie ihr seht, brauchst du in Lesotho keine Überweisung, weil der Medizinmann genau weiß, was du hast. Blöd, wenn man mal blau machen will... ;-) Trotz dieser abgefahrenen Methoden, hat Sejmo einen recht seriösen Eindruck gemacht. Er hat auch klargestellt, dass er weder Tuberculose, HIV, Gelbfieber noch Knochenbrüche behandeln kann und schickt diese Fälle auch direkt ins Krankenhaus. Da aber das nächste Krankenhaus über vier Autostunden entfernt ist, wenden sich die Leute zunächst an Sejmo, was ja auch irgendwie nachvollziehbar ist...


 

Plattelnde Afrikaner

Zurück in Südafrika, fühlt es sich so an als hätte ich ein neues Land betreten. Ich habe nämlich das Zulu-Land und somit auch die raue Berglandschaft verlassen und habe das Land des Xhosa Stammes betreten. Seit einige Tagen bin ich an der schroffen "Wild Coast" von Südafrika angekommen und lasse mich seitdem jeden Morgen vom Meeresrauschen und Vogelgezwitscher aufwecken. Neben der Vegetation und der Landschaft, hat sich auch die Kultur geändert, weshalb ich gerne auch hier mit den Einheimischen in Kontakt treten wollte, um mehr über die Xhosa zu erfahren.

 

Südafrika Wild Coast

Gestern bin ich also dann mit meinem Guide in ein kleines Dorf in der Nähe von Mthatha gefahren, um eine Familie zum Abendessen zu besuchen. Als ich in der Dämmerung im Dorf ankam, waren auch schon die Nachbarfamilien anwesend. Das Rundhaus war also recht voll und die Leute haben schon auf mich gewartet. Alle wussten Bescheid, dass heute der deutsche Tourist vorbeikommt und entsprechend wurde ich auch behandelt. Das Essen war schon fertig, ich wurde hofiert wie ein Prinz und musste natürlich keinen Finger rühren. Wir haben gemeinsam gegessen und nachdem wir fertig waren, sind einige Frauen aufgestanden und haben traditionelle Kleider und Schmuck angelegt, Trommeln geholt und für mich getanzt. Versteht mich jetzt nicht falsch, denn es war wirklich sehr schön und interessant, aber ich finds ja immer ein bisschen komisch, wenn die Einheimischen wegen eines Touristen anfangen zu tanzen und eine Show abziehen. Natürlich hab ich nichts gesagt, da ich jetzt auch nicht unhöflich rüberkommen wollte. Im Anschluss war die Stimmung recht steif und ich hatte auch null Zugang zu den Leuten, da ich das Gefühl hatte, dass der Dialog in diesem Moment nicht auf Augenhöhe war und ich einfach nur als Tourist angesehen wurde und nicht als Individuum. 

 

Dann habe ich mir gedacht: "Scheiß drauf! Du musst hier jetzt irgendwie das Eis brechen, wenn du heute noch mit den Familien connecten möchtest." Was ihr vielleicht nicht wisst, ist dass ich in meiner Kindheit einige Jahre im Trachtenverein war und dort das "Platteln" gelernt habe. Also bin ich aufgestanden, hab den Afrikanern in die Augen geschaut und gesagt: "If you dance for me, I dance for you!" Auf einmal war in der Hütte kein Ton mehr zu hören. 25 Afrikaner haben mich mit großen weißen Augen angeschaut und wussten gar nicht was jetzt abgeht. Mein Guide hat entsprechend übersetzt, dass ich nun gerne im Gegenzug auch meine Kultur und meine traditionellen Tänze zeigen möchte, was sie glaube ich ziemlich cool fanden. Also bin ich in die Mitte des Rundhauses gegangen und habe einen typisch bayerischen Plattler hingelegt.

 

Ich sag's euch... Als ich den letzten Schlag auf den Oberschenkel aufgesetzt habe, sind alle aufgestanden und wollten sofort mitmachen. The roof was on fire!!!! Und das war natürlich ein Bild für die Götter, 25 Afrikaner versuchen zusammen mit mir zu Platteln... in einem traditionellen Rundhaus... irgendwo in Afrika.

 

Wir haben im Anschluss getanzt bis die Oberschenkel gebrannt haben und das Eis war definitiv gebrochen! Wundert euch also bitte in Zukunft nicht, falls ihr hier in der Gegend sein solltet und an der einen oder anderen Ecke plattelnde Afrikaner antreffen solltet. Das geht auf meine Kappe! ;-)

 

Datei Platteln_GermanShow.mp4
Chris beim Platteln

 

Datei AfricanShow_Tanz.mp4
Afrikaner tanzen für Chris

Ihr hört von mir...

Chris


 

True Colours - Arts to Uplift Project

Ich habe ja schon hin und wieder von der Armut hier in Südafrika berichtet, aber vor kurzem habe ich von einem Projekt erfahren, dass mit dem Thema Armut in Townships anders umgeht, als die meisten anderen Hilfsorganisationen. Meist werden Hilfsmittel, Lebensmittel oder sonstige materielle Dinge gespendet, damit die Leute im betroffenen Township ein bisschen besser leben können. Jedoch fand Luc, der Gründer von true colours - ART to uplift, das Ganze oft nicht besonders nachhaltig, weshalb er einen anderen Ansatz verfolgt.

 

Luc ist ein Künstler aus Südafrika, Surflehrer und Rastafari, der bereits in einigen Kinderhilfsorganisationen im Kongo und Syrien gearbeitet hat, bevor er das "true colours - ART to uplift Projekt" ins Leben rief. Die Idee, die Luc verfolgt, ist im ersten Moment nicht leicht nachzuvollziehen. Als ich ihn das erste Mal getroffen habe und er mit seinen langen blonden Dreadlocks vor mir stand und mir das Township gezeigt hat, hatte ich null Ahnung, was das Ganze eigentlich soll. Luc veranstaltet regelmäßig Workshops mit Kindern aus den Townships und bemalt dabei die Wände der Wellblechhütten mit Blumen. Im ersten Moment hatte ich kein besonders gutes Gefühl, als ich mit den Kids gemalt habe. Klar, es war lustig und schön, aber als ich die zum Teil sehr dünnen Kinder mit löchrigen Klamotten gesehen habe, hätte ich das investierte Geld lieber für Essen und Klamotten ausgegeben, statt für Farben zum Malen. Umso mehr Zeit ich jedoch mit Luc, den Bewohnern des Slums und den Kindern verbracht habe, umso klarer wurde mir, was Luc mit seinem Projekt eigentlich bezwecken will.

 

Viele soziale Projekte haben einen tollen Ansatz, sind jedoch nicht sonderlich nachhaltig. Das "true colours"-Projekt soll hingegen der Funke sein, der das Feuer entzündet. Ich stand ewig auf dem Schlauch, wie Luc mit ein paar Blumen an Hauswänden nachhaltig den Bewohnern des Slums helfen will, aber als ich dann die leuchtenden Augen der Kinder gesehen habe, die so stolz waren, ein Kunstwerk zu malen - als ich die Leute gesehen habe, die jeden Tag an den Häusern vorbeigingen und die bunten Farben in dem tristen Umfeld betrachteten und lächelten, hab sogar ich irgendwann verstanden, was das Projekt bezwecken soll. Es geht im Kern gar nicht darum, die Kinder zu beschäftigen oder die Umgebung zu verschönern, sondern vielmehr darum, Freude, Stolz und ein Gemeinschaftsgefühl im Township zu schaffen, sodass Leute beginnen, Initiative zu ergreifen und zu sehen, dass man mit kleinen Mitteln den Kindern und der gesamten Community helfen kann.

In den letzten Tagen, als ich im Township war, haben sich einige Einheimische bei Luc und seinen Freunden gemeldet, die sich auch mehr in die Gemeinschaft einbringen wollen. Unter anderem hat ein Supermarktbesitzer angeboten, täglich eine warme Mahlzeit an die Kinder auszugeben oder andere Künstler wie Sakumzi vom "Hand in Hand"-Projekt, möchten weitere Kunstprojekte mit den Kindern umsetzen. Genau das ist es, was Luc mit seinen Projekten bezwecken wollte - ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen.

 

Nachdem ich nun Port Elisabeth verlassen habe und weiter darüber nachdenke, finde ich das Projekt richtig klasse und hoffe, dass Luc, Nwabisa und Sakumzi auch in Zukunft weitere Blumen in den verschieden Vierteln von Motherwell pflanzen können, die dann hoffentlich weiterhin wachsen und gedeihen werden.

  •  true colours – ART to uplift
  •  true colours – ART to uplift
  •  true colours – ART to uplift
  •  true colours – ART to uplift

 

Leider muss man sagen, dass das ganze Projekt im Moment noch auf sehr kleiner Flamme läuft, da Luc außer von Spenden der Reisenden keinerlei finanzielle Unterstützung erhält. Den Rest bezahlt er aus eigener Tasche. Falls aber ihr aktiv werden wollt und das Projekt kennenlernen oder gar besuchen wollt, dann kontaktiert Luc, der euch gerne unter luc.truecolours@gmail.com oder auf facebook all eure Fragen beantworten wird und für jegliche Hilfe mehr als dankbar ist. Um euch einen noch besseren Eindruck vom Projekt zu geben, habe ich ein kleines Interview mit Nwabusi und Sakumzi geführt, welches du dir hier gerne mal reinziehen kannst:

Videoteaser

Datei Interview - Nwabisa Badis true colours.mp4
Interview: Nwabisa Badis von True Colours


Bucket List Ist Bucket List - Momente, die einem den Atem rauben

Vor meiner Reise habe ich mir eine kleine Bucket List zusammengeschrieben, was ich gerne so erleben möchte. Natürlich dürfen da Sachen wie Fallschirmsprung, Cage Diving, Shark Diving oder Bungee Jumping nicht fehlen. So eine Bucket List ist ehrlich gesagt recht schnell geschrieben, aber diese dann umzusetzen ist nochmal ein ganz anderes Ding. Es gibt ja keinen konkreten Plan, wann man was machen möchte, aber hin und wieder ergeben sich dann doch spontane Möglichkeiten, gewisse Punkte der Bucket List in die Realität umzusetzen.

 

Vor kurzem habe ich einen kleinen Trip in den Tsitiskamma National Park unternommen. Eigentlich wollte ich nur 'ne Runde wandern und kajaken gehen... Also eigentlich nur ein paar entspannte Tage in der Natur verbringen. Doch dann hat sich das Ganze doch recht schnell anders entwickelt. Nachdem ich den Tag im Nationalpark verbracht habe, habe ich mir nichtsahnend mein wohlverdientes Feierabendbier im Hostel gegönnt und dabei ein paar Franzosen kennengelernt. Nachdem ich mich nach ihren Plänen in den kommenden Tagen erkundigt habe, haben sie mir erzählt, dass sie eigentlich nur wegen einer Sache hier sind: Sie wollen einen Bungee Jump von der Bloukrans Bridge machen. Okay... ich mein, man packt ja so einige Sachen auf seine Bucket List, aber als ich dann gecheckt habe, dass jetzt die Möglichkeit besteht, an einem Seil von einer Brücke zu springen, bin ich doch nochmal ganz schön ins hadern gekommen. Aber Bucket List ist Bucket List und ich wollte das auf jeden Fall durchziehen... also Bungee Jump gebucht, Taxi bestellt, Tequila getrunken und circa zehn Stunden später stand ich dann auf einer 216 Meter hohen Brücke mitten in Südafrika.

 

Weil ich ja noch nicht aufgeregt genug war, kam dann gleich der nächste Schock. Mir hat nämlich niemand gesagt, dass das die höchste Bungee Jump Brücke der ganzen verdammten WELT ist. Alter Verwalter, da musste ich erstmal schlucken. Aber Bucket List ist Bucket List und da musste ich dann wohl durch. Die Aussicht von dort oben war wirklich einmalig: Ein breites Tal aus dichtem, grünen Wald, in der Mitte ein dunkelblauer Fluss, der sich durch das Gebirge schlängelt und langsam ins Meer mündet. Aber all das konnte ich gar nicht so richtig wahrnehmen, weil ich wusste, dass ich da jetzt gleich runter springen muss. Und dann interessiert dich ehrlich gesagt die wunderschöne Landschaft erstmals einen Scheißdreck.

 

Dann stehst du da, deine Beine an ein Seil gebunden, deine Zehenspitzen schon über der Absprungkante und du bei weitem noch nicht bereit, über 200 Meter in die Tiefe zu springen. Aber wenn du einmal da oben stehst gibt es kein zurück mehr. 3, 2, 1... Sprung! Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, aber die ersten Sekunden im freien Fall konnte ich keinen einzigen Laut aus meiner Kehle pressen. Du denkst dir einfach nur SCHEISSSSSEEE. Bis zu dem Moment der Erleichterung, als du dann das Seil an deinen Beinen spürst, dass dich langsam abfängt. Dann habe ich einfach nur gebrüllt, was das Zeugt hält. 

 

Nach wenigen Minuten war ich dann wieder oben auf der Brücke, aber ein ganz anderer Mensch als zuvor. Erleichtert, zufrieden, voller Glücksgefühle und mit einem Lächeln im Gesicht, dass mir an diesem Tag keiner mehr nehmen konnte. Wir sind anschließend sofort wieder in die Bar und haben uns auf diesen Schock nochmals einen Tequila gegönnt.

 

Datei ENERGYTraveller_BungeeJump.mp4
ENERGY Traveller Chris beim Bungee Jump

 

Also Jungs und Mädels.... Bucket List ist Bucket List. Also zieht es durch, es lohnt sich! Ich check jetzt erstmal, wo ich hier in der Nähe Sharkdiving gehen kann. ;-)

 

Wir hören uns....


 

Life is a beach

Mittlerweile bin ich schon fast einen Monat in Südafrika. Jeder Tag war bisher einmalig, aber die ganzen Eindrücke, die man erlebt, können auf Dauer auch schon mal etwas schlauchen. Derzeit bin ich in Jeffreys Bay, dem Surferparadies in Südafrika. Es ist offensichtlich, dass sich hier alles ums Surfen dreht - jeder läuft in Boardshorts durch die Gegend, ist braun gebrannt und gut gelaunt. Aber auch kein Wunder: Wenn du täglich vom Rauschen der Wellen geweckt wirst, ständig eine leichte salzige Meeresbrise in der Luft hängt und du schon vor dem Frühstück den Sand zwischen den Zehen spürst, kann dir keiner mehr den Tag versauen.

Jeffreys Bay in Südafrika

Jeffreys Bay in Südafrika

Um ein bisschen Kohle zu sparen, habe ich in einem Hostel angefragt für Kost und Logis zu arbeiten. Gemacht, getan... ab sofort der neue Mann an der Rezeption! Unterkunft und Surfboard for free und ein paar Stunden Arbeit haben ja noch keinem geschadet. Es fühlt sich gut an, endlich mal Freundschaften für länger als nur 3 - 4 Tage zu schließen, Locals besser kennenzulernen und bekannte Gesichter auf der Straße zu treffen. Auch wenn ich vermutlich nur ein paar Wochen hier bin, ist es top, endlich mal wieder eine Base zu habe, von der man die Umgebung erkunden kann.

 

Natürlich hab auch ich meinen Hintern aufs Surfbrett geschwungen und die verschiedenen Spots hier in Jeffreys Bay ausprobiert. Auch wenn ich nicht der beste Surfer bin, macht es unglaublich Laune, den ganzen Tag am Meer und im Wasser zu verbringen. Eines lässt mir jedoch keine Ruhe - und zwar das Thema Haie. Jedes Mal, wenn ich ins Wasser gehe und einen dunklen Schatten sehe, habe ich im irgendwo im Hinterkopf, dass das eventuell ein Hai sein könnte. Zu 99 Prozent sind es zwar nur Steine, trotzdem stresst mich das Ganze schon hin und wieder ein bisschen. Vorgestern hatte ich dann kurzzeitig tatsächlich eine kleine Panikattacke. Ich saß auf meinem Surfbrett und habe mal wieder einen relativ großen Schatten im Wasser gesehen. Diesmal hat er sich aber ziemlich schnell bewegt. Offensichtlich war es ein großer Fisch und natürlich bin ich davon ausgegangen, dass es ein Hai war! FUCK! Als dann auch noch eine Flosse aus dem Wasser ragte, wusste ich wirklich nicht mehr was ich machen soll. Paddeln?? Aufs Brett und nicht bewegen? Kämpfen? Keine Ahnung! Gott sei Dank waren auch noch ein paar andere Surfer im Wasser, die relativ schnell gecheckt haben, dass ich mehr als nur unentspannt war und haben dann einfach nur geschrien: "Dude, just dolphins, bru!"

Chris beim surfen am Jeffreys Bay

Shark Rescue Kit

Was, Delfine? Beim Surfen? Dann habe ich bemerkt, dass wir in diesem Moment mitten in einem Schwarm Delfine auf unsere nächste Welle warteten. Natürlich war ich erstmal erleichtert, war aber immer noch ziemlich überfordert mit der Gesamtsituation. Nach einigen Minuten kam dann die Euphorie - surfen mit Delfinen - wie geil ist das denn? Die Delfine waren sicherlich eine halbe Stunde bei uns und haben mit uns gechillt. Es war schon fast eine surreale Situation, aber eine ziemlich geile Nummer muss ich sagen. Also wie ihr seht, kann man es hier ganz gut aushalten. Ich werde die nächsten zwei bis drei Wochen vorerst hier bleiben und vermutlich die unzähligen Nationalparks in der Umgebung unter die Lupe nehmen! Und hoffentlich mal wieder mit meinen neuen Delfinbuddys abhängen.

 

Ich melde mich auf jeden Fall nächste Woche wieder! Haut rein!


 

Zeit für eine Safari!

Ja, was soll ich sagen...jetzt bin ich schon seit fast zwei Monaten hier in Afrika und habe noch keine einzige Safari gemacht. Das muss sich natürlich ändern. Darum habe ich mal gecheckt, was man hier in der Nähe so anstellen kann und bin dabei auf den Addo Elephant Park gestoßen. Der Park ist zwar recht klein, aber man darf die Safari auf eigene Faust machen, was ich ja schon wieder ganz cool fand.

 

Da ich kein Auto habe, musste ich mir hier erstmal was mieten. Natürlich hätte ich mir gerne einen Geländewagen ausgeliehen, aber das mit dem Reisebudget ist ja immer so ne Sache, weshalb es leider nur für 'nen Kleinwagen gereicht hat. Aber wer kann schon behaupten, eine richtige Safari mit einer Knutschkugel gemacht zu haben. Ich fand mein Auto auf jeden Fall super und hab ihm auch gleich einen Namen gegeben: Herbert. Am nächsten Tag habe ich dann Herbert vollgetankt und im Morgengrauen ging's dann auch schon los.

 

Pünktlich zum Sonnenaufgang bin ich im Nationalpark angekommen. Als erstes bekommt man eine kleine Einweisung vom Ranger, was man machen kann und was man eher lassen sollte. Um ehrlich zu sein, hab ich nur die Hälfte verstanden, aber es hat sich sowieso eher angefühlt wie die Sicherheitseinweisungen im Flugzeug. Weder die Stewardessen noch die Passagiere haben Bock drauf, aber Vorschrift ist nun mal Vorschrift. Jedes Fahrzeug wird im Anschluss auch auf Waffen kontrolliert, da Wilderei leider immer noch ein großes Problem in Südafrika ist. Als wir dann aber vor die Tür gingen und der Ranger meinen kleinen Flitzer gesehen hat, hat er gelächelt und gemeint, dass er keine Bedenken habe, dass ich auf Großwildjagd gehen werde. Also durfte ich endlich in den Park fahren.

 

Ziemlich geil... Da saß ich nun in meinem Gefährt, im Rückspiegel der Sonnenaufgang, der den Horizont rot einfärbte, vor mir die unendlich weiten, grünen Ebenen von Südafrika und eine vielfältige Tierwelt, die nur darauf gewartet hat, von Herbert und mir erkundet zu werden. 

 

Ich habe ja noch nie eine Safari gemacht und dementsprechend saß ich dann auch im Auto wie ein aufgeregtes Kleinkind am ersten Schultag. Hektisch habe ich alle paar Sekunden rechts und links aus dem Fenster geschaut und nach exotischen Tieren Ausschau gehalten. Leider war es in der ersten halbe Stunde sehr ernüchternd... Außer ein paar Vögel und Warzenschweine hab ich nichts gesehen. Die Büsche und der Wald wurden zudem immer dichter, weshalb man außer der Straße eigentlich kaum etwas erkenne konnte, was bei einer Safari ja eher nicht so geil ist. Naja, Herbert und ich sind aber tapfer immer weiter durch die Büsche von Südafrika getuckert, bis ich einen kleinen Seitenpfad entdeckt habe, in den wir dann auch abgebogen sind. Direkt nach der Kurve stand dann auf einmal tatsächlich eine fette Herde Elefanten direkt vor meiner Stoßstange. 

 

Ich sag's euch: Es ist echt ein krasses Gefühl, wenn du in 'nem verrosteten alten Kleinwagen sitzt und neben dir ein sechs Tonnen schwerer und drei Meter hoher Elefant vorbeiläuft. Die 1cm Zentimeter dicke Glasscheibe, die dich von diesem gigantischen Tier trennt, vermittelt dir in diesem Moment nicht unbedingt das Gefühl von Sicherheit. Du schaust aus dem Fenster und kannst sogar die feinen Falten in der ledrige Haut erkennen und das tiefe Atmen der Kollose hören. Trotz der Größe schleichen die Elefanten schon fast geräuschlos über den Boden und strahlen eine unglaubliche Ruhe aus. Es war einfach nur beeindruckend einem solch imposanten Tier so nahe zu kommen. 

 

Im Laufe des Tages habe ich dann auch noch die restliche Tierwelt vom Addo Elephant Park begutachten können. Für mich war die Vielfalt und die Harmonie, die die Tiere ausstrahlen, einfach wahnsinnig faszinierend. Es ist schwierig, das Ganze in Worte zu fassen, aber ich kann euch garantieren, dass das nicht die letzte Safari war, die ich hier in Afrika gemacht habe. 

 

Bevor es jetzt aber zur nächste Wildtiersafari geht, mach ich mich erstmals langsam wieder mit dem Bazbus auf den Weg. Ihr hört von mir!

  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park
  • ENERGY Traveller Chris im Addo Elephant Park

 

 

Autor: 
kk--
_self

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