ENERGY Traveller

Hi, ich bin Chris... und habe gerade meinen Job an den Nagel gehängt, meine Möbel verkauft und das erste Oneway-Tickets in meinem Leben gebucht. Gute Idee? Keine Ahnung! Verfolge es in meinem ENERGY Traveller Blog - wöchentlich neu bei "Karens Nacht Ab Acht" und natürlich HIER.

Südliche Drakensberge  -  der Lehrer lernt am meisten!

Seit einigen Tagen befinde ich mich in der Sani Lodge, die sich auf meiner letzten Station in den Drachenbergen befindet. Die Lodge liegt am Fuße des massiven Sanipasses, der seinesgleichen sucht. Die Natur ist auch hier unglaublich schön, überall sind Affen zu sehen, Bergkatzen laufen über die Straßen und das Alles in einer saftig grünen Berglandschaft.

 

  • Sani Lodge
  • Aussicht Sani Lodge vom Fahrzeug aus
  • Chris im Auto
  • Kwapitela Primary School Hof
  • Kwapitela Primary School Container
  • Gruppenbild Kwapitela Primary School

 

Da es außer Bergen und ein paar Affen hier nicht viel gibt, unterstützt die Sani Lodge die naheliegenden Dörfer und bietet auch den Gästen an, ein paar Tage in der Kwapitela Primary School zu arbeiten. Russel, der Besitzer der Lodge, hat auch mich gefragt, ob ich nicht an diesem Projekt teilnehmen möchte, um für ein paar Tage Englisch zu unterrichten. Natürlich war ich am Start. 

 

Etwa sechs Kilometer von der Lodge entfernt, ist die Schule von einer unglaublich schönen Kulisse umgeben, gelegen. Die Schule ansich, ist leider sehr runtergekommen. Die Fenster sind eingeschlagen, wenn es denn überhaupt Fenster gibt. Die Schüler haben kaum Unterrichtsmaterial - und einen Lehrplan oder ähnliches scheint es hier nicht wirklich zu geben. 

 

Als ich das Schulgelände betreten habe, wurde mir die Lehrerin vorgestellt. Sie meinte einfach nur: "Hi Chris, dort hinten im Klassenzimmer warten deine Kinder. Ciao." Und ich dachte mir: "Was???" Natürlich war ich nicht vorbereitet, 10 Schüler ganz alleine für drei Tage zu betreuen. Naja, als ich dann das Klassenzimmer betreten habe, fand ich reinstes Chaos vor. Die Schüler waren zwischen 11 und 15 Jahre alt, tanzten auf den Schulbänken und waren nur sehr schwer zu bändigen. ;-)

 

Nach einigen strengen Worten meinerseits, habe ich gemerkt, dass sich die Kids sehr schwer tun, sich länger als 30 Minuten zu konzentrieren. Aber mir ist auch aufgefallen, dass die Kinder während Stillarbeit immer wieder gesungen haben. Also habe ich entschlossen, immer nach 30 Minuten eine kurze Singpause einzulegen, was ziemlich cool war. Auf einmal waren die Kids wie ausgetauscht: konzentriert, organisiert und hatten richtig Bock mitzumachen.

 

Datei Drachenbergen_MandelaSong_KwapitelaPrimarySchool.mp4
Chris singt mit den Schülern der Kwapitela Primary School

 

Ich war am Ende des Tages fix und fertig. Meine Stimme war kaum mehr existent und ich bin um 19:30 Uhr tot ins Bett gefallen. ;-)

Dennoch möchte ich diese Erfahrung wirklich nicht missen. Die Kids sind einfach nur der Hammer, wenn man mal berücksichtigt, unter was für Bedingungen sie hier aufwachsen. Ich glaube, dass ich in diesen drei Tagen mehr von den Kids gelernt habe, als sie von mir. Ich sage an dieser Stelle einfach nur Danke an die Sani Lodge und der Kwapitela Primary School!


 

 

WAS CHRIS BISHER ERLEBT HAT:

 

Die richtige Entscheidung?

Um ehrlich zu sein, mache ich mir gerade kurz vor der Reise ziemlich in die Hose und frage mich täglich, ob das die richtige Entscheidung war. Aber meist bereut man ja doch diejenigen Sachen in seinem Leben, die man nicht gemacht hat. Also auf geht's zur Weltreise!

 

Die Entscheidung, irgendwann mal eine Weltreise zu unternehmen, ist bereits vor einigen Jahren gefallen. Es war schon immer ein Lebenstraum von mir länger zu verreisen, jedoch gab es in der Vergangenheit immer genügend Gründe die Reise zu verschieben. Entweder eine Beförderung im Job oder ich war der Meinung, dass ich mir solch eine Auszeit nicht leisten kann. Jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass es sich meist doch um Ausreden gehandelt hat. Ich bin nämlich mittlerweile davon überzeugt, dass jeder solch eine Reise machen kann - man muss nur den ersten Schritt wagen.

  • Chris in Bangkok (Thailand)
  • Chris beim Glacier Gray (Chile)
  • Chris in Torbole (Italien)
  • Chris beim feiern in Buenos Aires (Argentinien)
  • Chris in Paris (Frankreich)

 

 

Es bedarf sicherlich einiger Vorbereitung und man sollte eine Weltreise nicht übers Knie brechen. Meine Entscheidung, diese Reise zu begehen, ist Anfang des Jahres gefallen, als ich mich überwunden hatte zur ersten Impfberatung zu gehen. Einige Impfungen dauern bis zu sechs Monate, weshalb eine vernünftige Vorbereitung auf jeden Fall von Nöten ist. Nachdem ich jetzt wirklich auch Job und Wohnung gekündigt und die ersten Nächte in Belgrad und Johannesburg gebucht habe, kann ich es kaum erwarten endlich loszulegen!

 

Auch wenn es nicht ganz ohne Vorbereitungen geht, habe ich, was die Reiseroute angeht, jegliche Flexibilität offen gelassen. Bis auf die ersten zwei Flüge und Hotelübernachtungen ist noch nichts gebucht. Ich will mich treiben lassen, spontane Möglichkeiten und Gelegenheiten wahrnehmen, Land und Leute kennenlernen.

 

Der erste Schritt ist also gemacht und ich freue mich tierisch euch an meinen Abenteuern und Erfahrungen teilhaben zu lassen. Falls ihr Fragen zu meiner Weltreise oder den damit verbundenen Vorbereitungen habt, dann schaut doch gerne mal wieder vorbei oder schreibt auf Instagram (@waibelschrischtian).

 

Ihr hört von mir...

Chris

Ich packe meinen Koffen und nehme mit...

Ich persönlich mag es nicht, sonderlich für den Urlaub zu packen und meist passiert das bei mir auf den letzten Drücker. Diesmal dachte ich mir aber, es wäre sicherlich nicht verkehrt bei einer Weltreise mit ungewisser Route ein bisschen mehr Vorlauf einzuplanen. Also habe ich schon einmal eine Probe-Pack-Action gestartet.

 

Das Ergebnis war sehr ernüchternd... die Hälfte hat nicht reingepasst und der Backpack war knallvoll. Aber als ich mir dann den Inhalt genauer betrachtete, habe ich festgestellt, dass ich doch auf einige Sachen, wie zum Beispiel dünne Handschuhe oder spezielle Trekkinghosen verzichten kann.

Der Backpack von Chris

Einzelteile für den Backpack von Chris

Im zweiten Versuch bin ich etwas anders vorgegangen und habe zunächst die unerlässlichen Sachen eingepackt (Kulturbeutel, 5 Shirts, 4 Hosen, Taschenmesser, usw.) und von meinem Vielleicht-Stapel ergänzt. 

 

Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich bei jedem Urlaub doch viel zu viel Sachen mitnehme. Als ich beispielsweise 2012 für 6 Monate nach Südamerika gereist bin, hatte ich eine Skihose dabei, falls ich in den Anden zum Boarden gehen möchte.... was für ein Idiot bin ich denn? Ich habe 6 Monate eine Skihose durch halb Südamerika getragen, die ich genau zwei Mal anhatte. 

Aber aus Fehlern lernt man ja, weshalb ich dieses Mal nur die essenziellen Sachen mitnehmen werde. Man muss nicht für jede Situation gewappnet sein und alles was man braucht, bekommt man auch vor Ort oder es wird einfach (wie so oft) improvisiert.

Belgrad - Die schwimmende Stadt der Jogginghosen

Meine eigene Weltreise sollte eigentlich in Johannesburg starten, jedoch haben einige meiner Freunde schon länger einen Trip nach Serbien geplant, weshalb ich mich spontan entschlossen habe mich dem Städtetrip nach Belgrad anzuschließen.  Auf den ersten Blick ist die Stadt nicht die Schönste. Es ist recht dreckig und das Stadtbild ist von vielen grauen und tristen Betonbunkern geprägt. Die Leute, die ich in den letzten Tagen hier kennenlernen durfte, sind zwar nicht unbedingt die freundlichsten, jedoch auf jeden Fall sehr authentisch.

 

Es kann also gut sein, dass der Kellner im Restaurant Jogginghose trägt, weil es einfach bequemer ist oder der Busfahrer an der Haltestelle vorbeifährt, wenn er jetzt keinen Bock auf eine Touristengruppe hat. Auch wenn es oft zu meinem Leidwesen war, finde ich so etwas ja schon fast wieder sympathisch. Die Menschen machen dir hier nichts vor und sind so, wie sie nun mal sind. 

 

Vorsicht ist außerdem bei den Taxifahrern geboten. Hier werden bei Touristen schnell einmal höhere Preise aufgerufen oder Geldscheine ausgetauscht. Wir haben beispielsweise dem Taxifahrer 2.000 Dinar gegeben und er hat danach felsenfest behauptet, dass es nur 200 waren. Nach längerer Diskussion haben wir dann den restlichen Betrag bezahlt, da wir wegen ein paar Euro jetzt kein Fass aufmachen wollten. 

 

Ein absolutes Highlight waren die Bars und Restaurants, die direkt in sogenannten Hausbooten auf der Donau gelegen sind. Hier den Sonnenuntergang bei einem kühlen Bier zu genießen bietet ein einmaliges Flair, welches ich so tatsächlich nur selten erlebt habe. Auch das Nachtleben hat einiges zu bieten. An jeder Ecke der Stadt und auf der Donau sind der Bass und Beats zu hören und wir mussten nur der Musik folgen, bis wir einen passenden Club gefunden haben. Für feierwütige Gruppen ist Belgrad also ein echter Geheimtipp.

 

  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)
  • Belgrad (Serbien)

 

Wer vor Ort Lust auf eine Bootstour hat, sollte auf ein kleines privates Boot gehen und nicht in die großen Touristenschiffe. Wir haben Milos kennengelernt, der uns direkt mit dem Boot von unserem Hausboot-Hostel abgeholt hat, was ziemlich cool war. Ich meine, wer wird schon mal mit dem Boot vom Hostel abgeholt?

 

Als Fazit kann ich sagen, das Belgrad sich für einen Zwischenstopp definitiv anbietet. Geschichtlich hat die durch zahlreiche Kriege geprägte Stadt einiges zu bieten, aber am besten eignet sich die Stadt letztendlich doch für einen Junggesellenabschied.

Mich persönlich hat die Stadt ehrlich gesagt nicht wirklich gepackt, aber wie so oft kommt es auf die Leute an, mit welchen man sich umgibt. Ich habe tolle Bekanntschaften vor Ort gemacht und hatte eine richtig gute Zeit mit meinen Jungs. Es war also ein gelungener Abschied von meinem Freundeskreis und der perfekte Übergang zur Weltreise.

 

Als nächstes geht's jetzt nach Johannesburg. Südafrika wird sicherlich nochmal eine ganz andere Nummer und ich bin schon sehr gespannt, was da auf mich zukommt.

 

Ihr hört von mir...


Johannesburg - Schwarz und Weiß

Mittlerweile bin ich schon beim zweiten Stop meiner Weltreise angelangt: Johannesburg! Bevor ich hier herkam, habe ich viele Horrorstories über Johannesburg gehört. Die Stadt sei sehr gefährlich und es gäbe viel bessere Städte, die man besichtigen könne. Nachdem ich nun doch schon einige Tage hier bin, muss ich sagen: Bullshit! Johannesburg ist zwar nicht die klassische Touri-Stadt, aber man kann hier auf jeden Fall krasse Erfahrungen und Erlebnisse mitnehmen.

Aufgrund der hohen Kriminalität und Armut in Johannesburg war ich sehr verunsichert, inwieweit ich mich hier frei bewegen kann und wie ich mich verhalten soll. Ich war sehr froh, dass ich während meiner Zeit im Hostel Once in Joburg untergekommen war, welches ich euch sehr empfehlen kann. Die Angestellten nehmen dich wirklich an die Hand und zeigen dir, was es heißt in Joburg zu leben. Selbst wenn du einkaufen gehen möchtest, gehen sie mit dir dort hin und zeigen dir auf dem Weg Möglichkeiten auf, was man hier noch machen könnte. Ich hab mich zu keinem Zeitpunkt meiner Reise unsicher gefühlt, da stets Locals vom Hostel dabei waren, die wussten wie der Hase läuft.

Johannesburg Gruppe

Township Johannesburg

Johannesburg Township Kiosk

Die ersten Tage habe ich hier die Townships angeschaut. Ich war mir ehrlich gesagt anfangs nicht sicher, ob es eine tolle Erfahrung sein wird, die Armut anderer Leute anzuschauen. Dem war aber Gott sei Dank nicht so. Sbu und Amanda haben mir teils zu Fuß und teils mit dem Rad unterschiedliche Townships und Stadtviertel gezeigt und ich muss sagen, es war wirklich eine intensive Erfahrung.

 

Wir sind mit den Einheimischen ins Gespräch gekommen und die Bewohner der Slums waren sehr gastfreundlich und weltoffen. Viele Stadtviertel erleben derzeit eine Renaissance und öffnen sich auch für Touristen, weshalb ich auch zu keinem Zeitpunkt Sicherheitsbedenken hatte (zumindest unter der Begleitung von Amanda und Sbu).

 

Trotz allem war ich oft sehr überfordert mit der Armut und den vorherrschenden Lebensbedingungen und ich war sehr froh, die Leute vom Hostel Once dabei zu haben.

Aber genug von Armut und Kriminalität - denn die Südafrikaner können nämlich auch richtig gut feiern. Sbu hat mich am Samstagabend mit seinen Freunden zum Feiern mitgenommen. Alter Schwede... Wir sind nach Maboteng gefahren, wo wir zusammen mit Sbus Freunden den Club Shakkerz besucht haben. Ich war anfangs etwas verwirrt, dass man doch recht gründlich nach Waffen abgesucht wird, da diese scheinbar im Club nicht erlaubt sind... was für Spießer. ;-) Nachdem ich dann meine Knarren abgegeben habe, bin ich auf die Tanzfläche und wollte mit meinen Moves loslegen, bis ich dann bemerkt habe, dass ich der einzige weiße Typ im gesamten Laden war. Wow! Das war mal richtig komisch, wenn dich gefühlt der ganze Club angafft, nur weil du eine andere Hautfarbe hast. Entsprechend war ich am Anfang sehr verunsichert, wie ich mich verhalten soll und hab meine Robo-Moves erstmals für mich behalten. Sbu meinte aber es sei überhaupt kein Problem und ich soll einfach ein Bier trinken gehen und mich entspannen, was ich dann auch gemacht habe.

 

Und er hatte recht - die Leute waren echt locker drauf und es war null Problemo, dass ich Weiß bin. Die halbe Partycrowd ist sogar proaktiv auf mich zugekommen und war neugierig, was wohl eine Weißwurst wie ich hier bei ihnen im Club mache. Nachdem dann das Eis gebrochen war, haben wir dann auch europäische und afrikanische Dancemoves ausgetauscht und bis in den Morgengrauen gefeiert.

 

Johannesburg Stadt

 

Jetzt, da die Zeit hier in Johannesburg zu Ende geht, muss ich sagen, dass die Stadt viele positiven aber auch negativen Seiten hat. Einerseits gibt es immer noch große Probleme, was Kriminalität und Armut angeht, andererseits sind die Leute sehr gastfreundlich und weltoffen. Auch das Rassenproblem ist noch nicht ganz vom Tisch und ich merke auch im Gespräch, dass es hier für die Südafrikaner noch einiges aufzuarbeiten gibt. Jedoch wurde ich hier als Weißer zu keinerlei Zeitpunk angefeindet oder ähnliches. Ich kann jedem nur empfehlen Johannesburg zu besuchen. Natürlich ist es keine klassische touristische Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, jedoch macht man hier kulturelle und persönliche Erfahrungen, die ich nicht vergessen werde. 

Nächste Woche geht es dann mit Bazbus weiter zu den Drakenbergs. Ich bin froh endlich aus der überfüllten Stadt raus zu kommen und die einzigartige Natur von Südafrika zu erkunden.

 

Ich hört von mir!

Datei ENERGYTraveller_IV_AmandlaMaphalala_Webseite.mp4
Interview mit Amandla Maphalala vom Hostel Once in Johannesburg

 

Autor: 
kk--
_self

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

MEHR NEWS