Dieser Corona-Thriller spaltet die Gemüter

Blockbuster über gefährliche Krankheiten oder Endzeit-Katastrophenfilme sind nichts Neues. Doch ein Film über eine Pandemie, während in Realität eine echte Pandemie wütet? Mit "Songbird" ist jetzt genau so ein Film angelaufen. Stellt sich nur die Frage: Wollen die Leute das? 

Ursprünglich sollte es ein ganz "normaler" Film über eine Viruskrankheit werden, doch dann kam Covid-19 und das Drehbuch wurde kurzerhand angepasst. Gedreht wurde unter Corona-Bedingungen im Sommer 2020. Soweit so gut. Doch als im Herbst der erste Trailer releast wurde, sah sich die Produktionsfirma um Michael Bay ("Transformers", "Armageddon") mit einem Shitstorm konfrontiert. 

 

covid-23 und unendlicher lockdown

Die Szenarien, die der Film beschwört, sind düster: Es ist das Jahr 2024, die Welt ist seit Jahren im Lockdown-Zustand. Das Virus heißt nicht mehr Covid-19, sondern Covid-23 und ist mittlerweile mehrfach mutiert. Es greift jetzt in kürzester Zeit auch das Hirn an. Zwischen Straßensperren und riesigen Quarantänecamps steigen Rauchschwaden auf - es herrscht dystopisches Katastrophenfeeling. Das Militär patroulliert, es gibt Desinfektionstrupps. Wer gegen das Virus immun ist, kriegt ein gelbes Bändchen ans Handgelenk. 

 

geschmacklos oder unterhaltend?

Im Herbst empfanden viele den angekündigten Film als zynisch, geschmacklos oder schlichtweg zu früh. Es werde mit den Ängsten der Menschen gespielt und die schlimmsten Szenarien skizziert, die so gar nicht eintreten müssen (und hoffentlich auch nicht werden). Andererseits erfreuten sich Blockbuster über Infektionskrankheiten gerade zu Beginn der Pandemie großer Beliebtheit, wie zum Beispiel "Contagion" (2011) oder "Pandemie" (2013). Warum also nicht einen Film drehen, der die aktuelle Pandemie behandelt? Wann, wenn nicht jetzt, können sich Zuschauer*innen so authentisch in einen Pandemie-Film einfühlen?


publikum gespaltet

Nach der kollektiven Entrüstung ist "Songbird" jetzt ohne große Werbung relativ unspektakulär auf Amazon Prime angelaufen und wurde auch schon über 600x bewertet (Stand 4.3.2021). Und es lässt sich erkennen, dass das Publikum überwiegend gespaltet ist. In der Verteilung der Sterne sieht man deutlich, dass die Mehrheit der Zuschauer*innen entweder volle fünf Sterne oder lediglich nur einen einzigen Stern vergaben. "Songbird", der Film über die Pandemie während der Pandemie, polarisiert also weiter.

 

mach dir selbst ein bild! hier gibt's den trailer:

 

 

Autor: 
ld
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