Die Toilette, die dich für's Geschäft bezahlt

Ein koreanischer Forscher hat eine Toilette entwickelt, die ihre Nutzer*innen für das Geschäft bezahlt und aus den Ausscheidungen Energie gewinnt. Klingt erstmal etwas seltsam, ist aber eine richtig coole Idee.

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Stell dir mal vor, du würdest jedes Mal wenn du eine Toilette benutzt, etwas Gutes für die Umwelt tun und auch noch dafür bezahlt werden. Klingt ziemlich abgefahren, oder? Auf einem Campus in Südkorea ist das aber möglich. 

 

wertvolle energie

Der koreanische Forscher Cho Jae-Weon hat eine Toilette entwickelt, die menschliche Ausscheidungen in Strom verwandelt und den "Lieferanten" auch noch mit (digitalem) Geld belohnt. Von den rund 0,5 Kilowattstunden, die man aus den täglichen Klobesuchen einer Person ziehen kann, kann ein modernes Elektroauto etwa 1,2 Kilometer fahren oder ein durchschnittlicher Laptop über einen Tag betrieben werden - da steckt also doch ganz schön viel Energie in den Ausscheidungen!

 

mikroorganismen am werk

Und so funktioniert die Toilette, die übrigens "BeeVi" heißt: Die Studierenden oder Lehrkräfte nutzen ganz normal eine der drei auf dem Campus vorhandenen Spezial-Klos. Nachdem das Geschäft verricht wurde, werden die Ausscheidungen aber nicht in die Kanalisation geführt, sondern per Vakuumpumpe in einen großen Tank gezogen, in dem Mikroorganismen angesiedelt sind. Diese zersetzen dann die Ausscheidungen und erzeugen dabei Methan, welches wiederum in einen Druckbehälter abgepumt wird, um zum Beispiel Gasöfen oder Heißwasserboiler oder Festoxidbrennstoffzellen zu betreiben. Alles, was die Mikroorganismen nicht verwerten, kann als Düngemittel verwendet werden. 

 

geld fürs geschäft

Die "Lieferanten" dieser Energiequelle werden auch entlohnt. Wer sein Geschäft bei "BeeVi" verrichtet, kann das via App und QR-Code vermerken und bekommt dann 1x pro Tag eine virtuelle Währung gutgeschrieben, die dann wie ein Gutschein auf dem Campus des Ulsan National Institute of Science and Technology eingelöst werden können. 

Eine richtige Win-Win-Situation für alle Beteiligten!

 

Autor: 
ld
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