Die "Jerusalema Challenge" könnte teuer werden

Krankenhauspersonal, Verkäufer*innen oder Polizeistationen - sie alle tanzten die letzten Monate zu dem Megahit "Jerusalema" von Master KG. Doch jetzt kriegt der Spaß kostspielige Konsequenzen.

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Zusammen tanzen und damit das WIR-Gefühl stärken, Lebensfreude versprühen und neue Hoffnung schöpfen in der schwierigen Krise der Corona-Pandemie - dafür stand die "Jerusalema Dance Challenge", die jetzt einen bitteren Nachgeschmack kriegt.


die sache mit dem urheberrechT

Obwohl die Challenge eine tolle Sache ist, gibt es ein großes Problem: Beim Hochladen der Videos wurde in vielen Fällen das Urheberrecht nicht beachtet. Als Konsequenz hat Master KGs Label Warner Music nun massenhaft Post versandt und fordert die angefallenen Lizenzgebühren ein. Das Label sieht in den teilweise sehr erfolgreich geklickten "Jerusalema Challenge"-Videos eine Verletzung des Urheberrechts. Die Musik und der Tanz wurden also ohne Einwilligung des Urhebers von Dritten benutzt ,um eine positive Außendarstellung zu erzielen oder sich zu promoten. Da für so eine Nutzung eigentlich eine Lizenzgebühr nötig ist, verlangt Warner Music jetzt nachträglich teilweise vierstellige Beträge von betroffenen Unternehmen. 


lehren für die zukunft

Mitten in einer Pandemie von den "Corona-Helden" so viel Geld zu verlangen, weil Mitarbeiter*innen gemeinsam an einer spaßigen, hoffnungsvollen Challenge teilgenommen haben, stößt jedoch auf Kritik. Warner Music reagierte darauf und verkündete, man wolle jetzt die "jeweiligen Rahmenbedingungen des betreffenden Nutzers" berücksichtigen. So soll es unterschiedliche Preiskategorien geben, auch spricht Warner Music von teilweise nur "symbolischen Beträgen", die für Betroffene fällig werden. Ein kleiner Strafzettel quasi, um darauf aufmerksam zu machen, dass Künstler*innen eine Gebühr zusteht, wenn andere ihre Musik verwenden - unabhängig davon, wie gut gemeint die Idee war.

 

werden privatleute auch zur kasse gebeten?

Momentan sieht es danach aus, dass die Zahlungsforderungen erstmal "nur" große Unternehmen treffen. Firmen, die bereits eine Challenge online gestellt haben, sollten sich überlegen das Video wieder runterzunehmen - es sei denn sie kümmern sich um eine Lizenz oder sind bereit, das finanzielle Risiko einzugehen. Privatnutzer*innen sind wohl zurzeit noch nicht von der Klagewelle betroffen. Nichtsdestotrotz lohnt es sich beim Hochladen von Videos immer die Urheberrechte im Hinterkopf zu haben und im Zweifel auf Nummer sicher zu gehen - spätestens dann, wenn die nächste virale Challenge ansteht. 

 

Autor: 
ld
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