Sharing Economy

Sharing is Caring! Du kannst viel mehr teilen, als du glaubst!

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Schon im Kindesalter wird uns von unseren Eltern und Großeltern eingetrichtert unsere Süßigkeiten und unser Spielzeug mit anderen Menschen zu teilen. Die Freude, die deine Mitmenschen empfinden, wenn man seine Sachen mit anderen teilen kann ist doch besser als alles andere, oder nicht?

Doch das Teilen sollte später nicht aufhören. Vor allem heute, wo uns der Klimawandel auf den Fersen ist, wird aus "teilen" ein neuer Trend. Von Carsharing, über Booksharing, es gibt viele Möglichkeiten zu teilen.

#1 Internet und Social Media

Du teilst täglich viel mehr mit anderen als du denkst. Auf Social Media lässt man ständig andere an seinen Erinnerungen, Erfahrungen und Meinungen teilhaben. Doch auch Wissen wird im Internet geteilt. Das beste Beispiel dafür ist Wikipedia. Jeder, der eine Ahnung von einem Thema hat, kann mit nur einem Klick Millionen anderer Menschen darüber belehren.

Streaming eigentlich auch nichts anderes als das Teilen verschiedener Filme, Serien und Songs mit den anderen Mitgliedern einer Plattform. Wenn du schon mal einen Serienmarathon auf Netflix hinter dich gebracht hast, hat auch die Umwelt davon profitiert. Denn dank Streaming werden immer weniger CDs gebrannt, die aus Plastik bestehen und irgendwann vielleicht mit dem ganzen anderen Müll im Ozean landen würden. Genauso wird durch Open Knowledge Papier für Lexika gespart, wodurch man der Abholzung der Regenwälder entgegenwirkt. Aber auch Streaming hat einen ökologischen Fußabdruck. Welche Folgen dein Verhalten im Internet auf die Umwelt hat, liest du im Artikel über Klickscham.

#2 Verkehrsmittel

Auch Autos kann man teilen. Wenn du selber keins hast, bieten Mitfahrgelegenheiten eine günstige Möglichkeit über längere Strecken von A nach B zu kommen und dabei sogar neue Kontakte zu knüpfen und Leute kennenzulernen. Auf Seiten wie blablacar kannst du sehen wer eine Fahrt zu deinem Ziel anbietet und aus mehreren Fahrern deine perfekte Mitfahrgelegenheit auswählen. Apps, mit denen du nachhaltiger unterwegs bist, liest du im Artikel über Nachhaltige Apps. Passend zum Thema Auto kann man auch Parkplätze sharen. Über Plattformen wie zum Beispiel ampido können Parkplätze vermietet und gemietet werden.

Willst du lieber ein Auto für dich und deine Begleitung alleine haben, ist CarSharing ein gutes Angebot. Dabei kannst du ein Auto an einem festgesetzten Ort abholen und nach der Fahrt wieder dort abstellen. Dadurch wird die Umwelt entlastet, da CarSharing Angebote eher für mittlere bis lange Strecken eingesetzt und somit Abgase gespart werden. Außerdem kann Platz in den Innenstädten geschaffen und unangenehm enge Parksituationen vermieden werden. Mittlerweile gibt es außer Autos auch E-Scooter und Citybikes, die perfekt für die Fortbewegung in der Stadt geeignet sind, wenn du keine Lust auf die Öffis hast. Die sind allerdings auch eher für kurze Strecken geeignet. Es gibt außerdem Gründe, komplett aufs Rad umzusteigen

#3 Foodsharing

Laut einer Statistik der Verbraucherzentrale schmeißen private Haushalte jedes Jahr Lebensmittel im Wert von 20 Milliarden Euro weg, fast die Hälfte davon ist Obst und Gemüse.

Um etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu tun, bieten Supermärkte, Restaurants und sogar Privatpersonen ihr überschüssiges Essen kostenlos zum Mitnehmen an. Meistens wurde dieses falsch bestellt oder ist abgelaufen aber noch genießbar. Damit sparst du dir nicht nur Geld, sondern wirkst auch der Lebensmittelverschwendung entgegen und kannst dabei noch leckeres Essen genießen. Um die Anbieter zu finden, kannst du zum Beispiel die App Too Good Too Go verwenden. Dort wird dir angezeigt welche Gaststätten und Supermärkte gerade Essen anbieten und es direkt für einen Teilpreis kaufen oder sogar kostenlos reservieren.

 

Zusätzlich gibt es auch noch eine Facebook Gruppe, dort werden Lebensmittel geteilt oder gemeinsam gekocht. Also nicht nur eine gute Tat für die Umwelt,sondern auch eine Möglichkeit um neue Rezepte und Menschen kennenzulernen.

 

Das etwas andere Foodsharing gibt es bei der Plattform mundraub.org, denn das Essen ist dort noch auf dem Baum oder unter der Erde. Wer einen Obstbaum im Garten hat und beim Ernten nicht hinterherkommt kann seinen Baum auf der Website eintragen. Das geht auch mit Kräutern, Nüssen und co. Sammler können sich dann in ihrer Nähe Obst frisch vom Baum pflücken.

 

#4 Booksharing

Gute Nachricht für die Leseratten: Selbst Bücher kann man teilen und das nicht nur in der Bibliothek. Es gibt in fast allen Städten Bücherboxen, meistens alte Telefonzellen, die mit verschiedensten Büchern befüllt sind. Jeder kann sich ein interessantes Buch rausnehmen und seine alten Bücher reinstellen. So hat man immer wieder eine neue spannende Geschichte ohne das eigene Bücherregal zu überfluten. Mit bookcrossing.com können Leute aus der ganzen Welt Freude an deinen Lieblingsgeschichten finden und du kannst neue Romane, Biografien und Sachbücher kennenlernen. Dabei werden Bücher an öffentlichen Orten wie Parks, Cafés oder Marktplätzen liegen gelassen. Wer sie entdeckt, kann sie mitnehmen und nach dem Fertiglesen wieder an einem anderen Ort aussetzen. Über die Website kann man mitverfolgen, wo dein Buch gelandet ist und beobachten wie es quer um die Welt reist. Das Ganze macht nicht nur Spaß, sondern ist auch umweltfreundlich, da weniger Papier gebraucht wird und die ganzen alten Bücher nicht einfach im Müll landen. Über die Seite leih-ein-buch.de kannst du dir gegen eine kleine Gebühr Bücher für 28 Tage ausleihen. Und auch andere Medien, wie DVDs oder Games kannst du dir über die Plattform hitflip  mit anderen Nutzern tauschen.  

 

 #5 Skillsharing

Schon früher in der Schule war klar, jeder hat etwas das er besser oder schlechter als ein anderen kann: Mathe, Aufsätze schreiben oder Handarbeit. Skillsharing bietet sozusagen eine Talenttauschbörse. Auf Skillshare.com können Personen selbst gewählte Fächer per Live-Stream unterrichten. Interessierst du dich also für einen Kurs, kannst du einfach kostenlos daran teilnehmen.

#6 Homesharing

Airbnb ist wahrscheinlich die bekannteste Sharing-App weltweit. Falls du eine Wohnung oder ein Haus für einen Städte-Trip oder für einen entspannten Strand-Urlaub suchst, ist das eine Alternative für´s Hotel. Auch über wimdu oder 9flats kannst du Ferienwohnungen oder Apartments finden. Wenn du komplett kostenlos unterkommen willst, dann kannst du auch mal Couchsurfing ausprobieren. Hier kommst du direkt bei Privatpersonen unter und lernst neben einer neuen Stadt auch neue Menschen kennen. 

Andere Formen von Homesharing findest du im Artikel über Alternative Wohnformen. 

 

Wohnen für Hilfe: Die etwas andere Art des Homesharings, bei der Senioren eine Unterkunft bieten und ihre jüngeren Mitbewohner sie dafür mit Hilfe im Alltag unterstützen.

 

Garten teilen

In der Stadt ist ein Garten selten und die die einen besitzen haben vielleicht zu wenig Zeit für die Pflege.  Die Plattform gartenpaten.org bringt Menschen, die einen Garten besitzen mit solchen zusammen die gerne gärtnern würden aber nicht können.

Tiny House im Winter

#7 Fashionsharing

Morgens vor dem vollen Kleiderschrank stehen und am Ende trotzdem nichts zum anziehen haben- jeder kennt dieses Szenario. Second Hand Shops bieten dir die Möglichkeit alte Kleidung abzugeben und neue Teile zu entdecken. Außerdem werden Umwelt und Ressourcen geschont. Auch für die Modefreaks unter uns gibt es eine gute Nachricht. Wenn du ein Kleid oder einen Anzug für einen bestimmten Anlass brauchst, aber nicht unnötig Geld ausgeben willst, kannst du dir Klamotten auch leihen. Alleine 2019 wurden in Deutschland 230 Millionen fabrikneue Kleider vernichtet oder billig verkauft. Einige Firmen bieten Fashionsharing bereits an. Kleider leihen ist billiger, als sie zu kaufen und du müllst deinen Kleiderschrank nicht zusätzlich voll.

Meistens werden die Kleidungsstücke immer im 3-Monats-Rythmus verliehen.

Falls du Online-Shopping bevorzugst, ist "Fashionlend" eine Möglichkeit. Auch auf Kleiderkreisel kann man Kleider verkaufen und tauschen. In so gut wie allen Städten gibt es verschiedene Flohmärkte. Ein beliebtes Beispiel dafür wäre der Mädchenflohmarkt.

Fashionsharing ist eine super Möglchkeit, Geld zu sparen und trotzdem an neue, schöne und gut erhaltene Kleidung zu kommen und gleichzeitig noch nachhaltig zu sein. Andere Inspirationen zum Thema findest du im Artikle Wie Fashion Spaß machen und nachhaltig sein kann.

 

Wie du siehst ist es eigentlich ziemlich easy, bestimmte Dinge auszuleihen beziehungsweise seine eigenen mit anderen Menschen zu teilen. Wenn du also das nächste mal etwas brauchst, was du nicht zu Hause hast, kannst du dir überlegen ob man jenes auch einfach ausleihen kann. Damit sparst du nicht nur Geld, sondern tust auch Gutes für die Umwelt.


Es gibt mittlerweile auch schon einige Plattformen, die darauf ausgelegt sind, dass du dir allerlei Dinge von Personen aus deiner Nachbarschaft oder näheren Umgebung leihen kannst. Dazu gehören zum Beispiel: peerby, fairleihen.de oder rent.me. Dort findest du Angebote aus deiner Umgebung und kannst natürlich auch selbst Dinge zum Verleihen reinstellen.

 

Du interessierst dich für andere nachhaltige Themen? Dann schau mal bei Green Up Your Life vorbei.

 

 

Autor: 
jb/sb
_self

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