Einbruchszahlen auf hohem Niveau - So kannst du dich schützen

Schon seit Jahrzehnten sind die Einbruchszahlen in Deutschland konstant gestiegen. Nun konnte ein Stand auf einem gefährlich hohen Niveau erreicht werden. Besonders aufgrund der schlechten Aufklärungsquote fordert die Polizei die Bürger längst auf, selbst die Verantwortung für präventive Maßnahmen zu übernehmen. Doch wie können diese effektiv gestaltet sein?

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Das Vorgehen der Einbrecher

Um nachvollziehen zu können, wie ein sicherer Schutz möglich ist, muss zunächst das Vorgehen der Einbrecher beleuchtet werden. Nach wie vor ranken sich leider sehr viele Mythen rund um dieses Thema, die eine genaue Einschätzung der Lage umso schwerer machen. So glauben zum Beispiel viele Menschen, die Einbrecher würden sich stets nur im Dunkeln durch kleine Luken ins Haus schleichen. Stattdessen ist die Bandbreite unterschiedlicher Taktiken und Techniken sehr viel größer. Immer wieder werden Einbrüche beobachtet, bei denen sich die Täter dem Haus dreist über die Eingangstüre nähern. Durch dieses offensive Vorgehen ziehen sie oft weniger Verdacht auf sich, als bei einer untypischen Annäherung von der Gartenseite.

 

Weiterhin gibt es längst einige bekannte Tricks und Maschen, die jedoch immer wieder funktionieren. So zum Beispiel der Beerdigungs-Trick. Dafür informieren sich die Täter über anstehende Beerdigungen und die Adresse des trauernden Haushalts. Zur Zeit der Trauerfeier haben sie nun die Gelegenheit, unbemerkt ins Haus zu kommen. Diese Tricks sind es, die es durch eine passende Prävention zu vermeiden gilt.

 

Der individuelle Schutz

Doch was ist nun konkret zu tun, um die Gefahr eines Einbruchs im eigenen Fall zu verringern? Zunächst ist es hier besonders wichtig, keinem pauschalen Tipp zu folgen. Viel wichtiger ist es, die Schwachstellen der eigenen vier Wände zu erkennen, die es in puncto Sicherheit gibt. Sind zum Beispiel Fenster durch das Erdgeschoss besonders leicht zu erreichen? Gibt es eine Balkon- oder Terrassentür, welche leicht von außen ins Visier genommen werden kann? Bevor viel Geld investiert wird, um die allgemeine Sicherheit zu erhöhen, lassen sich diese Ansatzpunkte konsequent nutzen, um die persönliche Sicherheit zu stützen.

 

Zunächst ist es dabei von Bedeutung, Fenster und Türen zu verriegeln. Wer nicht bereits über spezielle Sicherheits-Fenster verfügt, die ein Aufhebeln unmöglich machen, stellt den Tätern keine allzu große Aufgabe. Mit der Hilfe eines Brecheisens sind diese binnen weniger Minuten dazu in der Lage, ein Fenster oder eine Tür aus den Scharnieren zu schieben. Eine konsequente Verriegelung, die einer ästhetischen Gestaltung der eigenen vier Wände nicht im Wege steht, ist bereits für gut 40 Euro für ein Fenster zu haben. Mit einem mittleren dreistelligen Betrag ließe sich somit ein erheblicher Vorteil in Sachen Sicherheit in einer ganzen Wohnung durchsetzen.

Weitere Wege der Sicherheit

Doch es bieten sich in der Praxis noch weitere Chancen, um die eigene Sicherheit zu erhöhen. Auf der einen Seite ist es möglich, über das alte Modell der Alarmanlage nachzudenken. Der Expertenmeinung zufolge handelt es sich hier jedoch um eine Absicherung, wie sie erst in Betracht gezogen werden sollte, wenn bereits andere schützende Maßnahmen konsequent verfolgt wurden. Dies hängt in erster Linie mit den hohen Kosten der Anschaffung zusammen, wie sie hier in Kauf genommen werden müssen. Die Alarmanlage selbst dient zudem mehr der Abschreckung, als zur klaren Identifizierung der Täter. Somit lässt sich viel darüber diskutieren, wie gut das Verhältnis von Preis und Leistung bei dieser Anschaffung genau ist.

 

Auf der anderen Seite ist es möglich, einen Einbruch durch das Vortäuschen von Anwesenheit zu vermeiden. Tatsächlich suchen sich die Täter stets Wohnobjekte aus, die auf sie einen unbewohnten Eindruck machen. In ihren Augen bedeutet dies ein niedriges Risiko, entdeckt zu werden. An und für sich können Hausbesitzer ihre Abwesenheit sogar während des Urlaubs effektiv verschleiern. Dies beginnt bereits mit dem Leeren des Briefkastens und dem Gießen der Blumen durch die Nachbarn. Dadurch ist für einen ersten bewohnten Eindruck gesorgt.

 

Alarmanlage am Haus

 

Zeitung im Briefkasten

Weiterhin bietet sich die Gelegenheit, eine automatische Steuerung der Beleuchtung zu etablieren. Diese ist dazu in der Lage, einen natürlichen Rhythmus des Ein- und Ausschaltens zu simulieren. Wer dazu bereit ist, die etwas höheren Stromkosten zu bezahlen, die mit den Einsatz verbunden sind, kann sich so in einer Phase der persönlichen Abwesenheit gut selbst schützen. Denn auf die Einbrecher wirkt das betreffende Objekt mit einem Mal weniger attraktiv.

 

Die Verzögerungstaktik

Doch all diese Maßnahmen zielen nicht darauf ab, es für die Einbrecher unmöglich zu machen, ins Haus zu gelangen. Haben sie genügend Zeit, so werden sie stets Mittel und Wege finden, um doch zu ihrem Ziel zu gelangen. Allerdings steigt aus ihrer Sicht mit jeder Minute der vergeblichen Bemühungen das Risiko, entdeckt zu werden. Schätzungen der Experten zeigen, dass routinierte Einbrecher aus diesem Grund nach etwa vier Minuten selbst die Flucht ergreifen und sich einem anderen Objekt zuwenden. Für den persönlichen Fall wäre dadurch das Ziel des Einbruchschutzes erreicht.


Wer sich genauer zu diesen Maßnahmen informieren möchte, die im individuellen Fall getroffen werden können, kann dies aus bei den Profis tun. So bietet zum Beispiel die Polizei-Beratung kostenlose Broschüren zum Thema Einbruchschutz. Wie groß das tatsächliche Risiko ist, selbst zum Opfer einer solchen Situation zu werden, lässt sich derweil nicht pauschal sagen. Dies hat mit den enormen regionalen Differenzen zu tun, wie sie in Deutschland beobachtet werden können. Als besonders gefährdet gelten einerseits die in einer Großstadt lebenden Menschen, wo das Leben häufig von mehr Anonymität geprägt ist. Andererseits sieht sich der Osten Deutschlands einer größeren Welle an Einbrüchen ausgesetzt, was vor allem auf die osteuropäischen Banden zurückzuführen ist.

 

Autor: 
ENERGY Media
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