Adventskalender-Shitstorm: Luxus oder Schrottwichteln?

In den sozialen Medien führen viele User gerade einen Shitstorm gegen das Luxus-Label Chanel. Der Auslöser ist ein umgerechnet ca. 700 € günstiger oder vielleicht auch teurer Adventskalender. Der Preis und Inhalt sind nicht die einzige Kontroverse des Flakon nachempfundenen Adventskalenders.

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31 Türchen

Für jeden, der bis 3 zählen kann und für den ein Rechenschieber auch kein tägliches Alltagsutensil ist, – junge Mütter und Väter ausgeschlossen - stellt sich bei Betrachtung der aufklappbaren Chanel-Flasche die erlaubte Frage: "Wieso hat ein Adventskalender, der eigentlich auch keine DIN-Norm braucht, 31 Türchen und nicht 24?"

 

Das Rätsel dahinter ist ziemlich detailverliebt und lässt auf ein Produkt schließen, welches mit viel Liebe und Ehrfurcht an das Modelabel gestaltet wurde. Der Adventskalender fängt mit dem 5. Türchen an und endet mit dem 31. Türchen. Die Nummer 5 hat für das Brandimage eine starke Bedeutung und sollte wahrscheinlich deshalb mit dem ersten Türchen besonders hervorgehoben werden. Auch die Zahl 31 spielt in der Chanel-Welt eine symbolträchtige Rolle. In der 31 Rue de Chambon soll die weltbekannte Modedesignerin Coco Chanel das Konzept der modernen Boutique erfunden haben. Noch heute befindet sich in Paris an dieser Stelle ein Chanel-Store.

 

Luxus oder Werbemüll

Im Gegensatz zu der Symbolik und den Schein des Adventskalenders wirkt der Inhalt für viele Social-Media-User eher wie ein Witz. Ein Kühlschrankmagnet, Sticker, ein Schlüsselanhänger und ein Daumenkino ordnen die Wenigsten als Luxusartikel ein. Damit die kleinen Geschenke auch garantiert nicht verkommen, legt Chanel großzügig auch noch einen Staubbeutel mit bei, wie manche User spotten.

 

Ein paar kleine Highlights hat der Adventskalender dennoch zu bieten. Hinter einigen Türchen verbirgt sich eine Handcreme, Lippenstifte und ein Chanel No 5 Fläschchenen im Wert von 100€.

 

Das Unboxing auf tiktok:

 

@eliseharmon

Worth the hype? Probably not but it is pretty

♬ It's Beginning to Look a Lot like Christmas - Michael Bublé

 

Sammlerstücke

Der Kaufpreis von umgerechnet ca. 700 € entspricht mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht dem Warenwert. In Online-Auktionshäusern gingen dennoch häufiger Werbegeschenke von Chanel für einen deutlich höheren Preis über die Theke. Ein Markt für Sammler scheint vorhanden zu sein. Der ursprünglich nur in den USA verkaufte Kalender wird inzwischen schon als Sammlerstück gehandelt und liegt preislich bei ungefähr dem Doppelten vom regulären Kaufpreis.

 

Autor: 
lp
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