Nachhaltig Wäsche waschen

Es muss nicht immer die Chemiekeule sein, denn nachhaltig Wäsche waschen ist nicht schwer und auch du kannst sehr einfach Waschmittel selber machen. Welche Möglichkeiten es gibt, verrät dir Marie diese Woche in Green Up Your Life.

Alternativen zu gekauften Waschmittel oder kann man überhaupt nachhaltig Wäsche waschen?

Einige Tipps kennt, glaube ich, jeder: Wenn du Energie sparen willst, solltest du die Maschine immer voll beladen und auf niedriger Temperatur waschen. Leider gibt es auch kein umweltfreundliches Waschmittel, denn es gibt immer Inhaltsstoffe, die nicht vollständig abbaubar sind. Diese Stoffe können über das Abwasser in Flüsse oder Seen kommen und so die Umwelt schädigen. Mehr zum Thema gibt es auf der Webseite des Umweltbundesamts. Trotzdem gibt es Mittel und Wege, wie du trotzdem nachhaltiger waschen kannst, und die möchte ich dir hier vorstellen.

#1 Rosskastanien

Ja du hast richtig gelesen, ganz normale Kastanien sind eine gute Alternative zu gewöhnlichem Waschpulver. Die Rosskastanien gehören zur Gattung der Seifenbaumgewächse und enthalten daher Saponine, den Hauptwirkstoff einer Seife.

Schneide dazu 6 bis 10 Kastanien klein und sammle sie in einem verschließbaren Glas. Übergieße sie danach mit lauwarmen bis heißen Wasser und lass die Mischung ein paar Stunden stehen. Durch das Einweichen der Kastanien lösen sich nun die Saponine. Das erkennst du daran, dass sich das Wasser milchig färbt. Das Wasser kannst du dann wie ganz normales Waschmittel in der Maschine benutzen.

Das Waschmittel solltest du gleich aufbrauchen und nur so viel herstellen, wie du brauchst, weil es nach wenigen Tagen anfängt zu gären. Du kannst sie aber auch trocknen. In seltenen Fällen kann das Waschmittel allergische Reaktionen auslösen. Wenn du also sehr empfindliche Haut hast oder zu Allergien neigst, solltest du aufpassen.

 

#2 Efeu

Die Kletterpflanze enthält ähnlich viele Saponine wie die Rosskastanien und bringt den selben erwünschten Effekt.

Waschmittel kannst du durch zwei Methoden gewinnen:

  • Sammele dafür 10 bis 20 Efeu-Blätter und packe sie in eine alte Socke, knote die Socke zu und packe sie zusammen mit der Wäsche in die Waschmaschine.
  •  Genau wie bei den Rosskastanien, kann man die Efeu-Blätter über Nacht in lauwarmes Wasser geben. Nun genau die selben Schritte wie bei den Rosskastanien durchführen und schon ist die Wäsche wieder frisch!

Wenn du gerne duftende Wäsche möchtest, kannst du noch ein paar Tropfen ätherische Öle dazugeben.

Ähnlich wie bei dem Rosskastanien-Waschmittel, kann auch das Efeu-Waschmittel allergische Reaktionen auslösen und für extrem verschmutze Wäsche ist das Self-Made-Waschmittel auch nicht geeignet.

Efeu

#3 Waschnüsse

Waschnüsse werden auch Nordindien und Nepal importiert und du kannst sie im Supermarkt und der Drogerie kaufen. Im Vergleich zu gekauften Waschmittel, sind die Waschnüsse deutlich günstiger.

Einfach 5 bis 6 Waschnüsse in das beiliegende Säckchen geben und ab damit in die Waschmaschine. Sobald die Nüsse mit Wasser in Berührung kommen, geben sie eine seifen Lauge ab. Bei einer Waschtemperatur von 40 Grad halten die Nüsse sogar zwei Waschgänge.

Da sie hautfreundlich sind, können auch Allergiker die Waschmittelalternative nutzen

Weil die Nüsse importiert werden, deswegen ist es leider nicht die nachhaltigste Methode zu waschen.

Waschnüsse

#4 Kernseife und Natron

Natron kennt man vom Kuchenbacken, aber als Waschmittel? Ja! Die Grundlage für ein gutes, alternatives Waschmittel besteht aus Kernseife und Natron.

Für eine kleine Menge Waschmittel musst du 50g Kernseife klein schneiden und mit 3 Esslöffeln Natron vermischen. Die Mischung mit 350ml kochendem Wasser übergießen und rühren bis sich alles aufgelöst hat. Nach einer halben Stunde nochmals einen halben Liter kochendes Wasser hinzugeben. Nun ist das Waschmittel einsatzbereit und kann direkt auf die Wäsche in der Maschine gegeben werden. Um mehr Waschmittel herzustellen einfach mehr Kernseife, Natron und Wasser verwenden. Der Vorteil ist, dass man die Mischung bis zu einem Monat in einem luftdichten Behälter aufbewahren kann. Außerdem kannst du Natron und Kernseife relativ günstig in der Drogerie kaufen.

#5 Waschball

Der Ball wird einfach mit in die Waschmaschine geben und das war's. Aber wie soll etwas sauber werden, wenn es nicht mit einer Art Seife gewaschen wird?

Bei einem Waschball macht man sich zu nutze, dass Schmutz eine chemische Ladung hat und diese mithilfe von kleinen Kügelchen aus natürlichen Mineralien angezogen wird. Diese Mineralien reagieren im Kontakt mit Wasser und geben negativ geladene Ionen ab und lösen den Schmutz und sogar Keime aus der Wäsche. Außerdem reibt der Waschball beim Waschvorgang an der Kleidung und hat somit den gleichen Effekt wie das alte Waschbrett, um Schmutz von der Fasern zu lösen.

Die Stromkosten werden aufgrund der niedrigen Waschtemperaturen ebenfalls gesenkt. Jedoch darf man die Waschtrommel nur 70 bis 80 Prozent beladen, da sonst der Waschball seine optimale Wirkung nicht entfaltet. Auch starke Flecken müssen vorbehandelt werden.

Weichspüler

Weichspüler sind besonders schädlich Dazu einfach 30 bis 60ml Essig in das Weichspülerfach geben. Der Geruch des Essigs verflüchtigt sich beim Waschen komplett und die Waschwäsche ist super weich! Netter Nebeneffekt die Waschmaschine entkalkt sich dadurch selbst. Jedoch ganz wichtig keine Essig-Essenz oder Fruchtessig benutzen, weil sie viel viel viel zu aggressiv und scharf sind!!

 

Fällt dir noch etwas ein, was wir vergessen haben? Dann schreib mir gerne an marie@energy.de. Du interessierst dich für andere nachhaltige Themen? Dann schau mal bei Green Up Your Life vorbei.

 
Autor: 
lk
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