Ein Pullover aus Hundehaaren?

Der Herbst hat uns mittlerweile fest im Griff und das bedeutet natürlich: Vorhang auf für flauschige Wollpullis! Die gibt's klassisch aus Kaschmir, Alpaka, Angora oder Mohair - oder aus Hundehaar. Klingt erstmal seltsam, ist aber eine interessante Alternative.

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Hundebesitzer kennen das - einmal den Hund kräftig ausgebürstet und schon bleibt ein Häufchen ausgekämmte Unterwolle über. Meistens landet diese im Müll. Viel zu schade, fand Ann Cathrin Schöneck. Die Strickdesignerin fragte sich, ob man nicht aus diesem Haar auch Wolle machen könne und setzte sich kurzerhand mit Textilingenieurin Franziska Uhl zusammen und gemeinsam führen die beiden nun das Start-up Modus Intarsia

 

nachhaltig und tierfreundlich - und super flauschig

Auch wenn viele erstmal skeptisch sind, betonen die Unternehmerinnen, dass Hundewolle tatsächlich viele Vorteile gegenüber anderen Wollarten habe. So sei Chiengora (so der offizielle Name für Hundewolle) bis zu 80% wärmer als Schafwolle und könne den Wärme- und Kältehaushalt gut regulieren. Klingt perfekt für kalte Wintertage, wie wir finden.

 

Auch was Nachhaltigkeit angeht, ist Hundewolle eine gute Sache. So ist zum Beispiel das Reinigen von Schafwolle mit erheblich mehr Aufwand verbunden, da diese meistens verschmutzter ist oder mit Wollfett imprägniert ist. Hundehalter hingegen halten ihren flauschigen Begleiter meistens relativ sauber.

 

Ein weiterer Pluspunkt: Für die Hundewolle werden nicht extra Tiere gezüchtet oder gehalten. Da Fell auskämmen sowieso zur Hunde-Pflege-Routine gehört, setzt das Unternehmen einfach nur da an, das vermeintliche "Abfallprodukt" zu verwenden und ihm ein zweites Leben zu schenken. So haben sich die Gründerinnen ein Netzwerk von Sammler*innen aufgebaut, die ihnen die Unterwolle zusenden, welche dann gewaschen und zu Garn verarbeitet wird. 

 

nasser hund?

Übrigens: Wer mit seinem Winterpulli aus Chiengora in den Regen kommt, muss nicht befürchten, danach nach "nassem Hund" zu riechen. Durch den Verarbeitungsprozess und das Waschen bleiben keine Gerüche zurück. Auch für Allergiker ist die Faser unbedenklich. Nur, ob Chiengora vegan ist oder nicht, darüber lässt sich debattieren. Das Unternehmen selber bezeichnet ihr Garn auf ihrer Website jedenfalls als vegan-freundlich.

 

Autor: 
ld
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