Leitungswasser vs. Mineralwasser

In dieser Woche beschäftigt sich Marie mit Leitungswasser und Mineralwasser. Was sind die Unterschiede?

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Ich trinke schon seit einigen Jahren zuhause nur noch Leitungswasser und zwar aus purer Faulheit. Ich habe einfach keine Lust zum schweren Einkauf auch noch die Wasserflaschen in die Wohnung zu schleppen. Außerdem bin ich leider auch ein absoluter Pfandflaschen-Messi. Daher begnüge ich mich mit Leitungswasser. Nur wenn Besuch kommt, habe ich ein schlechtes Gewissen "nur" Leitungswasser anbieten zu können, denn man will ja seinen Gästen etwas bieten. Deswegen will ich gerne der Frage nachgehen, worin sich Leitungswasser und Mineralwasser unterscheiden und warum es sich lohnt, auf Wasser in Flaschen zu verzichten.

Die Phrase "Leitungswasser ist viel besser als Mineralwasser" hat jeder schon mal gehört, doch stimmt das?

Fest steht: Wer beim Trinken Klima, Geldbeutel und Umwelt schonen will, sollte definitv auf Leitungswasser umsteigen. Marie erklärt dir die Unterschiede.

Leitungswasser

Mineralwasser

Leitungswasser stammt aus oberflächennahem Grundwasser, kann aber auch aus Flüssen oder Talsperren kommen. Unbehandelt kann man es nicht trinken, daher wird es in Wasserwerken aufbereitet.

 

Die häufigste Belastung von Leitungswasser sind Nitrat, Pestizide, Chemikalien und Medikamentenrückstände. Durch die Aufbereitung sind diese Stoffe allerdings gar nicht mehr oder in geringsten Mengen nachweisbar. Leitungswasser wird streng von den Gesundheitsämtern kontrolliert.

Mineralwasser stammt in der Regel aus sehr tief gelegenen Quellen und ist daher vor Umwelteinflüssen geschützter und dadurch auch weniger belastet.

 

Auch Mineralwasser wird regelmäßig kontrolliert, allerdings kann es auch hier zu Verunreinigungen kommen. Hersteller dürfen das Wasser, selbst bei einem Nachweis von Pestizidrückständen noch als "Natürliches Mineralwasser" deklarieren.

Interessant ist dabei, dass Leitungswasser auf mehr schädliche Stoffe geprüft wird als Mineralwasser. Leitungswasser muss zum Beispiel auf Pestizide geprüft werde – Mineralwasser jedoch nicht. Ökotest hat sowohl Leitungswasser, als auch Mineralwasser getestet und kam zu dem Schluss, dass die meisten Wasser, egal ob Mineral- oder Leitungswasser, sauber sind.

 

Sind in Leitungswasser auch Mineralien enthalten?


Eine Studie der Leibniz-Universität Hannover kam zu dem Schluss, dass Leitungswasser keinen relevanten Beitrag zur Mineralstoffversorgung leistet.

Oft wird das Wasser entkalkt, dadurch geht der Mineralstoffwert sehr weit runter.


Allerdings gibt es auch bei Mineralwasser erhebliche Unterschiede, denn es gibt keinen gesetzlichen Mindestgehalt an Mineralisierung. Daher gibt es ebenso viele mineralstoffarme Mineralwasser.


Also bestenfalls abchecken, wie viel Mineralien das Wasser enthält, ansonsten kann gut auf Leitungswasser zurückgegriffen werden.


Deutlich günstiger ist man aber definitiv mit Leitungswasser dran, das kostet rund 0,2 Cent pro Liter. Bei Mineralwasser beginnt der Preis pro Liter bei 13 Cent.

Klimabelastung

Die Vebraucherzentrale gibt an, dass die Klimabelastung durch Mineralwasser in Deutschland rund 600 mal höher sei, als durch Leitungswasser. Dieser Wert kommt unter anderem auch dadurch zustande, dass jährlich über eine Milliarde Liter Mineralwasser importiert werden.


Bis ein Liter Mineralwasser beim Verbraucher ankommt, werden 0,3 Liter Erdöl verbraucht – bei Leitungswasser liegt der Wert bei lediglich 0,3 Milliliter. Der Grund hierfür ist vor allem die Verpackung. Denn auch die Herstellung von Flaschen, das Reinigen, das Abfüllen und Recyclen sorgt für CO2-Emissionen.


Ökobilanz

Im Mehrwegsystem werden Glasflaschen bis zu 50-mal wieder befüllt, PET-Mehrwegvarianten bis zu halb so oft.

Hinzu kommt der Transportweg, im Schnitt werden Wasserflaschen 100 bis 200 km transportiert. Bei Mehrwegflaschen kommt noch der Rücktransport zum Abfüller hinzu. Daraus ergibt sich, dass Mehrwegflaschen sich nur dann lohnen, wenn sie auch regional vertrieben werden und dadurch kurze Transportwege haben. Bei längeren Transportwegen belastet eine PET-Flasche die Umwelt sogar weniger.

So peppst du dein Leitungswasser auf!

Dein Leitungswasser schmeckt dir einfach nicht? Marie hat coole Tipps, wie du dein Leitungswasser aufpeppen kannst.

#1 Obst reinschnippeln

"Infused Water" ist aus dem Instagram-Feed nicht mehr wegzudenken und das aus gutem Grund: So easy und gesund bekommst du einen leckeren Geschmack in deinem Wasser. Dafür eignet sich jedes Obst von Apfel über Erdbeere bis Zitrone. Für den besonderen Kick im Wasser sorgen Gurken- und Ingwerscheibchen oder Zitronenmelisse, Minze und Basilikum.

 

#2 Tee

Generell kannst du dir mit Leitungswasser auch einen leckeren Tee kochen. Wenn du allerdings nur ein bisschen Geschmack haben willst, kannst du beispielsweise eine Tasse Tee auf zwei Liter Wasser kippen. So hast du nur einen leichten Geschmack des Tees.

 

#3 Saft oder Sirup

Schon ein Schuss Frucht­saft verleiht Wasser einen leichten Frucht­geschmack. Nur etwas mehr Arbeit macht es, Zitrone, Limette, Orange oder Grapefruit frisch auszupressen. Außerdem kannst du auch Sirup mit untermischen.

 

#4 Sprudel

Mit Hilfe eines Wassersprudlers bekommst du ganz einfach Kohlensäure und damit Blubb in dein Wasser.

     

     

    #5 So machst du Sprudel selbst

    Kein Wassersprudler im Haus? So einfach kannst du Sprudel selbst machen. Du brauchst:

    • 1 Glas Wasser
    • Saft einer halben Zitrone
    • Einen halben TL Natron

    In das Glas Wasser kommt der Zitronensaft hinzu. Jetzt musst du alles gut verühren und dann kommt das Natron hinzu. In Kombination mit dem Zitronensaft, fängt es an zu sprudeln. Fertig ist dein selbstgemachtes Sprudelwasser!

    Fazit

    Mit Leitungswasser schonst du nicht nur die Umwelt, sondern auch deinen Geldbeutel. Außerdem ist es strenger überprüft als Mineralwasser und der Mineralgehalt unterscheidet sich oft nur gering. Bei Leitungswasser fallen die Transportkosten weg und somit ist die Ökobilanz besser.

    Ich fülle mir mittlerweile auch immer Leitungswasser in einer Wasserflasche für unterwegs ab. Und wenn ich doch mal ausweichen muss, dann versuche ich zumindest auf Wasser aus der Region auszuweichen. Paris ist übrigens meine Traumstadt was der Umgang mit Leitungswasser angeht. Überall gibt es Trinkbrunnen und sogar welche mit Sprudelwasser. Wenn ihr wissen möchtet, was eine Wissenschaftlerin und Wasserexpertin über unser Deutsches Leitungswasser sagt, dann hört gerne in die Podcast Folge #7 "Von Wasser und zu viel Plastik" von Green Up You Life rein.

     

    Autor: 
    sb
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