Nachhaltigkeit im Netz

Nachhaltigkeit betrifft oft Bereiche im Leben, wo wir sie gar nicht vermuten. Marie zeigt dir diese Woche nachhaltige Suchmaschinen, E-mailprovider und Banken, die einen Unterschied machen.

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In diesem Beitrag geht es nicht darum Werbung für bestimmte Unternehmen zu machen. Ich möchte einfach nur zeigen, dass es für alles im Leben Alternativen gibt, und dass wir auch mit dem E-Mail Anbieter oder der Suchmaschinenanfrage eine Konsumentscheidung treffen, die Auswirkungen auf unsere Umwelt hat.
Falls du gerade denkst "Man kann das mit dem Umweltschutz auch übertreiben, wer soll das denn alles umsetzen?", kann ich das total verstehen. Es geht hier nicht um unerreichbaren Perfektionismus, sondern darum sich zu informieren und ein Bewusstsein zu schaffen. Und vielleicht spricht dich ja das ein oder andere an.

 

#1 Ecosia - Die nachhaltige Suchmaschine

Ecosia wurde 2009 in Berlin gegründet und ist eine alternative Suchmaschine. Das Ganze funktioniert wie folgt: Du benutzt Ecosia für Suchanfragen. Diese Suchanzeigen generieren Werbeeinnahmen, die für das Pflanzen von Bäumen verwendet werden. Für die Suchergebnisse nutzt Ecosia sowohl eigene Algorithmen, als auch die Suchmaschine von Bing. Um einen Baum zu pflanzen brauchst du im Schnitt 45 Suchanfragen. Wie viele Bäume du gepflanzt hast, wird dir auch in deinem persönlichen Zähler auf der Startseite angezeigt. Mittlerweile unterstützt Ecosia mehrere Baumpflanzprojekte in über 20 verschiedenen Ländern der Welt, wie z.B. Indonesien, Peru und Brasilien.

Im Juni 2019 wurde das Zwischenziel von 60 Millionen gepflanzten Bäumen erreicht und CO2-neutral ist die Suchmaschine seitdem auch.

Für das Unternehmen steht Vertrauen und Transparenz an erster Stelle, weshalb deine Daten nicht an Dritte weitergeben werden und jeden Monat die Finanzberichte und Förderbescheinigungen über alle Aktivitäten veröffentlicht werden.

Ecosia kannst du dir ganz einfach und kostenfrei auf deinem Browser installieren oder als App herunterladen. Weitere Infos zum Projekt findest du auf deren Webseite.

#2 Nachhaltiger Einkaufen

GoodShop

GoodShop ist eine Möglichkeit für dich, beim Shoppen gleichzeitig etwas für einen guten Zweck zu spenden – ohne zusätzliche Kosten. Goodshop hat eine Partnerschaft mit über 5000 Online-Shops und bietet den Nutzern eine Vielzahl von Gutscheinen an, die für den Einkauf benutzt werden können. Du kaufst also etwas in einem der teilnehmenden Geschäfte ein, nutzt einen der vielen Gutscheine und mit deiner Bestellung wird ein Teil des Einkaufspreises an eine Organisation deiner Wahl gespendet. Welche Organisation das ist, kannst du dir vorher aussuchen oder du meldest eine eigene Spendenaktion für einen guten Zweck an, die dann auch andere Käufer auswählen können. Goodshop arbeitet mit mehr als 110.000 Organisationen zusammen, von nationalen Wohltätigkeitsorganisationen bis hin zu örtlichen Schulen und Gemeindegruppen. Du kannst dich kostenlos registrieren. Alle weiteren Infos zum Projekt findest du auf ihrer Webseite.

CodeCheck

CodeCheck ist eine Suchmaschine für Inhaltsstoffe von alltäglichen Produkten. Wenn du dich z.B. gesünder ernähren willst oder dich kritisch mit Inhaltsstoffen auseinandersetzen willst, dann ist CodeCheck eine gute Möglichkeit in das Thema einzusteigen. Parabene, Silikone, Mikroplastik und Palmöl solltest du am besten komplett meiden, da diese Inhaltsstoffe weder für dich noch für die Umwelt gut sind. Bei Lebensmitteln wird dir beispielsweise angezeigt, wo überall viel Zucker bzw. Fett, Zusatzstoffe oder auch Palmöl enthalten ist. Auch für Vegetarier, Veganer und Menschen mit Laktoseintoleranz oder mit einer Glutenunverträglichkeit gibt es spezielle Warnungen. Du kannst einfach deine Bedürfnisse vorher einstellen und schon erhältst du kostenlos Informationen zu Inhaltsstoffen und Nährwerten und Vorschläge für bessere, gesündere und nachhaltigere Alternativen.

Du kannst dir die App kostenfrei herunterladen, beim Einkauf einfach den Barcode des Produktes einscannen und schon hast du direkt vor Ort eine Übersicht mit allen wichtigsten Informationen.

#3 EMAILS

Nachhaltige Email-Anbieter unterscheiden sich erstmal dadurch, dass du für die Nutzung bezahlen muss. Es wird von den meisten Anbietern Ökostrom bezogen, der natürlich teurer ist. Allerdings kannst du dadurch sehr einfach etwas Gutes tun.

Posteo.com

Posteo.com ist ein E-Mail-Anbieter, der großen Wert auf Datenschutz, Sicherheit und Nachhaltigkeit legt. Das Postfach bietet 2 GB Speicherplatz, ein umfassendes Verschlüsselungskonzept, die Möglichkeit zur Zwei-Faktor-Authentifizierung und ist dazu komplett werbefrei. In Sachen Nachhaltigkeit liegt der Anbieter ganz vorne, der Ökostrom wird von Greenpeace Energy bezogen und das Guthaben der Kunden wird von Ökobanken, wie der GLS Bank und der Umweltbank verwaltet. Infos zum Emailservice gibt's auf der Webseite.

Die Einnahmequelle von Posteo beschränkt sich also nur auf die Beiträge der Nutzer. An NGO’s wird regelmäßig gespendet und sogar die Mitarbeiter greifen ausschließlich zum öffentlichen Nahverkehr bzw. zum Fahrrad, auf geschäftliche Flugreisen wird komplett verzichtet.

Wenn du zu Posteo wechseln möchtest, kannst du einfach den kostenfreien "Umzugs-Service" nutzen. Alle deine Daten und Ordner deines vorherigen E-Mail-Anbieters werden einfach verschlüsselt in dein neues Postfach übertragen. Und: Posteo hat keinen Spam-Ordner, denn solche Mails werden gar nicht erst vom Server angenommen – was zusätzlich den Stromverbrauch erheblich reduziert!

Mailbox.org

Mailbox.org ist ebenfalls ein grüner E-Mail-Anbieter. Das Postfach bei Mailbox hat die selben Eigenschaften wie bei Posteo, mit dem Unterschied, dass verschiedene Pakete für den jeden Bedarf angeboten werden. Mailbox ist also für Familien, Teams oder für Unternehmen besonders interessant. Ökostrom wird von Lichtblick bezogen und das Konto von Mailbox liegt bei der Sozialbank. Die Postfächer sind werbe- und spamfrei und auch hier legen die Mitarbeiter viel Wert auf umweltfreundliche Arbeitswege und Arbeitsbedinungen.

Datenschutz steht bei Mailbox an erster Stelle und den "Umzugsservice" von deiner alten zur neuen E-Mail-Adresse kannst du hier ebenfalls nutzen. Zum Thema Sicherheit informiert der Anbieter auf der Webseite.

#4 Banken

Es gibt einige Gründe, die Bank zu wechseln. Außerdem ist es einfacher, als du denkst, denn deine aktuelle Bank ist verpflichtet, dir beim Wechsel zu helfen. Banken investieren das Geld ihrer Kunden, z.B. in Fonds oder auch andere Unternehmen. Herkömmliche Banken sind nicht immer transparent, wohin das Geld geht. Ethikbanken investieren nur in ethisch und ökologisch vertretbare Unternehmen. Sie fördern zudem nachhaltige Entwicklungen und soziale Projekte. Der Nachteil an diesen Banken ist aber, dass du für deine Konto Gebühren bezahlen musst und es bei manchen Banken nicht immer die Möglichkeit eines Girokontos gibt.

GLS Bank

Die GLS Bank bietet ihren Kunden nachhaltige Bankdienstleistungen. Investiert wird ausschließlich in soziale und ökologische Projekte im Bereich erneuerbare Energien, Ernährung, Wohnen, Bildung und Kultur, Soziales und Gesundheit, Mobilität und nachhaltige Wirtschaft. Die Grundsätze der Bank kannst du hier hier anschauen.

Triodos

Umwelt, Soziales und Kultur sind hier die Stichwörter. Das Ziel der Triodos Bank ist es, Projekte und Unternehmen zu unterstützen, die sich auf den Menschen und die Umwelt fokussieren. Nicht-nachhaltige Produkte, Dienstleistungen, Produktionsprozesse und Arbeitsbedingungen kommen für Investitionen oder Kredite nicht in Frage.

Umweltbank

Die Umweltbank ist eine ökologische Bank, die ihren Kunden eine Umweltgarantie verspricht, bei der jeder Euro, den du anlegst, ausschließlich in nachhaltige Zukunftsprojekte fließt. Gefördert werden Projekte im Bereich erneuerbare Energie, ökologisches Bauen, Bio-Landwirtschaft und -Forstwirtschaft, Recycling und Schadstoffverringerung und -beseitigung.

 

Autor: 
lk
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