Achtung: Kleinanzeigenbetrug!

Die wichtigsten Betrugsmaschen bei Kleinanzeigen und wie du dich vor ihnen schützt. Auch für die Hobby-Sherlock-Holmes, die denken, sie seien der Kriminalität immer einen Schritt voraus!

In Film und Serie bewundern wir sie: die Ganoven, Gauner und Kriminellen! Im echten Leben sieht das sehr schnell ganz anders aus, wenn wir selber beim Kleinanzeigenbetrug abgezockt wurden. Passiert es anderen, fassen wir uns mit Facepalm-Gestik ins Gesicht und denken uns - "Wie kann man nur so dumm sein und sich auf so ein Geschäft einlassen." Dies ist aber ein Trugschluss! "Es kann jeden treffen, alt, jung, Menschen aus allen Gesellschaftsschichten", verrät ein Mitarbeiter des Landeskriminalamts Niedersachsen der für Cybercrime zuständig ist.

 

Cybercrime ist nicht immer der ganz große Hackerangriff von Geheimdiensten oder Superschurken, wie es uns Netflix, Hollywood und Co. glauben lassen. In 2020 waren mehr als die Hälfte der Straftaten im Internet Waren- und Kreditbetrug. Ersteres beschreibt eine Kaufabwicklung, bei dem der Käufer seine bezahlte Ware nicht erhält. Beim Kreditbetrug wird das "gekaufte" Objekt zwar verschickt und der Käufer nimmt die Ware an sich, der Verkäufer steht aber mit leeren Händen ohne Bezahlung da. Obwohl 60 % dieser Delikte aufgeklärt werden können, scheint es immer noch genug Menschen zu geben, die glauben, mit Betrug ans schnelle Geld zu kommen.

 

Vorsicht bei Möbeln und Autos!

Gerade bei großen Gegenständen wie Autos oder Möbeln gibt es eine ganz bestimmte Masche die Kriminelle immer wieder gerne bedienen. Beim Onlinehandel sollten aber zu mindestens seit den "ich überweise dir eine Million, wenn du mir jetzt 10.000€ überweist"-E-Mails von einem fernen Prinzen die Alarmglocken läuten.

 

Häufig geben die Täter vor, ein Transportunternehmen zu beauftragen, um den Gegenstand abzuholen zu lassen. Der Verkäufer bekommt dann gefälschte E-Mails von Versanddienstleistern wie DHL, die Seriosität vorgaukeln sollen. Wird dann die Rechnung für den Transport von dem Verkäufer beglichen, lösen sich die Interessenten und das Geld ganz schnell in Luft auf.

Der Vorkassenbetrug: Wo ist meine Ware?

Eine Faustregel beim Onlinehandel, bei der man wirklich nichts falsch machen kann, ist es, auf Vorkassezahlungen komplett zu verzichten. Dies gilt ganz besonders beim privaten Online-Handel und wenn der Preis zu gut ist, um wahr zu sein. Selbst wenn der Verkäufer anbietet, seinen Personalausweis durch Fotos zur Schau zu stellen, um sich zu identifizieren, läuft man Gefahr, auf einen Betrug hereinzufallen. Oft benutzen die Straftäter Personalausweise aus früheren Vergehen. Deshalb gilt: Man sollte nie die eigenen Ausweisdokumente und Bankkarten an Fremde im Internet verschicken.

Oft kommt es auch vor, dass Accounts auf Kleinanzeigenportalen gehackt werden. Wenn dies der Fall ist, probieren die Hacker die Kommunikation auf andere Portale zu leiten. Der Austausch zwischen Interessent und Verkäufer sollte immer auf dem ursprüngliche Kleinanzeigenportal bleiben. Nur in diesem Fall wird man darauf aufmerksam, dass der gehackte Account eventuell schon gesperrt wurde.

 

Wenn der Verdacht besteht, dass der Verkäufer eine falsche Fährte legt, sollte man sich bei Webseiten von Verbraucherzentralen, der Polizei oder Watchlist Internet informieren. Dort gibt es alle Informationen zu betrügerischen Webseiten, Unternehmen und sicheren Zahlungsverkehr.

 

Der sichere Weg

Wer absolut sichergehen möchte, dass man beim Onlinehandel nicht über den Tisch gezogen wird, sollte die möglichen Käuferschutzoptionen wählen, die verfügbar sind. Die Unternehmen PayPal und Ebay-Kleinanzeigen bieten zum Beispiel beide sichere Rahmenbedingungen, um einen Schnapper zu schießen. Obwohl dieser Service ein kleines Entgelt kostet, sollte er genutzt werden, um der kompletten Enttäuschung zu entgehen.

 

Bei PayPal muss darauf geachtet werden, das die Option "Artikel oder Dienstleistung" gewählt wird. Nur in diesem Falle greift der Käuferschutz. Sollte die Ware nicht beim Käufer eintreffen oder nicht mit der Beschreibung aus dem Inserat übereinstimmen, kann das Geld zurückgefordert werden.

 

"Sicher Bezahlen" ist der Treunhandservice von Ebay-Kleinanzeigen. Das Unternehmen verwaltet das Geld treuhänderisch, bis die Ware beim Käufer angekommen ist.

 

Von anderen Zahlungsmitteln wie Gutscheinkarten und Codes sollte man direkt Abstand nehmen, da man sie im Falle eines Betrugs nicht zurückverfolgen kann. Sobald Dritte in den Kauf mit eingeschlossen werden, empfiehlt es sich, von dem Kauf oder Verkauf zurückzutreten. Häufig treten in diesen Konstellationen Probleme auf, die vermeidbar sind. Vor allem wenn die Ware nicht verschickt, sondern persönlich übergeben wird.

 

Autor: 
lp
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