Der perfekte Hochzeitsgast

Die Hochzeitssaison 2015 ist vorbei, doch wer einen großen Freundes- und Bekanntenkreis hat weiß, was ihn ab dem nächsten Frühjahr wieder erwartet. Doch obwohl die meisten Menschen in ihrem Leben schon zahlreiche Hochzeiten miterlebt haben, sind die geltenden Benimmregeln nur wenigen bewusst. Deshalb nun ein kleiner Knigge für manierliche und stilsichere Hochzeitsgäste im kommenden Jahr.

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Der perfekte Hochzeitsgast

Die Einladung - bereits hier lauern Fettnäpfchen

Die Hochzeitseinladungen flattern meist Monate vor dem großen Tag ins Haus. In der Regel ist auch ein Datum angegeben, bis zu welchem sich die Gäste zurückmelden sollen. Diese Frist ist auf jeden Fall einzuhalten, schließlich ist eine Hochzeit mit viel Planungsaufwand verbunden und die Brautleute müssen frühzeitig wissen, wie viele Plätze bereitstehen müssen und wie viel Essen und Getränke zu bestellen sind.
 

  • Was tun, wenn Zeit und Ort für die standesamtliche Trauung nicht angegeben sind

Sind keine Daten zur standesamtlichen Trauung angegeben, dann bedeutet dies, dass dort nur der engste Familien- und Freundeskreis anwesend sein wird. Auf keinen Fall sollten Gäste in diesem Fall beim Brautpaar nachfragen, das würde das Paar in Verlegenheit bringen. Meist sind in solchen Fällen Zeit und Ort der kirchlichen Trauung angegeben. Findet eine solche nicht statt, bedeutet dies, dass die Gäste einfach direkt zur Feier-Location eingeladen wurden.
 

  • Darf immer eine Begleitung mitgebracht werden?

In unserem Kulturkreis ist es ein absolutes No-Go einfach ungefragt eine Begleitung zur Hochzeit mitzubringen. Solche Feiern sind meist von vorne bis hinten durchorganisiert, das Essen wurde vorbestellt und der Tischplan steht fest. Ein Überraschungsgast würde die ganze Planung über den Haufen werfen.
 

Was anziehen - gibt es Regeln bezüglich des Dresscodes?

Auch in puncto Kleidung können die Gäste schnell danebenliegen. Deshalb anbei die wichtigsten Fragen und Antworten:

 

  • Trägt wirklich nur die Braut Weiß?

Ja, der Braut ist die Farbe Weiß vorbehalten und dies sollten die Gäste auch respektieren. Es ist ihr großer Tag und niemand sonst darf ein weißes, creme-, eierschalen- oder champagnerfarbenes Kleid tragen. Auch bunte Kleider mit großen weißen Anteilen sind tabu. Kommt Weiß in einem kleingemusterten Kleid vor und dominieren vor allem andere Farben, ist es jedoch in Ordnung. Elisas Fashionblog hilft bei der Auswahl des passenden Oufits.
 

Die Braut steht im Rampenlicht

 

  • Welche Schnitte setzen die Figur gekonnt in Szene?

Dass das Outfit nicht zu sexy sein darf bedeutet nicht, dass es nicht die eigenen Vorzüge zur Geltung bringen kann. Dabei spielt nicht zuletzt auch die Form des Ausschnittes eine Rolle. So lassen U-Boot- und Sabrina-Ausschnitt den Hals kürzer erscheinen, während ihn ein V-Ausschnitt optisch streckt und somit als Schlankmacher fungiert.
 

  • Ist das kleine Schwarze in Ordnung?

Schwarz kaschiert überflüssige Pfunde, soviel ist klar. Und das kleine Schwarze geht doch eigentlich immer und überall oder? Nicht ganz richtig, denn schwarz ist die Farbe der Trauer und auf solch einem freudigen Anlass, wie dem der Hochzeit, hat es nicht verloren. Wer dennoch die schlankmachende Wirkung dunkler Farben für sich nutzen will, kann zu einem dunklen Blau, Grün, Braun oder auch Lila greifen.

  • Welches Make-up ist passend?

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Es gibt unterschiedliche Varianten, die sich anbieten und die hse24.de näher erläutert. Wichtig ist allerdings, dass auch hier die Braut im Vordergrund steht. Sicher gibt es Looks, die die Gäste erstrahlen lassen, allerdings sollten sich Frauen hier etwas zurückhalten und stattdessen auf einen Natural- oder Basic-Look zurückgreifen. Diese können durch Lippenstift oder Lipgloss ergänzt werden und hinterlassen auf diese Weise ebenfalls einen gelungenen Eindruck, ohne das Brautpaar in den Schatten zu stellen.
 

  • Was, wenn das Brautpaar unter einem speziellen Motto heiratet?

Grundsätzlich kann das Brautpaar von seinen Gästen natürlich nicht verlangen, sich in Unkosten zu stürzen. Deshalb ist es ok, wenn die Gäste ganz normale festliche Kleidung tragen. Um dem Brautpaar entgegen zu kommen, können aber kleine, zum Motto passende Accessoires gewählt werden. Bei außergewöhnlichen Hochzeitslocations ist es empfehlenswert, Wechselkleidung und ein zweites Paar Schuhe mitzunehmen, um im Zweifel gerüstet zu sein.


Beliebtes Motto bei Hochzeiten: Der Vintage-Look

 

  • Kann im Standesamt dasselbe getragen werden, wie in der Kirche?

Grundsätzlich sind in der Kirche festliche und lange Roben passend, während diese für das Standesamt fast schon overdressed sind. Dort empfehlen sich eher schicke Cocktailkleider. Doch meist wir dies nicht so eng gesehen. Wichtig ist vor allem, in der Kirche die Schultern zu bedecken. Dies gilt auch im eigenen Interesse, denn selbst, wenn es draußen 30 Grad sind, kann es im Inneren der Kirche mitunter recht kühl sein.


Das Hochzeitsgeschenk - etwas für den Haushalt oder doch lieber Geld?

Die meisten Paare wohnen bereits vor der Trauung zusammen und haben entsprechend einen vollständigen Haushalt. Was also schenken?
 

  • Sollten die Wünsche des Brautpaares zwingend akzeptiert werden?

Äußert das Brautpaar bestimmte Wünsche, sollten sich die Gäste daran halten. Die meisten Paare wünschen sich Geld, ebenfalls üblich sind Wunschlisten. Hier kann sich dann jeder Gast etwas rauspicken und sicher sein, dass es dem Paar gefällt.
 

  • Wie teuer muss das Geschenk sein?

Früher war es üblich zu ermitteln, was das Brautpaar ungefähr pro Gast für Essen und Getränke investiert und dann mindestens diesen Betrag zu schenken, beziehungsweise ein Geschenk dieses Wertes zu machen. Dies ist heute überholt. Gäste sollten sich auf ihr Bauchgefühl verlassen. Nahe Verwandte schenken meist mehr als entfernte Bekannte oder Arbeitskollegen. Wer völlig planlos ist, kann mit 50 bis 100 Euro meist wenig falsch machen.


Die Trauung - auch hier gibt es einiges zu beachten

Die Trauung ist meist der feierlichste Teil der Hochzeit und dementsprechend gilt es, hier nichts zu tun, was die Zeremonie stören würde.
 

  • Gibt es in der Kirche eine Sitzordnung?

Normalerweise werden die Gäste von den Trauzeugen eingewiesen, sodass es keine Unklarheiten darüber gibt, wer wo platznimmt. Ist dies nicht der Fall, gilt, dass die ersten Reihen für Familie und enge Verwandte des Brautpaares reserviert sind. Freunde und Bekannte nehmen weiter hinten Platz.
 

  • Was tun bei unbeabsichtigter Verspätung?

Es kann immer passieren, dass sich Gäste verspäten. Auf keinen Fall darf dann einfach hineingeplatzt werden. Sind die Kirchentüren bereits geschlossen, sollten sich die Betreffenden nach einem Seiteneingang umsehen. Am besten wird leise hereingeschlüpft, wenn gerade gesungen oder Musik gespielt wird. Wenn ein lautloses Betreten der Kirche nicht möglich ist, sollte lieber davor bis zum Ende der Trauung gewartet werden.
 

  • Muss bei der Messe mitgemacht werden?

Findet die Messe in einer anderen Religion als der eigenen statt, muss sich natürlich niemand mit dem Zeremoniell auskennen oder die Lieder mitsingen können. Höflich und respektvoll ist es allerdings, wenn die Gäste gemeinsam mit allen anderen aufstehen und sich wieder setzen.


Freie Messen unter freiem Himmel nehmen an Bedeutung zu

 

  • Ist es in Ordnung, während der Zeremonie zu fotografieren?

In der Regel hat das Brautpaar einen professionellen Fotografen engagiert, der die Trauung ablichtet. Gäste sollten deshalb auf das Fotografieren verzichten, dies stört die feierliche Zeremonie.
 

  • In welcher Reihenfolge wird gratuliert?

Nach der Trauung geht die Hochzeitsgesellschaft vor die Kirche, allen voran Braut und Bräutigam. Der Braut wird zuerst gratuliert, dann folgt der Bräutigam. Nun wird den Eltern der Braut gratuliert und anschließend denen des Bräutigams.
 

  • Wird das Geschenk persönlich überreicht?

Bei kleineren Gesellschaften kann das Geschenk gerne persönlich überreicht werden, sind es sehr viele Gäste steht meist ein separater Geschenke-Tisch bereit. Hier darf die Karte nicht vergessen werden, sonst kann das Brautpaar das Geschenk später nicht zuordnen.
 

Die Feier - vom Essen, bis zum Abschied

Die Trauung ist vorüber, nun wird ausgelassen gefeiert. Doch bedeutet dies, das Ende des guten Tons und der Etikette? Ganz sicher nicht.
 

  • Dürfen die Herren bei brütender Sommerhitze ihr Jackett ausziehen?

Zugegeben, bei über 30 Grad müssen die Herren der Schöpfung in ihren meist dunklen Anzügen ganz schön leiden. Dennoch darf keiner sein Jackett ablegen, bevor es der Bräutigam getan hat.
 

  • Wenn das Menü nicht gefällt, darf etwas anderes bestellt werden?

Unverträglichkeiten oder religiös motivierte Sonderwünsche gibt es immer. Diese sollten jedoch schon bei Zusage geäußert werden, damit sich das Brautpaar bei der Planung darauf einstellen kann. Wer das nicht tut, darf auch nicht am Essen herummäkeln. Dann lieber das Gericht leicht umdekorieren und wieder abräumen lassen und den Hunger mit Brot stillen.
 

  • Was darf in Reden oder in der Hochzeitszeitung über das Brautpaar verraten werden?

Hier gilt die Faustformel: Lustig ja, peinlich nein. Es darf nichts zum Besten gegeben werden, was das Brautpaar beschämt, denn schließlich sollen sie sich an ihrem großen Tag rundum wohlfühlen.
 

  • Ist eine persönliche Verabschiedung Pflicht?

Selbstverständlich sollten sich die Gäste nach der Feier nicht einfach unbemerkt aus dem Staub machen. Zudem ist es unhöflich, bereits vor Mitternacht zu gehen. Wer die Feier verlassen will, verabschiedet sich beim Brautpaar und deren Eltern und bedankt sich in aller Höflichkeit für die Einladung und die schöne Feier.


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Autor: 
ENERGY Media

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