Neuer Job gefällig? Die ESA sucht Astronaut*innen

Die Europäische Weltraumorganisation sucht erstmals seit zehn Jahren neue Astronaut*innen und hier erfährst du, was Bewerber*innen mitbringen müssen.

Der Spiegel hat ein Interview mit Dagmar Boos, Personalchefin fürs All bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), geführt und veröffentlicht und wir verraten dir, welche Voraussetzungen du haben musst, um als Astronaut*in echte Chancen auf eine Anstellung zu haben.

 

Wichtiger Aspekt Psychologie

Dagmar Boos räumt in dem Interview unter anderem das Gerücht aus der Welt, dass man für eine Anstellung bei der ESA Pilot*in sein muss. Viel wichtiger seien die psychologischen Aspekte, die im Auswahlverfahren auch geprüft werden. "Man muss motiviert sein und unter Druck gut arbeiten können." Notfalls solle man auch bereit sein, Experimente an sich selbst durchzuführen. Außerdem solle man sich im Klaren sein, dass man für viele Monate von vielen sozialen Kontakten abgeschnitten sei und sich einem gewissen Risiko aussetzt.

 

Mehr Diversität

Der Europäischen Weltraumorganisation sei es wichtig, mehr Diversität zu schaffen. Bewerbungen von Frauen sind absolut erwünscht - bei der letzten Astronautensuche waren von etwa 8.400 Bewerbungen lediglich 1.300 von Frauen. Bei der neuen Suche hofft Boos auf mehr Bewerberinnen, unter anderem will sich die ESA bei Karrieremessen speziell an Frauen wenden und die Ausschreibung auch in Zeitschriften veröffentlichen, die Frauen ansprechen.

 

Diese Studiengänge sind von Vorteil

Am liebsten ist es der ESA, wenn du einen Master in Natur- beziehungsweise Ingenieurwissenschaften hast. Auch Fächer wie Medizin, Mathematik und Informatik seien laut Ausschreibung ok. Warum ein Studium der Literaturwissenschaft nicht zwingend hilft, erklärt Dagmar Boos wie folgt: "Astronauten müssen nach wie vor viele technische Dinge lernen. Wenn sie einen Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation (ISS) machen, müssen sie Dinge reparieren können. Und vor allem müssen sie auf der Raumstation forschen. Da braucht man einen entsprechenden wissenschaftlichen Hintergrund."

 

Haben Menschen mit körperlicher Einschränkung eine Chance?

Ja! Es gibt eine eigene Ausschreibung für Menschen, "die einen Verlust an den unteren Gliedmaßen erlitten haben, die unterschiedlich lange Beine haben oder kleinwüchsig sind. Wir werden hier auf jeden Fall eine Person für unsere Reserve auswählen. Mit ihr wollen wir dann die Machbarkeit eines Raumflugs untersuchen."

 

Wie viele Astronaut*innen werden gesucht?

Die ESA geht davon aus, dass etwa vier Astronaut*innen im Korps aufgenommen werden und circa 20 in der Reserve. Reserve? Zum ersten Mal will die Europäische Weltraumorganisation zusätzlich zum Korps eine Reserve an Astronaut*innen aufstellen, "wie es andere Raumfahrtagenturen auch tun". Man bekomme dann nicht gleich einen Vertrag bei der ESA, sondern arbeite bei seinem derzeitigen Arbeitgeber weiter. Aber: "Wenn sich Projekte oder Missionen ergeben, werden wir die Mitglieder dieser Gruppe ansprechen", so Dagmar Boos.

 

Autor: 
kk
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