Naturkosmetik - Besser als konventionelle?

Warum konventionelle Kosmetikprodukte schädlich für deine Haut sein können und was du beim Umstieg auf Naturkosmetik beachten solltest.

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Mittlerweile achten wir schon ganz gut darauf was wir essen, weil uns bewusst ist, dass schlechte Inhaltsstoffe unseren Körper krank machen können. Aber das alles was wir auf unsere Haut geben, auch direkt im Blutkreislauf landet, haben wir meistens nicht auf dem Schirm.

Wenn man sich die lange Liste an Inhaltsstoffen von gängigen Deos, Lotions oder Schminke anschaut, ist es eigentlich ziemlich erschreckend, dass wir nicht hinterfragen, was genau auf unserer Haut und damit auch direkt in unserem Körper landet. Ich steige deswegen gerade  nach und nach  auf Naturkosmetik um und teile mit euch gerne was ich in den letzten Wochen darüber in Erfahrung gebracht habe.

 

Was ist das Problem mit konventioneller Kosmetik?

#1 Mikroplastik

Dass Mikroplastik in Kosmetik nicht gut für uns und die Umwelt sind, wissen viele Leute mittlerweile. Obwohl viele Hersteller mittlerweile auf Mikroplastik verzichten, ist es in Deutschland noch nicht offiziell verboten. Es wird vor allem als Peeling oder Füllstoff verwendet. Das Problem mit Mikroplastik ist, dass es aus dem Abwasser nicht gefiltert werden kann und so in Flüsse, Seen und den Ozeanen landet. Durch Fische, die das Plastik aufnehmen, landet es dann wieder auf unseren Tellern. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe von Kosmetika verraten dir, ob Mikroplastik verwendet wurde. Dabei solltest du vor allem auf die Namen Acrylate Copolymer (AC), Acrylate Crosspolymer (ACS), Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12), Polyacrylate (PA), Polymethylmethacrylate (PMMA), Polyethylene (PE), Polyethylenterephthalate (PET), Polypropylene (PP) , Polystyrene (PS) und Polyurethane (PUR) achten.

#2 Konservierungsstoffe

Konservierungsstoffe sorgen dafür, dass Lebensmittel und Kosmetik länger haltbar sind. Nicht alle Konservierungsstoffe sind schädlich. Es gibt aber manche Parabene, die im Körper wie Hormone wirken können. Dabei kommt es aber auch auf die Konzentration der Parabene an. Das Bundesamt für Risikobewerbung ist der Meinung, dass auf Produkte mit Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl- und Phenylparaben am besten verzichtet werden soll. Diese können sich im Körper ablagern und stehen im Verdacht mit Krankheiten wie Diabetes, Unfruchtbarkeit und verschiedenen Arten von Krebs auslösen zu können. Parabene erkennst du an der Endung „-paraben“ relativ leicht erkennen

#3 Durftstoffe

Damit du gut riechst, werden in Kosmetika oder anderen Hygieneprodukten oft Duftstoffe verwendet. Wenn du Allergiker*Inn bist, kennst du wahrscheinlich das Problem. Verschiedene synthetische Duftstoffe können Hautreizungen auslösen oder Allergien verstärken. Meistens werden die Stoffe auf der Inhaltsangabe als "Parfum" oder "Fragrance" gekennzeichnet. Wenn du empfindliche Haut hast, solltest du eher auf parfümfreie oder sensitive Kosmetik umsteigen. Auch bei Naturkosmetik kommen solche Stoffe vor.

#4 Tenside

Polyethylenglykol ist ein Stoff, der häufig in Kosmetik eingesetzt wird. Es ist nicht direkt schädlich, aber es macht die Haut durchlässiger für Inhaltsstoffe in Cremes oder Lotions. Leider kann unsere Haut nicht unterscheiden, ob es sich bei den Stoffen um Wirk- oder Schadstoffe handelt. Du erkennst diese Stoffe mit der Abkürzung PEG. Außerdem befindet sich dahinter immer eine bestimmte Zahl.

Lippenbalsam

#5 Erdöl

Erdöl wird in der Kosmetikindustrie als Fett verwendet. Auf der Verpackung steht dort meistens Paraffin. Aber auch Paraffinum Liquidum, Isoparaffin, (Microcrystalline) Wax, Vaseline, Mineral, Oil, Petrolatum, Cera Microcristallina, Ceresin, Ozokerite stehen für irgendeine Form von Erdöl. Besser als die Paraffine sind natürliche Öle wie zum Beispiel in Nüssen. Die werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und sind auch besser verträglich.

Naturkosmetik - Was muss ich beachten?

Im Bereich der Naturkosmetik sind nicht alle Produkte gleich. Du solltest hier auf jeden Fall auch einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Naturkosmetik ist nicht automatisch vegan oder bio. Ab besten achtest du hier darauf, ob dein Produkt ein entsprechendes Siegel hat. Der Begriff "Naturkosmetik" ist außerdem nicht geschützt und kann so von jeder Firma verwendet werden.
Die Haut erneuert sich alle 28 Tage. Wenn du ein neues Produkt ausprobierst, gib deiner Haut auf jeden Fall diese vier Wochen Zeit, sich daran zu gewöhnen. Damit du deine Haut auch nicht überforderst, stell nicht sofort alles auf Naturkosmetik um, sondern tausche Produkt für Produkt, damit deine Haut nicht überfordert wird. Außerdem kannst du dann genauer beobachten, welche Wirkung das Produkt auf dich hat und falls du es nicht verträgst oder dir nicht den gewünschten Effekt bringt, kannst du ein anderes ausprobieren.
Wenn du noch nicht so erfahren mit Naturkosmetik bist, kannst du auf jeden Fall mit Produkten aus der Drogerie einsteigen. Du kannst auch zum Beispiel mit nur einem Inhaltsstoff anfangen. Reines Mandelöl ist nicht nur pflegend, du kannst es auch zum Abschminken verwenden.
Wenn du nicht weißt, welche Produkte sich für deinen Hauttyp eignen, geh am besten in einen Naturkosmetikladen in deiner Nähe und lass dich dort beraten.
Du kannst natürlich deine Kosmetik auch selbst machen, ein paar einfache Rezepte findest du im Artikel „Kosmetik selbst machen.“
Noch mehr Tipps zum Thema Naturkosmetik findest du übrigens in der aktuellen Podcast Folge. Da habe ich mit Maike von Cape Cosmetics gesprochen und sie weiß so einiges zum Thema.


Audio icon 20200128_GreenUpPodcast_12_CapeCosmetics.mp3
#12 Von Naturkosmetik und Crowdfunding
Wir achten immer mehr darauf, was wir essen. Aber das alles, was auf unsere Haut kommt, direkt in unserem Blutkreislauf landet, haben wir meistens nicht auf dem Schirm. Maike von Cape Cosmetics teilt mit uns ihre jahrelange Erfahrung als Naturkosmetikverfechterin.
Du interessierst dich für andere nachhaltige Themen? Dann schau mal bei Green Up Your Life vorbei.

Autor: 
lk
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