Hoffnung für die Kulturbranche? Eine Aerosol-Studie bringt positive Erkenntnisse

Endlich mal so etwas wie gute Nachrichten für die Kulturbranche, auch wenn diese Meldung leider noch keine Gehälter zahlt. Die Auswertungen einer Aerosol-Studie haben gezeigt, dass ein Konzertbesuch in Pandemiezeiten unter Einhaltung bestimmter Kriterien ohne großes Risiko möglich sei.

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An der Studie waren Wissenschaftler*innen des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Zusammenarbeit mit der Messtechnik-Firma ParteQ und dem Umweltbundesamt beteiligt. In der Studie wurde experimentell untersucht, wie sich Aerosole und CO2 in einem Konzertraum mit Sitzplätzen ausbreiten. Die Ergebnisse liefern auch vergleichbare Erkenntnisse für andere, vergleichbare Räumlichkeiten wie beispielsweise Kinosäle.

 

Der Auftraggeber der Studie, das Konzerthaus Dortmund, verkündete nun die Ergebnisse: Eine Gefahr einer Corona-Übertragung sei nahezu unmöglich, wenn in den jeweiligen Räumlichkeiten genügend Frischluftzufuhr über eine raumlufttechnische Anlage erfolge und alle Gäste eine Maske tragen würden. Sogar eine Vollbesetzung der Räume scheint möglich zu sein, denn es gibt keinen automatisch höheren Infektionsschutz, nur weil sich weniger Menschen im Saal aufhalten würden.

 

Ein maskenfreies Szenario wurde in der Studie ebenfalls untersucht, Hein-Jörn Moriske, Direktor und Professor im Umweltbundesamt, sagte dazu folgendes: "Das Tragen von Mund-Nasenschutz im Saal ist von Vorteil, wenn auch nicht von so großer Bedeutung, wie vorher angenommen." Ein Kultur-Besuch ohne Maske wäre demnach möglich, sofern der jeweilige Vorderplatz nicht besetzt werde. Für Menschen auf den Nachbarplätzen sei die Gefahr einer Ansteckung eher gering. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass außerhalb der Säle weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen wird, also beispielsweise auf den Gängen und in Toiletten.

 

Ob das nun die Wiederauferstehung der Kulturbranche bedeutet? Dafür ist es noch zu früh, es gibt allerdings durchaus Zuspruch aus der Politik für die coronagebeutelte Kulturbranche. Isabel Pfeiffer-Poensgen, Kultur- und Wissenschaftsministerin in Nordrhein-Westfalen, gab ein Statement ab, welches durchaus Hoffnung machen darf: "Das Thema Belüftung ist ein entscheidender Faktor für die Wiedereröffnung von Kultureinrichtungen. Die Studie des Konzerthaus Dortmund ist daher ein wertvoller Baustein für die Bemühung, den Spielbetrieb auch in Pandemiezeiten zu ermöglichen. Sie zeigt gleichzeitig, mit welch großem Verantwortungsbewusstsein die Kultureinrichtungen dem Publikum gegenüber handeln." Eine von der Landesregierung zusammengestellte Arbeitsgruppe wird nun auf Grundlage der Erkenntnisse eine mögliche Öffnungsstrategie erarbeiten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

 

Autor: 
jk
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