Was du über Greenwashing wissen musst

Nachhaltige Produkte sind manchmal nicht so grün, wie sie scheinen.

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Immer mehr Unternehmen setzen sich für Umweltprojekte ein und machen ihre Produkte "grüner". Das ist großartig! Gleichzeitig macht man sich als Unternehmen angreifbarer, weil einem auch schnell "Greenwashing" unterstellt werden kann. Ich habe den Eindruck, dass wir gerade von Menschen und Firmen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen, Perfektion erwarten und das finde ich unfair. Natürlich gibt es auch Unternehmen, die den Umwelttrend zu Marketingzwecken nutzen. Deswegen ist es wichtig zu verstehen, was Greenwashing ist und zu unterscheiden wo Greenwashing wirklich stattfindet.

Das Problem mit Greenwashing

Wenn man auf Instagram nach dem Hashtag "green" sucht, findet man über 109 Millionen Beiträge. Das allein zeigt, dass Menschen umweltfreundlicher leben wollen. Auch Firmen folgen dem neuen Lifestyle der Menschen und bieten viele Produkte an, die wiederverwertbar sind und oder die Umwelt schützen. Laut Bundesumweltministerium wird sich der Umsatz mit grünen Produkten und Technologien bis 2020 auf 3,1 Billionen Euro verdoppeln.

Allerdings gibt es Unternehmen, dir ihre Produkte umweltfreundlicher darstellen, als sie es sind oder die von anderen Problemen ablenken sollen. Das dieses Phänomen im Bewusstsein Vieler nicht sehr verbreitet ist, kann man auch auf Instagram beobachten. Sucht man nach dem Hashtag Greenwashing findet man nur 20.500 Beiträge. Dabei ist Greenwashing weiter verbreitet als man glauben mag. Greenwashing ist dabei eine Art Überbegriff für viele unterschiedliche Tricks der Unternehmen.

Werbung mit Selbstverständlichkeit

Dabei wird mit etwas geworben, was eigentlich schon längst gesetzlich geregelt bzw. verboten ist. Zum Beispiel wenn Haarsprays mit dem Label "FCKW-frei" verkauft werden, was aber schon seit 1991 per Gesetz verboten ist.

Eigene Labels

Viele Begriffe, die Hersteller benutzen, sind nicht gesetzlich geschützt. "Regional" ist beispielsweise ein Begriff, der alles bedeuten kann. Ähnlich ist es bei "umweltfreundlich" oder "klimaschonend". Außerdem wird mit der Verpackung der Produkte ein grünes Image vorgegaukelt. Wenn auf einer Packung Tiere auf einer Wiese dargestellt werden, suggeriert das dem/der Käufer*Inn, dass er oder sie das Produkt ohne schlechtes Gewissen kaufen kann.

Das große Ganze

Wichtig ist auch, dass du darauf achtest, welche Produkte die Firma noch anbietet. Eine Umstellung von konventionellen Artikeln auf nachhaltige dauert natürlich seine Zeit und jedes faire Produkt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn zum Beispiel ein Kleidungsstück in einer Kollektion fair ist, für den Rest aber Arbeiter*Innen unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen und die Umwelt leidet, kann man dem Unternehmen Doppelmoral unterstellen. Oder man nutzt seine Macht als Konsument und signalisiert dem Unternehmen mit seiner Kaufentscheidung, dass einem faire und hochwertig produzierte Produkte wichtig sind und man auch bereit ist, dafür mehr zu zahlen.

Also wenn ihr Wert auf Nachhaltigkeit legt, geben wir euch den Tipp noch genauer bei Produkten hinzuschauen. Ich weiß es kostet natürlich Zeit, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Spaß macht, sich zu informieren bevor man etwas kauft. Dadurch konsumiert man viel bewusster, die Vorfreude ist größer und man fragt sich eher "Brauche ich das wirklich?", bevor man in einen Kaufrausch verfällt. Eine kleine Hilfe für Kosmetikartikel kann die App Codechecker sein. Einfach den Strichcode des Produkts scannen und die App sagt einem dann, welche Inhaltsstoffe drin sind. Einen ganzen Katalog an Marken für Faire Mode findet man über die App Faer.
Und damit man auch einen besseren Durchblick bei den vielen Produktsiegeln hat, kann man sich die kostenlose App Nabu Siegel Check holen.


Du interessierst dich für andere nachhaltige Themen? Dann schau mal bei Green Up Your Life vorbei.

 

Autor: 
lk
_self

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