Diese skurrilen Wörter standen mal im Duden

Von "Atze" bis "Zehrpfennig" - diese Wörter sind in der neuen Ausgabe des Duden nicht mehr zu finden.

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Wie lautet nochmal dieses eine Wort, das du gerade suchst? Du überlegst seit Stunden, es liegt dir auf der Zunge, aber du kommst einfach nicht drauf? Keine Panik! Geh' einfach auf duden.de und du wirst fündig. Wirkt erstmal relativ simpel, war aber leider nicht immer so einfach. Das gute alte Internet gibt es nämlich erst seit 1991. Vorher musste man tatsächlich das dicke gelbe Buch aus dem Regal holen, den Staub abklopfen und es auch noch aufschlagen.

 

Außergewöhnliche Wörter

Den Duden in Buchform gibt es übrigens seit 1880. Über die Jahre sind viele Wörter dazugekommen, andere wurden wieder gestrichen. Dieser Artikel ist ein kurzer Nachruf an die skurrilsten Wörter, die in der neuen Ausgabe des Duden nicht mehr zu finden sein werden. 300 Wörter fliegen nämlich raus. Wir sagen Lebewohl zum "Hackenporsche" und "Nuditätenschnüffler". Mehr dieser skurrilen Wörter findest du hier:

Diese Wörter wurden gestrichen

  • Pfeffersack (reicher Händler)
  • Pappenstiel (Belanglosigkeit)
  • Tagedieb (Faulenzer)
  • Tellerlecker (Schmarotzer)
  • Zärtling (Feigling, Jammerlappen, Muttersöhnchen)
  • Majonäse (alte Schreibweise von Mayonnaise)
  • Hackenporsche, Kartoffelmercedes (Einkaufstrolley alter Menschen)
  • Zehrpfennig (Geld, das Huren am Kloster erhalten haben)
  • Nuditätenschnüffler (Jemand, der Anzüglichkeiten in der Öffentlichkeit anprangerte)
  • halbschürig (minderwertig)
  • Stickhusten (Keuchhusten)
  • Buschklepper (Dieb, der sich im Gebüsch versteckt)
  • Überschwupper (Pullover)
  • kuranzen (schikanieren)
  • gravid (schwanger)
  • Ränkeschmied*in (eine Person, die Intrigen plant und ausführt)
  • Biedersinn (rechtschaffende Gesinnung)
  • approchieren (sich nähern)
  • ruchbar werden (bekannt werden)
  • Atze (älterer Bruder, Freund)
  • disjunkt (geschieden, getrennt)
  • Tingeltangel (billiges Tanzlokal, wandernde Kleinkunst-Darbeitung)
  • Eselsbank (Sitzbank des schlechtesten Schülers)
  • poussieren (flirten, umwerben)
  • alldieweil (während)
  • Mündel (Person, die unter Vormundschaft steht)
  • Ingrimm (heftiger Zorn, verbissene Wut)

Eine Hommage an die gestrichenen Wörter

Und weil's so schön ist, feiern wir die Wörter nochmal so richtig ab, vielleicht kommen sie in ein paar Jahren ja doch wieder in den Duden? Retro ist ja gerade sehr modern.

 

Wenn du also nächstes mal mit deinem Schwarm in der Öffentlichkeit poussierst, pass' auf, dass euch kein Nuditätenschnüffler für diesen Pappenstiel kuranzt oder sich euch ein Buschklepper approchiert, um dir deinen neuen Überschwupper abstreitig zu machen. Den hast du dir ja schließlich gerade erst mit deinem halbschürigen Hackenporsche von einem Pfeffersack geholt. Das gibt sonst bestimmt Ingrimm. Auch alldieweil du deine Atzen triffst, um ein Tingeltangel zu besuchen, solltest du dich von Ränkelschmieden fern halten. Die haben bestimmt keinen Biedersinn und waren früher Dauergäste auf der Eselsbank.

 

In diesem Sinne: Lebt wohl!

Neuaufnahme von Wörtern

Der Duden wird ständig aktualisiert, neben den Wörtern, die rausfliegen, finden natürlich auch viele Wörter, die unsere Sprache prägen, Einlass in den Duden. In der Neuauflage finden sich beispielsweise Wörter wie: Covid-19, Reproduktionszahl und Lockdown - also Wörter, die unsere Gesellschaft zurzeit sehr stark prägen. Neu aufgenommen wurden insgesamt aber 3.000 Wörter, darunter auch Flugscham, Elektroscooter und transgender. Außerdem finden Nutzer erstmals auch Hinweise zum gendergerechten Sprachgebrauch.

 

Autor: 
sb
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