Kein Platz für Hass und Hetze! Tag gegen Mobbing

Am 22. Februar ist internationaler "Behaupte dich gegen Mobbing"-Tag. 

Kind_Mobbing_header.jpg

Mit der Kampagne "ENERGY gegen Hass und Diskriminierung" setzt sich ENERGY seit Jahren gegen Mobbing und Hate im Netz ein, unterstützt von vielen Stars. Denn wir bei ENERGY sind überzeugt: Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. Hasskommentare, Beleidigungen, Diskriminierungen und Mobbing sind nicht weniger schlimm, nur weil sie im Internet stattfinden. Es ist wichtiger denn je, Haltung zu zeigen und sich aktiv gegen Cybermobbing zu positionieren. ENERGY möchte mit der Kampagne seine Zuhörer*innen für dieses brandaktuelle und gefährliche Thema sensibilisieren und ein Bewusstsein schaffen - denn jeder Hasskommentar ist einer zu viel und trifft die Empfänger*innen schwer.

 

cybermobbing unter kindern nimmt zu 

Hass- und Mobbing im Netz betrifft aber keinesfalls nur Teenager und Erwachsene. Was früher auf dem Schulhof ausgetragen wurde, findet jetzt zunehmend im Netz statt. Durch die coronabedingte Verlagerung der Schule und der sozialen Kontakte ins Internet (Stichwort Homeschooling), ist Cybermobbing auch längst bei den Kleinsten angekommen. "Die Opfer werden immer jünger", sagt Sarah Seeliger von der gemeinnützigen Organisation "Librileo", welche den "Behaupte dich gegen Mobbing"-Tag zum Anlass nimmt, um gemeinsam mit Bundesministerin Franziska Giffey auf das Thema aufmerksam zu machen.

 

Denn gerade bei Cybermobing unter Kindern sind Eltern oft überfordert, da sie keinen Einfluss auf das Verhalten anderer Kinder in den sozialen Medien haben. Die Folgen allerdings können gravierend sein: Cybermobbing ist oft der Beginn von starken emotionalen Verletzungen, die noch lange nachwirken können. "Eltern sind derzeit noch einmal stärker gefragt, ihre Kinder über Cybermobbing und die daraus resultierenden psychischen Folgen aufzuklären und ihnen frühzeitig beizubringen, dass Verspottung, Beleidigung, Bloßstellung oder gar eine Bedrohung anderer Kinder/Jugendlicher keine Optionen sind“, so Sarah Seeliger. Mobbing darf nie zu einer Art "Freizeitsport" zwischen Täter*in und Opfer mutieren.

 

das können eltern tun

  • Sollte dein Kind selbst Opfer einer Cybermobbing-Attacke geworden sein, bring vor allem erst

einmal Verständnis für das Kind auf und reagiere nicht mit einem Handy- oder Internet-Verbot. Das würde dein Kind, was in diesem Fall das Opfer ist, nur zusätzlich bestrafen.

 

  • Suche zusammen mit deinem Kind nach einer Lösung und bespreche, ob du mit den Eltern

des anderen Kindes, mit der Schule oder gar mit der Polizei sprechen solltest. In den meisten Fällen kennt das betroffene Kind den/die Täter*in aus der Schule oder dem sonstigen Umfeld.

 

  • Wenn du den/die Täter*in kennst, nimm Kontakt auf und weise unbedingt darauf hin, dass Cybermobbing strafbar ist und du die Polizei verständigen wirst, sollte die Belästigung nicht aufhören.

 

  • Sichere Beweise, indem du von den entsprechenden Nachrichten oder Bildern Screenshots machst - sowohl wenn dein Kind gemobbt wird, als auch, wenn es selbst zum/r Täter*in werden sollte. So kann der Fall später belegt werden.

 

  • Sollten kompromittierende Inhalte auf Internetseiten von deinem Kind auftauchen, kannst du als

Elternteil die Plattform auffordern, diese zu entfernen. Die meisten sozialen Netzwerke bieten eine sogenannte "Meldefunktion". Für den Fall, dass die Plattformbetreiber nicht auf die Bitte reagieren, solltest du zivil- und strafrechtliche Schritte anwenden.

 

  • Wenn dein Kind selbst zum Opfer geworden sein sollte, kannst du auch Freunde und erwachsene Vertrauenspersonen darum bitten, sich im jeweiligen Medium für das Kind stark zu machen, indem sie die beleidigenden Bilder, Videos oder Nachrichten eindeutig ablehnend kommentieren. Hiermit kann den Gefühlen von Ohnmacht und Hilflosigkeit entgegengewirkt und das Selbstbewusstsein des Kindes gestärkt werden.

 

  • Solltest du als Elterteil erfahren, dass das eigenes Kind andere mobbt, versuche möglichst vorurteilsfrei mit deinem Kind über den Sachverhalt zu sprechen und herauszufinden, warum das Kind zum/r Cybermobber*in geworden ist. Erkläre auch, was es mit seinem Verhalten anrichtet (Tipp: Zeig deinem Kind durch einen Perspektivwechsel auf, wie es selbst auf solche Attacken reagieren würde).

 

  • Als Präventionsmaßnahme gilt gerade in Zeiten von Homeschooling und starker Online-Medium-Nutzung: Sensibilisiere dein/e Kind/er für das Thema Cybermobbing, damit sie lernen, was sie dem Opfer antun und sprich über mögliche Konsequenzen (das Täter*innen zur Verantwortung gezogen werden und dass das strafrechtliche Folgen haben kann).

Familienministerin liest vor

Anlässlich des "Behaupte dich gegen Mobbing"-Tages liest Bundesminsterin Franziska Giffey aus zwei Kinderbüchern vor, die sich mit dem Thema Mobbing beschäftigen. Die beiden Vorlesevideos stehen ab sofort auf LeoPLUS zur Verfügung - einem Portal mit über 200 Vorlesevideos für Kinder im Alter von 2 - 8 Jahren. Dort lesen nicht nur Politiker*innen, sondern auch bekannte Schauspieler*innen oder Musiker*innen vor. 


Librileo_Franziska Giffey_Behaupte dich gegen Mobbing

 

kinderbuch-tipps zum thema mobbing 

Es ist nie zu früh, Kinder für das Thema Mobbing zu sensibilisieren. Dass das durchaus auch kindgerecht und ohne erhobenen Zeigefinger geht, beweisen diese Kinderbücher.

 

  • "Und außerdem sind Borsten schön" (3 - 6 Jahre)

Wir wären doch alle gern ein bisschen schöner! Blonder, muskulöser, um die Hüften eine Spur schlanker. Kein Grund zur Scham, mit diesen eitlen Träumen sind wir nicht allein!

 

  • "Tomatenrot oder Mobben macht traurig" (5 - 7 Jahre)

Über Ausgrenzung, und wie sich Kinder dagegen wehren können. Ein Mädchen zeigt auf einen Jungen: "Du … Du wirst rot."? Alle lachen! Was harmlos beginnt, läuft bald aus dem Ruder. Ein besonders fieser Junge nutzt die Gruppendynamik aus, auch mit Fäusten. Und als die Lehrerin fragt, was los sei, wagt keines der Kinder, etwas zu sagen. Schließlich nimmt das Mädchen seinen Mut zusammen und meldet sich.

 

  • "Die Bestimmer" (4 - 6 Jahre)

"Die Bestimmer, das sind die, die bestimmen. Wie immer. Und wir, wir sind die, die gehen sollen. Auch wie immer." Das machen die Freunde dann auch, aber die Gruppe der Bestimmer folgt ihnen nach - und vertreibt sie immer wieder. Bis die Kinder ihre Stimme finden und endlich "Nein" sagen. Und da wendet sich das Blatt.

 

  • "Wie ist das mit dem Ärgern" (5 - 7 Jahre)

Hast du dich auch schon mal geärgert? Wenn etwas nicht klappt, eine tolle Verabredung ausfällt oder du etwas Wichtiges vergessen hast? Doch am schlimmsten ist es, wenn man geärgert wird. Das kann total ungerecht sein und tut weh. Es ist nicht so leicht, darüber zu sprechen, doch zum Glück ist niemand mit seinen Sorgen allein.

 

  • "Trau dich. Sag was!" (4 - 6 Jahre)

Es gibt viele Situationen und viele Gründe, etwas zu sagen. Man kann es leise tun, man kann es laut tun. Man kann etwas sagen, indem man etwas tut, indem man ein Bild malt oder bestimmte Kleider trägt. Manchmal hört einem keiner zu. Aber wenn man nicht aufhört, etwas zu sagen, kann es sein, dass einem bald die ganze Welt zuhört. Und deshalb fordert dieses Bilderbuch zum Beispiel auf: "Wenn du siehst, dass jemandem weh getan wird, sei mutig und sag was!"

 

  • "Ich bin Vincent und ich habe keine Angst" (9 - 11 Jahre)

Vincent ist elf Jahre alt und er weiß alles über das Überleben in der Wildnis. Sein Lieblingsbuch ist das große Survival-Handbuch, er kennt es fast auswendig. Ums Überleben geht es für ihn auch täglich in der Schule, denn er wird von den anderen schikaniert. Und nun steht die Klassenfahrt bevor.


Lasst uns gemeinsam haltung zeigen.
Für ein respektvolles miteinander ohne Hass und Hetze. 

Für weitere Informationen zum Thema "Hass im Netz" kannst du dich auf der Seite von Jugendschutz.net informieren. Wer im Netz Opfer von Gewalt werden musste, kann sich bei Hate Aid beraten lassen und Hilfe holen.


 

Autor: 
ld
_blank

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

MEHR NEWS