Musik in Zeiten von Corona

Klänge gegen miese Stimmung!

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Was für die Introvertierten ein Traum ist, ist für Extrovertierte ein Grauen. Corona veranlasst alle dazu, sich mehr in den eigenen vier Wänden aufzuhalten und Sozialkontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Und plötzlich kommen sogar Intro- und Extrovertierte auf einen gemeinsamen Nenner, denn irgendwann wird es auch dem ruhigsten Charakter zu ruhig. Ein Heilmittel ist Musik, denn sie kann auch über weitere Strecken miteinander verbinden und hat in den letzten Monaten wohl schon die eine oder andere virtuelle Skype-Party zum Erfolg werden lassen. Aber welche Möglichkeiten stehen offen, um der miesen Stimmung den Weg zur Tür zu weisen? 
 

Online-Streams ersetzen Events

Eines der ersten Konzerte, welches in Deutschland aufgrund von Corona zwar stattfand, doch vor leerem Raum, war das Konzert von James Blunt in der Elbphilharmonie in Hamburg. Über den bei Musikfans schon bekannten Weg "Magenta 360" konnte das Konzert aber in voller Länge live mitverfolgt werden. Und das ist natürlich nur ein Beispiel von vielen, die weltweit angeboten, gestreamt und veröffentlicht wurden:

 

  • Club Quarantäne: Dieser Rave dauerte ganze 36 Stunden und kann auch jetzt noch abgerufen werden.
  • One World Together at Home: Das achtstündige Konzert etlicher Stars ist auf YouTube verfügbar.
  • Wacken Worldwide: Auch über Magenta 360 konnten Fans das Event live online an drei Tagen verfolgen. Einige Inhalte sind weiterhin frei verfügbar.
  • YouTube: Der Streamingdienst ist ein Paradies für diejenigen Musikliebhaber, die während Corona immer mal etwas live erleben wollen. 
  • Etliche Künstler: Große Bands oder kleine Solokünstler streamen Wohnzimmerkonzerte oder geben auch zwischendurch mal einen Song heraus.

 

Je nach der eigenen Musikrichtung lohnt es sich, mal die Social Media Kanäle der Stars zu besuchen oder auf deren Homepages zu schauen, ob nicht ein Live-Streamingevent ansteht. Und dann heißt es, den Stream auf das Gerät der Wahl zu bringen und das Wohnzimmer zur Tanzfläche zu machen. In dieser Infografik über Musik in der Coronakrise finden sich noch viele weitere Details.

 

Die eigene Corona-Playlist erstellen

Live-Streaming-Events sind klasse. Das steht nicht außer Frage, doch haben sie ein Problem: Sind sie live, kommen sie abends, sind sie als Konserve verfügbar, kommt ein Konzert auch nur abends gut rüber. Leider hat der Tag aber wesentlich mehr Stunden und der Corona-Blues hält sich nicht an Tageszeiten. Es muss also eine gute Playlist her. Dafür gibt es zwei Varianten:

 

  • Frust-raus-Playlist: Sie sorgt nicht generell für gute Laune, doch hilft sie, angestauten Frust einmal mächtig herauszulassen. Welche Songs für diese Playlist infrage kommen, kann jeder nur für sich entscheiden. Auf den Musik-Streamingdiensten gibt es allerdings mehrere, die schon mit dem Kennwort "Explicit" markiert sind. Auch haben etliche Bands in den vergangenen Monaten ihre eigenen Corona-Songs onlinegestellt, die meist in diese Richtung gehen.
  • Gute-Laune-Playlist: Sie soll Spaß machen, Freude bereiten, ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Jeder hat etliche Songs, die genau das bewirken. Ob es der Liebessong zum Kennenlernen des Partners ist oder der Partysong aus dem letzten Jahr. Es gibt nur eine Regel: "Ein bisschen Spaß muss sein!"

 

Eine Playlist zu erstellen, ist heute kein Problem mehr. Nicht nur stellen die Streamingdienste selbst die Funktion zur Verfügung, auch die Smartphones bieten in der Musikbibliothek den Punkt "Playlist erstellen".

 

Was tun bei abgesagten Konzerten?

Etliche Fans brauchen nur den Blick zum Kühlschrank oder zur Pinnwand schweifen zu lassen, schon sehen sie eine Reihe an Konzertkarten, die eigentlich in den letzten Monaten oder in den nächsten Wochen Party und Spaß verheißen sollten. In der Realität erhalten Fans eher vom Kartenverkäufer, der Band oder dem Veranstalter die Mitteilung, dass das Konzert oder die Tour »auf 2021« verschoben wird. Andere Gigs werden gleich ganz abgesagt und es ist nicht sicher, ob es einen Nachholtermin geben wird. Aber wie Verhalten sich Musikliebhaber nun?

 

  • Verschiebung: Die bereits erworbenen Karten behalten ihre Gültigkeit für den neuen Termin. Viele Touren werden eher ab Sommer 2021 geplant, sodass noch ausreichend Gelegenheit ist, den neuen Termin einzuplanen. Meist bleiben die Spielorte dieselben oder orientieren sich dicht am alten Spielort, sodass kein größeres Umplanen für den Fan notwendig ist. Problematisch könnte für Fans sein, dass sich fast jede Gruppe der eigenen Musikrichtung an 2021 orientiert und es - hoffentlich und mit Glück - zu einem voll bepackten Konzertjahr wird.
  • Absage: Steht bislang nicht einmal im Raum, dass die Veranstaltung wiederholt wird, so können Fans ihr Geld zurückfordern. Dies steht ihnen klar zu, jedoch nur noch als Gutscheinlösung. Allerdings kann es sich, je nach Veranstalter, diesbezüglich als schwierig erweisen, das Geld zurückzuerhalten. Durch Corona sind etliche Veranstalter in arge finanziellen Nöten und können teilweise die Ticketkosten nicht mehr erstatten. Sollte sich der Veranstalter schon in der Insolvenz befinden, so muss der Fan sein Anliegen dem Insolvenzverwalter mitteilen. Mit Glück gibt es nach einiger Zeit einen Teilbetrag zurück. Rückforderungen sind allgemein drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem der Kauf stattfand, möglich.

 

Ist eine Tour nur verschoben, können Fans dennoch das Ticket zurückgeben und das Geld zurückerhalten. Jeder muss für sich entscheiden, ob dieser Weg gewählt wird. 


Anders verhält es sich natürlich mit gebuchten Übernachtungen. Wer selbst kein Interesse hat, ohne das Konzert anzureisen und sich einen schönen Abend in der jeweiligen Stadt zu machen, der kann die Hotelübernachtung natürlich gemäß den Regularien des Hotels oder der Buchungsplattform stornieren. Dasselbe gilt für eventuell gebuchte Flüge, Zugfahrten oder Busfahrten zum Konzert.

 

Mikrofon

 

Fazit: Mit Musik gegen den Corona-Blues

Wohnzimmerkonzerte, Playlists im Wohnzimmer oder im Auto haben einen gewaltigen Vorteil, den die Fans von Tim Bendzko beim Corona-Studien-Test-Konzert in Leipzig nicht genossen haben: Zu Hause darf gesungen, getanzt und gesprungen werden, ganz ohne Maske und auch mit Getränken. Und trotz super-realen Mixed-Reality-Shows im Stream und Online-Wochenendraves bleibt nur zu hoffen, dass das echte Erlebnis bald wieder zurückkommt. Bis dahin bleibt nur die Gute-Laune-Musik zu Hause, ein Blick auf den immer voller werdenden Ticketstapel und laute Musik im Wohnzimmer.

 

Autor: 
ENERGY Media
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