Die deutsche Corona-Warn-App ist da!

Die offizielle Corona-Warn-App soll das Nachverfolgen von Infektionen erleichtern und im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt werden. Der Download der App ist freiwillig.

Das Wichtigste für viele vorweg: Der Download und die Nutzung der offiziellen Corona-Warn-App der Bundesregierung ist freiwillig! Wochenlang wurde sie entwickelt und getestet, nun steht sie zum Herunterladen bereit und die Benutzung wurde freigeschaltet. Wir haben dir die wichtigsten Infos gesammelt, die du jetzt wissen musst:

 

Was leistet die App?

Infektionsketten sollen frühzeitig erkannt und im besten Falle unterbrochen werden. Die App schützt dich hingegen nicht davor, dich selbst mit dem Virus zu infizieren. Sie soll Personen frühzeitig warnen, die mit Infizierten in Kontakt standen. Außerdem sollst du mit der App dein Testergebnis schneller bekommen.

 

Wie funktioniert die App?

Mit Bluetooth! Eigentlich ist der Kurzstreckenfunk nie für diese Aufgabe erfunden worden, aber sie eignet sich besser als andere Techniken, um Entfernungen zwischen zwei Geräten zu schätzen. Dein Smartphone sendet mit der Corona-Warn-App im Abstand von 2 1/2 bis 5 Minuten 16 Mal eine temporäre Identifikationsnummer in die nähere Umgebung. Gleichzeitig soll dein Telefon andere Bluetooth-Signale empfangen. Wenn Nutzer nebeneinander stehen und sie die App benutzen, tauschen die Smartphones die IDs aus.

 

Sieht man meine Kontaktdaten?

Nein! Klarinformationen des Anwenders werden nie verwendet. Es wird ein anonymisierten Tagesschlüssel von der App generiert, der alle 15 Minuten neue, temporäre IDs erzeugt, die dann mit anderen Smartphones ausgetauscht werden. Ein direkter Rückschluss auf den Nutzer der App ist nicht möglich.

 

Was passiert mit Infizierten?

Die eigentliche Infizierung mit dem Coronavoris muss vom Nutzer eigenständig in die App eingetragen werden. Ein Meldesystem soll dabei verhindern, dass versehentlich oder absichtlich eine falsche Infektionsmeldung in das System gelangt. Mit einem QR-Code vom Testlabor oder einer TAN, die man von einer Telefon-Hotline bekommt, muss der Status der Infizierung bestätigt werden. Hattest du Kontakt mit der infizierten Person, bekommst du über die Corona-Warn-App einen Hinweis, dass du sich testen lassen sollst.

 

Bringt die App etwas?

Geht man nach einer britischen Studie, so müssen rund 60 Prozent der Bevölkerung die App benutzen, damit der volle Effekt erreicht wird. Die Forscher aus Oxford sagen aber auch: "Selbst bei einem geringeren Anteil gehen wir davon aus, dass die Zahl der Infektionen und Todesfälle sinkt." Regierungssprecher Steffen Seibert sagte zur Studie: "Das war eine vollkommen andere Zeit mit einem viel, viel höheren Reproduktionsfaktor. (...) Aber sie hat ihren Nutzen bereits weit unterhalb dieser Marke von 60 Prozent."

 

Auf welchen Smartphones funktioniert die App?

Bei Apple-Geräten ist iOS 13.5 Mindesvoraussetzung, das Betriebssystem gibt es für Geräte aber dem iPhone 6s oder iPhones SE. Bei Android ist es etwas komplizierter: Android 6 und die Unterstützung von Bluetooth SE ist Mindesvoraussetzung. Außerdem müssen auch die Google Play Services laufen.

 

>> Weitere Informationen zur offiziellen Corona-Warn-App der Bundesregierung

 

>> Download für iOS (Apple Store) und für Android (Google Play)

Der Corona-Warn-App Mythen-Check

 

Die Corona-Warn-App kennt immer meinen Standort

 

Diese Angelegenheit ist vor allem für Android-Telefonen Nutzer verwirrend: Bei der Installation der Corona-Warn-App folgt nämlich die Aufforderung, dass Standort-Daten (z.B. via GPS) angeschaltet sein müssen. Dabei wurde allerdings bei der Entwicklung der App extra Wert darauf gelegt, dass eben keine Bewegungsprofile erstellbar sind!

Tatsache ist: Die App, inklusive ihres Entwicklerteams, hat keinen Zugriff auf deine Standortdaten. Dass diese dennoch angeschaltet werden müssen, hat einen anderen Grund, und zwar einen Technischen: Die Schnittstelle, mit der die Corona-Warn-App an die Betriebssysteme von Google und Apple andockt, benötigt Standortdaten, um andere Telefone in der Nähe zu finden, zu welchen dann eine mögliche Nähe per Bluetooth gemessen werden kann.

 

 

Die Corona-Warn-App macht mein Smartphone und die Internetverbindung langsamer

 

Zur Zeit gibt es keine Hinweise darauf, dass die Corona-Warn-App die Leistung deines Smartphones oder deiner Internetverbindung spürbar verlangsamt. Die App läuft insgesamt weitest gehend ressourcenschonend im Hintergrund mit. Zudem haben alle Mobilfunkanbieter angekündigt, dass die Datenübertragungen über die App nicht zum Datenvolumen deines Mobilfunkvertrags zählen sollen. Allerdings: Durch das permanente Anschalten von Bluetooth und Standort-Diensten in der App, hält der Akku womöglich nicht mehr ganz so lang.

 

 

Die Corona-Warn-App hat Lücken im Datenschutz

 

Gerade sieht´s nicht danach aus! Das Konzept ist so konzipiert, dass alle Teilnehmer anonym bleiben. So kommen bei der Kontaktverfolgung nur nur anonymisierte Schlüssel*  zum Einsatz, die sich regelmäßig ändern. Informationen über das Zusammentreffen von Usern –also über „digitale Handschläge“– werden nicht zentral gespeichert, sondern dezentral auf den Handys. Auf dem Server der Betreiber liegt nur eine Liste mit den anonymen Schlüsseln von Infizierten. An sich gibst du also gar nicht so viel von dir Preis und dazu kommt, dass das Bundesamt für Datenschutz die App als sicher bewertet.

* deine Identität wird quasi in einen Code umgewandelt

 

Autor: 
kk
_self

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