Was du über Greenwashing wissen musst

Nachhaltige Produkte sind manchmal nicht so grün, wie sie scheinen.

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"Immer mehr Unternehmen setzen sich für Umweltprojekte ein und machen ihre Produkte 'grüner'. Das ist großartig! Gleichzeitig macht man sich als Unternehmen angreifbarer, weil einem auch schnell 'Greenwashing' unterstellt werden kann. Ich habe den Eindruck, dass wir gerade von Menschen und Firmen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen, Perfektion erwarten und das finde ich unfair. Natürlich gibt es auch Unternehmen, die den Umwelttrend zu Marketingzwecken nutzen. Deswegen ist es wichtig zu verstehen, was Greenwashing ist und zu unterscheiden, wo Greenwashing wirklich stattfindet." 

- Marie

 

 Die Definition

Übersetzt man "Greenwashing" vom Englischen ins Deutsche, bedeutet es "grün waschen". Das heißt aber nicht, dass man grüne Kleidung wäscht, sondern dass Firmen so tun, als würden sie umweltfreundliche Produkte herstellen, obwohl das nicht der Wahrheit entspricht. Und das alles nur, damit der Name der Firma durch den Missbrauch des Umwelttrends mit etwas Positivem in Verbindung gebracht wird und sich ihre Produkte somit besser verkaufen. 

 Nachhaltigkeit als Trend

Immer mehr Menschen wollen nachhaltiger leben. Wenn du bei Instagram nach "green" suchst, springen dir bereits über 123 Millionen Beiträge entgegen. Das zeigt auch, dass das Interesse an umweltfreundlichen Produkten so hoch ist wie noch nie.

 

Auch Firmen folgen dem neuen Lifestyle der Menschen und bieten viele Produkte an, die wiederverwertbar sind und/oder die Umwelt schützen

 

Allerdings gibt es Unternehmen, dir ihre Produkte umweltfreundlicher darstellen, als sie es sind oder die von anderen Problemen ablenken sollen. Das dieses Phänomen im Bewusstsein vieler nicht sehr verbreitet ist, kann man auch auf Instagram beobachten. Sucht man nach dem Hashtag #greenwashing, findet man nur rund 410.000 Beiträge. Das deutet darauf hin, dass viele Konsument*innen sich dessen nicht bewusst sind, dass es einige Unternehmen gibt, die Nachhaltigkeit für ihre Marketingzwecke missbrauchen. Dabei ist Greenwashing weiter verbreitet als man glauben mag. 

Das ist nicht nur unfair den Konsument*innen gegenüber, sondern auch den Firmen, die wirklich ihre Unternehmensphilosophie so umstellen, damit sie "grüner" werden. Sie setzen sich beispielsweise für Umweltprojekte ein und gestalten ihre Produkte umweltfreundlicher, aber da die Menschen nicht mehr wissen, welche Firmen sie betrügen wollen und welche nicht, können sie ihnen schnell "Greenwashing" vorwerfen.

 

 Grün ist nicht gleich grün

Aber woran erkennt man den Betrug wirklich? Immerhin bedeuten Worte wie "regional", "umweltfreundlich" oder "klimaschonend" nicht gleich "grün".

 

Diese Begriffe sind nicht geschützt und auch nicht genau definiert. Manche Firmen versuchen die Konsumenten auch mit Bildern unterbewusst zu beeinflussen.

 

Siehst du beispielsweise eine grüne Wiese mit Blumen auf einer Eierpackung abgebildet, denkst du eher an Bio, als bei grauen, bilderlosen Packungen. Das selbe Prinzip kann auch auf Fleischprodukte übertragen werden. Ein vermeintlich glückliches Schwein ist auf einer grünen Wiese abgebildet, obwohl das überhaupt nichts mit der Massentierhaltung zu tun hat, aus der das Fleisch womöglich stammt.

 

Sie suggerieren dir als Käufer*in also, dass du diese Produkte guten Gewissens kaufen kannst. Andererseits könnte es beispielsweise auch sein, dass die Produkte einiger Firmen sogar wirklich "grün" sind, aber das Kerngeschäft des Unternehmens an sich nicht. Das heißt, es wird einfach nur von anderen Problemen abgelenkt, die das Unternehmen verursacht.

Die Unternehmen, die "Greenwashing" betreiben, haben oftmals nur den Umsatz im Kopf, den sie damit machen können. Was sie dabei nicht bedenken, ist, dass die Käufer*innen früher oder später hinter die Täuschung kommen und das zu einem Vertrauensverlust führen könnte. So ein Fehlverhalten kann schnell auf den sozialen Medien landen und viral gehen! Im Endeffekt trägt eine Marke dadurch mehr Verlust davon.

 

 Kleine Schritte

Doch nicht alle Unternehmen verhalten sich so. Viele kommunizieren die Verbesserungen, die sie machen, offen nach außen. Beispielsweise schreiben die Hersteller von Nuss-Nougat-Creme, dass zwar Palmöl im Produkt ist, sie jedoch jetzt auf Palmöl aus nachhaltigem Anbau umgestiegen sind. Dieser Schritt ist auf lange Sicht der schlauere Schachzug.

Im Endeffekt kannst du dem "Greenwashing" nur dann entgegenwirken, wenn du dich über die Produkte, die du kaufen möchtest, vorher informierst

 

Das große Ganze

Wichtig ist auch, dass du darauf achtest, welche Produkte die Firma noch anbietet. Eine Umstellung von konventionellen Artikeln auf nachhaltige dauert natürlich seine Zeit und jedes faire Produkt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn zum Beispiel ein Kleidungsstück in einer Kollektion fair ist, für den Rest aber Arbeiter*innen unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen und die Umwelt leidet, kann man dem Unternehmen Doppelmoral unterstellen. Oder man nutzt seine Macht als Konsument*in und signalisiert dem Unternehmen mit seiner Kaufentscheidung, dass einem faire und hochwertig produzierte Produkte wichtig sind und man auch bereit ist, dafür mehr zu zahlen.

 

 Marie's Tipp & nützliche Apps

Also wenn du Wert auf Nachhaltigkeit legst, gebe ich dir den Tipp, noch genauer bei Produkten hinzuschauen. Ich weiß, dass es natürlich Zeit kostet, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Spaß macht, sich zu informieren, bevor man etwas kauft. Dadurch konsumiert man viel bewusster, die Vorfreude ist größer und man fragt sich eher "Brauche ich das wirklich?", bevor man in einen Kaufrausch verfällt. Eine kleine Hilfe für Kosmetikartikel kann die App Codecheck sein. Einfach den Strichcode des Produkts scannen und die App sagt einem dann, welche Inhaltsstoffe drin sind. Einen ganzen Katalog an Marken für faire Mode findet man über die App Faer. Und damit man auch einen besseren Durchblick bei den vielen Produktsiegeln hat, kann man sich die kostenlose App Nabu Siegel Check holen.


 

Du interessierst dich für andere nachhaltige Themen? Dann schau mal bei Green Up Your Life vorbei.

 
Autor: 
sb
_self

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