Drachenlord zu zwei Jahren Haft verurteilt

Der YouTuber "Drachenlord" muss sich wegen verschiedener Delikte vor Gericht verantworten - Aber wer ist das überhaupt und was hat er verbrochen? Wir klären dich auf!

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Im mittelfränkischen Dorf Altschauerberg herrschen Vandalismus, Demonstrationen und Hater-Tourismus. Jetzt lautet das Urteil nach dem jahrelangen Streit: Zwei Jahre Haft für den "Drachenlord". Dem YouTuber werden unter anderem gefährliche Körperverletzung sowie Beleidigung und Verleumdung von Polizeibeamten vorgeworfen. Dabei ist er zunächst das Opfer gewesen.

 

 

Worum geht's genau?

Der "Drachenlord" heißt bürgerlich Rainer Winkler und lebt im 40 Kilometer von Nürnberg entfernten Dorf Altschauerberg. Auf seinem YouTube Kanal "Drachen Lord" versucht der mittlerweile 32-jährige vor Jahren, mit Tanzvideos einen viralen Erfolg zu landen. Das schafft er auch - Allerdings entgegen seiner Erwartung. Nachdem er sein Video-Repertoire auch auf Game Streams, alltägliche Vlogs und ganz persönliche Kommentare erweitert und öffentlich seine Adresse nennt, eskaliert die Situation: Die Community reagiert mit Hass und Mobbing in den Kommentarspalten und reist in Scharen nach Mittelfranken.

 

Winklers Angriffsfläche: Hauptsächlich sein Erscheinungsbild und Äußerungen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen. Oft wird der "Drachenlord" auch als "Ragelord" oder "Lügenlord" betitelt. Seine Hater starten das "Drachen Game": Öffentlich wird im Netz dazu aufgerufen, den YouTuber vor Ort zu beleidigen, sein Eigentum zu zerstören und seinen Nachbarn nachzustellen. Die Aktionen werden gefilmt und landen im Internet. Dorfbewohner werden beschimpft und sogar ein Restaurantbesitzer im Ort bekommt über zweieinhalb Jahre Scherzanrufe und Schikanen ab. Auf Rainer Winklers Namen werden mit gefälschten Kreditkarten diverse Produkte oder Essen online bestellt. Den Gipfel erreicht das Spiel 2018, als mehrere Hundert Menschen vor dem Haus des Bloggers demonstrieren.

 

Gerichtsverhandlung ausgelagert

Winkler habe einen Mann mit einer Taschenlampe am Kopf verletzt, einen weiteren in den Schwitzkasten genommen und geschlagen und einen weiteren mit einem Backstein beworfen, das berichtet der Spiegel. Im Zusammenhang mit ihm und seinem Internetauftritt sei die Polizei vor Ort zudem ausgelastet gewesen - Bis zu 15 Mal täglich hätten Einsätze stattgefunden. Die Staatsanwaltschaft befürchtete einen großen Menschenandrang zum Gerichtsprozess und verlegte die Hauptverhandlung nach Nürnberg.. Rainer Winkler ist bereits vorbestraft. 2019 wurde er wegen einer Pfefferspray-Attacke verurteilt

 

Das Urteil

Im Prozess hat Rainer Winkler die Vorwürfe aus sieben Anklageschriften gestanden und sich entschuldigt, so die Tagesschau. Nachdem die Staatsanwältin eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert hatte, wurde der "Drachenlord" jetzt zu zwei Jahren Haft verurteilt.

 

Autor: 
rn
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