Kneipenkultur: Stirbt eine Tradition?

Immer mehr Kneipen müssen schließen. Hier erfährst du, wie die lange Kneipentradition entstanden ist und wie sie sich im Laufe der Zeit gewandelt hat. Wir füttern dich mit spannenden Infos und interessanten Statistiken.

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Erst vor kurzem berichtete das Magazin "Spiegel" über eine weitere Schließung einer Traditionskneipe in München, die sich noch klassisch auf Werte wie Schnaps und Schlager fokussierte. Auch was die Einrichtung betrifft, mag auf den ersten Blick kein einheitliches und durchdachtes Konzept ersichtlich gewesen sein, immerhin zierten Ostereier, Cowboyhüte, Rettungsringe und auch ein Fußballschal die Decke. Aber genau das hat den Charme des Heiliggeiststübers wohl ausgemacht. Doch diese Zeiten sind nun vorbei, nach fast 40 Jahren schließt die Kneipe und laut Angaben der Wirtin auch ein weiteres Stück vom alten München.

Allgemein scheint dieser Trend nicht nur für München zuzutreffen, sind doch in ganz Deutschland Schließungen in großer Zahl zu beobachten. Zugegeben, die ersten Assoziationen mit traditionellen Kneipen sind Männer in Rockerkluft mit einem Glas Schnaps in der Hand, die bereits etwas durchhängend an der Theke lungern und nicht viel zu erzählen wissen. Doch für viele Menschen macht gerade diese Reduktion aufs Wesentliche den wichtigsten Aspekt eines entsprechenden Lokals aus. So stellt sich unweigerlich die Frage: Was ist mit den guten alten Kneipen passiert und werden sie in naher Zukunft nur noch ein ausgestorbenes Fossil in der Gesellschaft darstellen?

Kneipenkultur
Kneipen und ihre Tradition
Wirtshaus, Ausschank, Schänke, Krug, Bar, Pup, Schnapsbude, Trinkstube, Spelunke, Kaschemme - es existieren deutschlandweit zahlreiche Synonyme für den Begriff Kneipe. 

"Der Begriff Kneipe ist eine Verkürzung des Begriffs Kneipschenke (18. Jahrhundert). Dabei handelte es sich um Räume, die so eng waren, dass die Gäste zusammengedrückt sitzen mussten. Wortherkunft historisch: Zusammendrücken = mittelhochdeutsch knipen = kneifen = Kneipe." (Quelle)


Egal, wie sie auch genannt wird, die Tradition solcher Institutionen ist weitaus älter, als der ein oder andere wohl vermuten mag. Aufgrund der bereits langjährigen Tradition hat sich mit der Zeit eine in sich geschlossene Kneipenkultur entwickelt, wodurch den Kneipen eine nicht unerhebliche soziale Bedeutung beigemessen werden kann.
 

Ein historischer Abriss
Wie bei vielen anderen Institutionen kann auch bei der Kneipe nicht zu 100 Prozent genau festgestellt werden, wann und wo genau ihr Ursprung liegt. Eine Blütezeit ist sicherlich das 19. Jahrhundert mit der Ausweitung und Intensivierung der Industrialisierung, wodurch der Handel sowie die Größe der Städte wuchsen.
 

Entstehung eines Klassikers
Kneipen sind im Grunde eine spezielle Form von Gasthäusern, die es wiederum bereits in ihren ersten Zügen in der Antike gab. Kommerziell wurden solche Häuser mit dem Aufkommen von Reisenden, denen in kleinen und simplen Lokalen Speisen, Getränke und auch eine Unterkunft angeboten wurde. Diese entwickelten sich entsprechend mit der Zeit und den Menschen stetig zu unterschiedlichsten Gastronomiebetrieben unter verschiedenen kulturellen Voraussetzungen weiter. Früh entstanden auch Kultgetränke wie Bier und Wein, die nicht unwesentlich zum Erfolg beitrugen und noch immer ein zentraler Aspekt der Gastronomie darstellen. Der Begriff Kneipe entstand vermutlich Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland und erfuhr vor allem bei Studenten schnell großen Zuspruch.


Kneipenkultur
Im Wandel der Zeit
Der große Durchbruch von Wirtshäusern und Kneipen geht im Grunde mit dem wachsenden Handel per Schiff weltweit einher. Aus diesem Grund existieren noch heute vor allem in den Hafenstädten wie beispielsweise Köln oder Düsseldorf Kneipenstraßen oder -gassen. So kamen vor allem auch zu Zeiten der zunehmenden Industrialisierung Arbeiterkneipen oder Spelunken hinzu.


Vor allem kann die Kneipe mit dem Aufkommen von Studentenverbindungen in Zusammenhang gebracht werden, denn das Wort Kneipe ist eben nicht nur gleichbedeutend mit der jeweiligen Räumlichkeit, sondern war ebenfalls auch die Bezeichnung für eine studentische Feier, was auch das Aufkommen von Studentenkneipen erklärt, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden. Zu dieser Zeit suchten Studentenverbindungen passende Gaststätten, wo sie die "Kneipe" abhalten konnten. Hieraus entwickelte sich entsprechend ein erheblicher Teil der noch heute bestehenden Kneipenkultur. Schließlich existieren noch heute Studentenkneipen in ganz Deutschland, die bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts existieren. Das Cave54 in Heidelberg gilt im Übrigen als die älteste Studentenkneipe Deutschlands.


Soziale Bedeutung der Einrichtungen
Die Bedeutung der Kneipe kann sehr vielschichtig sein und aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden:
 

Treffpunkt unterschiedlicher sozialer Milieus

Kneipenkultur

 

Kneipen dienten und dienen noch heute als Treffpunkt von Menschen, die aus gleichen oder ähnlichen Verhältnissen stammen, der gleichen Gemeinschaft angehören oder ähnliche Interessen aufweisen. Dies lässt sich bereits aus der Entstehung der Kneipen herauslesen, seien es die reisenden Arbeiter, die eine Unterkunft suchten, oder studentische Verbindungen, die einen unauffälligen Platz für ihre Diskussionsabende benötigten. Anhand von drei Kneipenformen lässt sich dieser Aspekt weiterhin näher verdeutlichen:
 

Ausweg aus dem Alltag
Kneipen oder auch andere gastronomische Angebote bieten einen Raum zur Freizeitgestaltung, der es ermöglicht, die Arbeit oder aber den Alltag im Allgemeinen für einen kurzen Zeitraum zu vergessen bzw. hinter sich zu lassen. So kann die Kneipe ein Ort des Verweilens sein oder aber als Treffpunkt mit Freunden und Bekannten fungieren. 
 

Ort zur sozialen Interaktion mit Blick auf die Kneipenkultur
Eine Kneipe ist vor allem aber ein Ort der Geselligkeit bzw. ein Platz zur Selbstinszenierung, ein Zufluchtsort, wobei natürlich das entsprechende alkoholische Getränk nicht fehlen darf. Wohl aus diesem Grund haben zahlreiche Kneipengänger auch ihre entsprechende Stammkneipe, bei der inbegriffene Personen vom Wirt als zentrale Bezugsperson und vom sozialen Umfeld bekannt sind und respektiert werden. Es handelt sich schlicht weg um eine kleine Subkultur, die nicht selten Neuzugänge zunächst kritisch beäugt.

 

Kneipenkultur
Pures Testosteron: Ein Treffpunkt für die Männerwelt
Heute finden sich sowohl Männer als auch Frauen zu etwa gleichen Teilen in Deutschlands Kneipen ein. Vielleicht einer der Gründe, warum sich das traditionelle Bild der deutschen Kneipenlandschaft nicht mehr in dem Maße halten kann? 
 

Fest steht, dass Kneipen in früheren Zeiten doch weitaus mehr vom männlichen Geschlecht geprägt waren. Auch dies ist, wie bereits erläutert, schlichtweg geschichtlich bestimmt, da um das 19. Jahrhundert herum, Kneipen ein Rückzugsort für Männer darstellten. In den noch bestehenden klassischen Kneipen heute ist dies nicht zuletzt an der jeweiligen Ausstattung und am Angebot erkennbar. Nicht selten ist die Getränkeauswahl auf verschiedenste Schnaps- und Biersorten beschränkt, Glücksspiel- und andere Automatenformen gehören zum festen Inventar und die räumliche Innenausstattung ist auf ein Nötigstes begrenzt, wobei das sicherlich nicht pauschalisiert werden kann. Studien fanden zudem heraus, dass Kneipen für Männer durchaus ein Ort für wichtige Unterstützung und Hilfe darstellen, was hingegen bei Frauen nicht der Fall war.


 

Freizeitgestaltung für die männliche Zielgruppe

Kneipenkultur
Ein zentraler Grund für einen Besuch in einer Kneipe ist sicherlich das Treffen von Freunden und Gleichgesinnten, mit denen über verschiedenste Themen gesprochen und diskutiert werden kann. Um den Freizeitwert zu erhöhen und damit die Kunden länger in der Kneipe zu halten, bieten zahlreiche Betriebe auch unterschiedlichste Spielmöglichkeiten an. Laut folgendem Beitrag gehören Klassiker wie Billard, Darts, Flipper oder auch der Tischfußball bzw. Kicker zu den beliebtesten Formen an Kneipenspielen. Zudem stelle Airhockey ein modernes Spiel in Kneipen dar. Wer ein Fan von der ProSieben Sendung "Schlag den Raab" ist, dürfte dieses Spiel in der ein oder anderen Sendung mal gesehen haben. Es handelt sich um eine Minivariante von Eishockey und hat von der Spielweise her Ähnlichkeit mit dem Kickern. Durch die glatte Spielfläche entsteht eine hohe Geschwindigkeit, die das Spiel so interessant machen soll. Die Aachener Zeitung berichtete 2011 über eine ortsansässige Kneipe, die ein Airhockey-Turnier ausrichtete.
 

Aber auch Spielautomaten gehören bekanntermaßen fest in deutsche Kneipen und sind für den einen oder anderen Spieler auch fester Freizeitbestandteil. Auch hier belegen Studien, dass vor allem junge Männer Spaß an dieser Form des Spiels empfinden. 
 

Insgesamt sind die Freizeitgestaltungsmöglichkeiten deutlich auf die Zielgruppe Mann ausgelegt. Aktuelle Zahlen und Tendenzen zeigen allerdings, dass die Anzahl an vorhandenen Kneipenspielen, die zu den Unterhaltungsautomaten ohne Geldgewinn oder Sportspielgeräten zählen, eher rückläufig ist. Mit Blick auf das zunehmende Kneipensterben in Deutschland dürfte diese Tendenz allerdings nicht verwunderlich sein.


Kneipenkultur

Quelle: nach Daten © Statista 2014



Kneipen als Teil der Vereinskultur

Kneipenkultur
Die Institution Kneipe spielt aber auch in dünnbesiedelten Gegenden, vor allem in Dörfern mit Blick auf die jeweilige Vereinskultur eine wichtige Rolle. Auch hier ist sie für viele Vereine ein Treffpunkt, um neue Satzungen zu besprechen, ein neues Vorstandsmitglied zu wählen oder aber einfach zu feiern. Wahrscheinlich hat sich diese Vorgehensweise auch aus der Historie der Studentenverbindungen heraus entwickelt. Allgemein ist zudem die Vereinskultur in ländlichen Regionen weitaus stärker ausgeprägt, als in städtischen Gebieten, in denen eine Vielzahl an Kultur- und Freizeitmöglichkeiten geboten werden. In Bezug auf das Aussterben der Kneipen prognostizieren unterschiedlichste Medien bereits: "Mit den Kneipen stirbt Dorfkultur". Übertrieben scheint solch eine Prognose in Bezug auf die Vereinskultur von daher nicht zu sein, wenn bedacht wird, dass eine zentrale Vereinsform in den Dörfern der Kegelverein darstellt, der ohne Kneipe im Grunde keine Daseinsberechtigung erfährt.
 

Auszeit vom Alltagsstress
Wie im Vorfeld bereits angedeutet, bieten Kneipen vor allem für Männer einen Zufluchtsort aus den Geschehnissen des Alltags. Durch ihre Einfachheit, Kontinuität und das regelmäßige Treffen bekannter Gesichter schaffen sie in gewisser Weise ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Gerade in einer Zeit, die durch ständige Veränderung und Anonymisierung durch die Digitalisierung geprägt ist, kann der Besuch solcher Orte den Alltag strukturieren, was schließlich das Gefühl von Sicherheit schafft. Solche Wünsche hegen ohne Frage auch Frauen, allerdings unterscheiden sich die Vorstellungen über den geeigneten Ort dafür.


 

Kneipensterben: Ein Phänomen jüngster Zeit

Kneipenkultur
Trotz vieler Proteste von Seiten der Bevölkerung und dem scheinbar vorhandenem Wunsch nach Sicherheit schließen mehr und mehr Kneipen in Deutschland ihre Pforten, unabhängig davon, ob sie sich in der Stadt oder auf dem Land befinden. In erster Linie lässt sich dieser Umstand an aktuellen Zahlen festmachen. Die Gründe hierfür sind hingegen deutlich vielschichtiger: So verändert sich die Gesellschaft hinsichtlich des Rollenverständnisses von Mann und Frau, durch die zunehmende Verstädterung fehlt in Dorfkneipen das so wichtige junge Publikum, einen großen Einschnitt erfuhr dieser Gastronomiezweig mit der Einführung des Rauchverbots und schließlich spielen auch gastronomische Veränderungen eine zentrale Rolle, die nicht zuletzt durch die zunehmende Globalisierung schneller an Bedeutung gewinnen.
 

Rückgang der Anzahl an Kneipen
Bei der Betrachtung der aktuellen Zahlen, was den Rückgang an getränkeorientierten gastronomischen Betrieben betrifft, wird deutlich, wie gravierend die Tendenzen zu bewerten sind.
 

- Jede vierte Kneipe in Deutschland hat in den letzten 10 bis 15 Jahren geschlossen.

- Besonders stark betroffen ist die Stadt Hamburg und das Bundesland Niedersachsen.

- Ausnahmen stellen Baden-Württemberg und Berlin dar, hier stiegen die Zahlen an Kneipen sogar.

- Im Vergleich ist die ländliche Gastronomie deutlich stärker vom Kneipensterben betroffen, als es in den Städten der Fall ist.
 

Fehlendes junges Klientel
Ein großes Problem sehen noch bestehende Kneipenwirte darin, dass immer weniger junge Menschen den Weg ins Lokal wagen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Gerade im ländlichen Bereich kommt es aufgrund des wachsenden demografischen Wandels mehr und mehr zur Landflucht junger Menschen. Das Ausmaß dieses Trends beschreibt das Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, wie folgt:
 

"Diese Bevölkerungsschrumpfung wird durch massive Alterungsprozesse begleitet. Die Anzahl der Jungen (unter 20) sinkt im gleichen Zeitraum in einigen Regionen stärker als 40 Prozent, während die Anzahl der Senioren (über 60) zum Teil um mehr als 60 Prozent ansteigt." (Quelle)
 

Doch auch das Interesse junger Menschen für Kneipenbesuche als Möglichkeit zur Freizeitgestaltung scheint nicht sonderlich groß zu sein, werden Ergebnisse der Shell-Jugendstudie aus dem Jahr 2006 betrachtet.


Kneipenkultur

Gehen sie üblicherweise in ihrer Freizeit in die Kneipe?
Quelle: Daten nach Shell-Jugendstudie © Statista 2014
 

Die Mehrzahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sieht dementsprechend einen Kneipenbesuch eher nicht als attraktive Freizeitbeschäftigung an. Die Gründe hierfür können zum Teil nur erahnt werden. Ein wichtiger Fakt wird aber in der zunehmenden Digitalisierung zu finden sein. So befragte das Forsa-Institut 2011 Jugendliche (Ergebnisse der Befragung hier) nach ihren Lieblingsfreizeitbeschäftigungen. Deutlich wird, dass neben "Freunde treffen" und "Sport treiben" der Konsum von unterschiedlichen Medien einen Platz auf den oberen Rängen sowohl bei Jungs als auch bei Mädchen einnimmt. Hierzu zählen die "Internetnutzung", "Musik und Radio hören" und "Computerspiele spielen".
 

Das Rauchverbot und die Folgen für die Gastronomie
In den Jahren 2004, 2007 und 2008 wurden unterschiedliche Gesetze vom Bund und auch von den Bundesländern verabschiedet, die den Nichtraucherschutz betreffen. Zu den zentralsten gehören dabei:
 

- 2004 Arbeitsstättenversordnung (§5): Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, seinen nichtrauchenden Angestellten vor Gesundheitsgefährdungen durch Tabakrauch zu bewahren.

Kneipenkultur
- 2007 Bundesnichtraucherschutzgesetzt: Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen, Personenverkehr und Bahnhöfen. Genutzt werden können spezielle Raucherräume.
 

- 2007 / 2008 Nichtraucherschutzgesetze der Bundesländer: Diese gehen noch über das Bundesnichtraucherschutzgesetz hinaus und verbieten zusätzlich das Rauchen in Sportstätten, medizinischen Einrichtungen und eben auch in der Gastronomie.
 

So positiv die Resonanz der Bevölkerung auf die geschlossenen Gesetze auch war, so nachteilig wirkte sich die Gesetzgebung auf die Gastronomie, im Speziellen auf Kneipen und Bars aus. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenbundesverband (DEHOGA) spricht sich aus diesem Grund gegen ein generelles Rauchverbot aus. Viele Kneipenwirte sehen im Rauchverbot einen erheblichen Aspekt, warum ein fortlaufendes Kneipensterben stattfindet. Schließlich verlieren die Lokale ihren urigen und bekannten Charme bzw. auch Raucher als wichtige Zielgruppe.
 

Neue Trends in der Gastronomie

Kneipenkultur
Studienergebnissen zur Folgen seien die Erfolgsbranchen der Gastronomie in Imbissbuden, im Catering und im Fast-Food-Segment zu finden. Alle drei haben im Grunde gemein, dass sie eine schnelle Nahrungsaufnahme ermöglichen. In Deutschland gewinnt die Systemgastronomie damit zunehmend an wichtigen Marktanteilen, was nicht zuletzt Umsatzeinbußen bei Kneipen, aber auch bei Restaurant-Betrieben bedingt. Das spiegelt im Grunde den Gedanken der heutigen Zeit wieder – eine schnelle Welt mit wenig Zeit und viel Stress. Hinzu kommt eine globalisierte Welt, in der unterschiedlichste Kulturen aufeinander treffen und aus denen sich neue Gesellschaftsformen bilden. Runtergebrochen gilt das auch für die Gastronomie. Neue Trends verbreiten sich schneller, nicht zuletzt durch die Nutzung sozialer Medien. Zudem existieren zahlreiche Szene Cafés, modern eingerichtet und mit durchdachtem Erfolgskonzept. 
 

FAZIT: Kneipen als sozialer Treffpunkt unterliegen dem gesellschaftlichen Wandel
Insgesamt lassen sich aus verschiedensten Perspektiven Gründe finden, warum das Kneipensterben nicht nur ein punktueller Trend darstellt, sondern wohl noch weitere Jahre bestehen bleibt. Zusammenfassend lassen sich folgende KO-Kriterien für Kneipenbesitzer festmachen:
 

- Nachfrage an jungen Besuchern ist relativ gering.

- Landflucht junger Menschen bedeutet nachhaltig Gästemangel in ländlichen Räumen, allgemein demografischer Wandel bedingt negative Auswirkungen.

- Qualitätsbewusstsein in der Bevölkerung nimmt zu, in Form von steigenden Erwartungen.

- Raucherverbot vertreibt wichtige Zielgruppe.

- Wandel auf dem Arbeitsmarkt: Durch unregelmäßige Arbeitszeiten wird deutlich mehr zu Hause konsumiert.

- Bürokratischer Aufwand für Kneipenbesitzer recht hoch, verschreckt nicht zuletzt potenzielle Nachfolger.

- Wachsende Nachfrage an Systemgastronomie.
 

Trotz der recht negativen Bilanz kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass Kneipen im klassischen Sinne aussterben werden. Klar ist dennoch, dass weitere Schließungen aus den besagten Gründen folgen. In welchem Umfang und wie lange, bleibt abzuwarten.
 



Bildquellen:
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Quellen:
www.hotelier.de/news/hotellerie/gastronomie/44222/Kneipe-Definition-Was-ist-eine-Kneipe
www.cave54.de
www.casinoverdiener.com/kneipenspiele.php
www.aachener-zeitung.de/lokales/juelich/airhockey-in-der-kuba-kneipe-1.386880 
de.statista.com/statistik/daten/studie/166424/umfrage/anzahl-der-unterhaltungsautomaten-und-sportspielgeraete-seit-2006/
www.mittelhessen.de/lokales/region-marburg-biedenkopf_artikel,-Mit-den-Kneipen-stirbt-Dorfkultur-_arid,318046.html
literatur.vti.bund.de/digbib_extern/dn050899.pdf
de.statista.com/statistik/daten/studie/176985/umfrage/kneipenbesuche-in-der-freizeit/
de.statista.com/statistik/daten/studie/171821/umfrage/freizeitbeschaeftigungen-von-jugendlichen-nach-geschlecht/
www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/arbst_ttv_2004/gesamt.pdf
www.dehoga-bundesverband.de/branchenthemen/nichtraucherschutz/

 

Autor: 
ENERGY Media

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