Alternativen zu Toilettenpapier

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Es scheint als würde Klopapier die Menschen unbesiegbar machen. Da wir jedoch wissen, dass das Quatsch ist, folgen einige Tipps, die nützlich sind, falls mal wieder das ganze Klopapier ausverkauft ist oder man einfach etwas Gutes für unsere Umwelt tun möchte. Die Online-Plattform Utopia hat sich schon vor einiger Zeit sehr intensiv mit Alternativen beschäftigt.

 

Laut einer Studie von WWF verbrauchen wir Deutschen jährlich 15 Kg Klopapier. Damit liegen wir über dem europäischen Durchschnitt von 13 Kg pro Jahr. Dies bringt drastische Folgen mit sich. Die meisten Hersteller verwenden für ihre Produktion Frischfasern, welche aus Holz gewonnen werden. Um an dieses Material zu kommen, werden weltweit Wälder gerodet. Diese Rodungen werden häufig illegal und nicht nachhaltig in natürlichen Wäldern oder Plantagen durchgeführt. Anschließend folgen weite Transportwege und die Anwendung von Chemikalien in der Produktion, was zudem schädlich für unsere Umwelt ist.

#1 Alternative Materialien

Um diese Vorgänge weniger schädlich zu gestalten, gibt es bereits einige alternative Lösungen zum herkömmlichen Toilettenpapier. Beispielsweise das Klopapier aus Bambus. Diese Pflanze zählt zu den schnell nachwachsenden Rohstoffen und bietet einen Baumersatz. Allerdings werden für die Produktion wieder Rohstoffe verbraucht und lange Transportwege auf sich genommen, da der Bambus in Asien angepflanzt wird.

 

Eine weitere Alternative zu den Bäumen stellt Gras dar. Im Mai 2018 gewann ein Schüler einen business@school-Wettbewerb mit seiner Idee, Klopapier aus Gras herzustellen. Dieses wächst ebenso schnell nach, kann aber im Unterschied zu Bambus, regional angebaut werden. Noch existiert das Projekt jedoch nur auf Papier, allerdings fanden sich schon einige Interessenten für das Projekt.

#2 Recycling-Toilettenpapier

Derzeit ist vollständig recyceltes Toilettenpapier vorerst die umweltfreundlichere Lösung. Dieses erkennst du am Umweltsiegel "Blauer Engel". Es gibt sie mittlerweile sogar dreilagig in jedem Super- und Drogeriemarkt. Beim Projekt "Goldeimer" kann man sogar durch den Kauf des dreilagigen Recycling-Toilettenpapiers Sanitär-Projekte in Ländern unterstützen, die keine gute eigene sanitäre Infrastruktur haben. Somit kann für die Umwelt und gleichzeitig für seine Mitmenschen etwas getan werden.

 

Das klingt zunächst einmal alles schön und gut. Betrachtet man jedoch die Umstände, in denen das Klopapier transportiert wird genauer, fällt auf, dass eine Packung Klopapier sehr viel Verpackungsmüll mit sich bringt. Um diese Problem zu umgehen gibt es mittlerweile einige Anbieter, die verpackungsfreies oder zumindest plastikfreies verpacktes Klopapier anbieten. Leider sind diese Alternativen bisher nur in wenigen Läden erhältlich und meist sehr teuer.

 

Außerdem ist Klopapier, wenn man mal genauer darüber nachdenkt, ganz allgemein weder besonders hygienisch noch gesund für den Körper ist. Von daher ist es schon lange an der Zeit mal darüber nachzudenken, was es denn für Alternativen zu Klopapier gibt:

 

Alternativen zu (feuchtem) Toilettenpapier

Im Großteil Asiens und Afrikas, Finnland und in den meisten muslimisch geprägten Ländern ist die Verwendung von Toilettenpapier eher unüblich und die Reinigung mit Wasser völlig normal. Es geht also auch ohne. Deshalb haben wir dir einige Beispiele zu Alternativmöglichkeiten zusammengefasst:

Der Waschlappen

Viele werden sich erst einmal vor der Vorstellung ekeln. Aber es ist nun mal so, dass die einfachste Variante, sich ohne Klopapier zu säubern, die Kombination aus Wasser und Waschlappen ist. Dabei kommt unsere übliche westliche Wischgewohnheit nicht einmal zu kurz.

 

Vorteil: Geht überall, auch unterwegs.

Nachteil: Die Aufbewahrung, das Auswaschen und die Wäsche der benutzten Lappen ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Das Bidet

Was in den neunziger Jahren in den deutschen Badezimmern noch ganz normal war, ist inzwischen immer seltener geworden: Das Bidet. Darunter versteht man ein niedrig angebrachtes Sitzwaschbecken, das zur Reinigung der Genitalien, des Gesäßes und der Füße dient. In der Praxis wird es dagegen meist als Zusatz zum Klopapier genutzt.

 

Vorteil: Hygienische und bequeme Reinigung

Nachteil: Aufwendige Installation, falls man es als Zusatz zum Klopapier nutzt, bietet es keinen ökologischen Mehrwert.

Die Crowdfunding-Neuheit: HappyPo

Zunächst erinnert HappyPo an eine Art elektrische Zahnbürste. Doch in Wahrheit verbirgt sich dahinter eine Art kleiner Handdusch für den Po und den Intimbereich. Dabei wird jedoch kein Wasseranschluss benötigt. Man kann die Kunststoffflasche mit einer Art Duschaufsatz ganz einfach am Wasserhahn auffüllen. Nach Verrichten des Geschäfts wird diese dann in Position gebracht und die gewünschte Stelle wird durch den Wasserstrahl, welcher durch das zusammendrücken der Flasche entsteht, gereinigt.

 

Vorteil: Keine aufwendige Installation nötig, für unterwegs geeignet.

Nachteil: Man muss vor dem Geschäft daran denken, das Fläschchen zu befüllen und manch einer findet die Flasche an der Wand nicht sonderlich dekorativ.

Die Hygiene-Dusche

Wer schonmal in Südostasien oder Nordafrika gewesen ist, kennt diese Toilettenpapier-Alternative vielleicht schon. Es sind Duschschläuche neben der Toilette. Diese Brause wird, genau wie bei der Dusche, an einer Halterung an der Wand oder am Spülkasten angebracht. Zur Reinigung wird die Hygiene-Dusche wie eine Duschbrause in die Hand genommen und das Wasser kommt auf Kopfdruck aus einer Art Mini-Duschkopf. Wer sich danach noch abtrocken und vollständig auf Klopapier verzichten möchte, kann beispielsweise auf einen Waschlappen zurückgreifen. Für die Installation wird die Hygiene-Brause einfach am Spülkasten oder am Waschbeckenanschluss angebracht.

 

Vorteil: Hygienisch, saubere Reinigung, einfache Handhabung.

Nachteil: Eventuell gewöhnungsbedürftig.

Das Dusch-WC

Es zählt zu den bequemsten, diskretesten und - je nach Anspruch - zu der teuersten Art, sich nach dem Geschäft zu säubern: Fest installierte Dusch-WCs.

 

Diese Toiletten haben unter der Klobrille eine Art Wasserhahn-System installiert, welches bei Bedarf Wasser nach oben spritzt. Mittlerweile gibt es diese in vielen Formen und Varianten. Steht man auf Hightech, gibt es sogar Toiletten, die Sensoren, beheizbare Klositze und verschiedene Brausen und Einstellungen für Wasserdruck und -menge haben. Alles voll elektronisch. Ist man fertig, verschwindet die ganze Vorrichtung diskret wieder im WC-Rand. Besonders beliebt und verbreitet sind diese in Japan.

 

Vorteil: Hygienisch, saubere Reinigung, einfache Handhabung, diskret.

Nachteil: Nicht unterwegs nutzbar, hoher Preis.

 

Andere Länder und Kulturen machen es also bereits vor. Warum auch nicht in Deutschland etwas nachhaltiger mit Toilettenpapier umgehen und sich Gedanken über unseren täglichen Verbrauch machen?


 

Fällt dir noch etwas ein, was wir vergessen haben? Dann schreib mir gerne an marie@energy.de. Du interessierst dich für andere nachhaltige Themen? Dann schau mal bei Green Up Your Life vorbei.

 

Autor: 
lk
_self

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