Rap als Kunstform

Hip-Hop und Rap sind in der deutschen Jugendkultur heute fest verankert. Dabei war bis in die 1960er Jahre auch im Ursprungsland dieser Subkultur - den USA - weder an Rapper noch Hip-Hop zu denken.

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Beide sind erst in den vergangenen 30 bis 40 Jahren entstanden und haben sich zu einem globalen Phänomen entwickelt.
 

Namen wie:
- Tupac Shakur
- Notorious B.I.G.
- Dr. Dre oder
- Snoop Dogg
 

haben heute noch einen besonderen Klang. Rap und Hip-Hop sind aber nicht einfach nur besondere musikalische Stilrichtungen. Speziell Hip-Hop umfasst als Jugendsubkultur eine eigene Sprache und Mode. Obwohl von Außenstehenden als Ganzes wahrgenommen, tauchen im Rap bzw. Hip-Hop ganz eigene Facetten und Abstufungen auf, die sich über Jahre entwickelt haben. So steht beim Hip-Hop laut wdr.de vor allem der Tanz im Vordergrund.

Und die Wurzeln des Rap reichen teils weiter zurück, als man auf den ersten Blick annimmt. Denn Teile dieser Musikrichtung haben Sklaven aus Afrika mit in die USA gebracht.

Rap: Wie alles begann
Wo beginnt man eine Geschichte zu erzählen, deren Wurzeln sich heute kaum noch nachvollziehen lassen? Rap hat seinen Ursprung in der Kultur der Afroamerikaner, die als Sklaven im 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert einfach aus ihren Stammesverbänden herausgerissen und nach Amerika verschifft worden.


Westafrikanische Musiker und Sänger pflegten bereits zu dieser Zeit eine Art Sprechgesang, den die Sklaven mit in die neue Welt brachten. Die Griots gelten daher als einer der Einflüsse, welche letztlich zur Entstehung des Rap beigetragen haben. Dessen wesentliches Merkmal - der Sprechgesang - taucht allerdings nicht erst in den 1970er Jahren auf.
 

Bereits Bluesmusiker machten sich dieses Element zunutze. Später taucht das Element des Sprechgesangs auch in den Toastings auf. In die Musik gelangte der Rap schließlich aus dem Umfeld der Bürgerrechtsbewegung, wo er allerdings anfänglich weniger im Mittelpunkt stand, sondern eher ein begleitendes Element war.


Erst allmählich rückte der Sprechgesang in den Mittelpunkt und entwickelte sich zum Rap der 1970er und 1980er Jahre weiter. Dabei ging es in den späteren Jahren tatsächlich darum, Erlebnisse und Geschichten zu interpretieren bzw. weiterzuerzählen. Der Rap - zu Beginn vom Rhythmus der Musik eher losgelöst - wurde nicht nur zu deren zentralem Element, beide rückten enger zusammen.


Eines der Zentren der Rap-Kultur war das New York der 1970er Jahre mit seinen Ghettos. Kein Wunder also, dass viele der ersten kommerziell erfolgreichen Rapper und Rap-Bands aus der Metropole an der Ostküste kamen. Zu den Vorreitern gehörten:


- Fatback
- Grandmaster Flash & the Furious Five oder
- The Sugarhill Gang (New Jersey)
 

Die Jahre der ersten Riesenerfolge
Rap war in seinen Anfangsjahren vor allem eine Musikrichtung, in der das Geschichten erzählen - aber auch politische Botschaften - eine Rolle spielte. Beschränkt auf die schwarzen Ghettos und Wohngemeinschaften, wäre Rap vielleicht nur zu der Musik geworden, wie sie heute bekannt ist. Mit Bands wie Run D.M.C., Public Enemy oder den Beastie Boys wurde Rap über die Grenzen der afroamerikanischen Jugend hinaus bekannt.


Es entwickelte sich ein breites Publikum, das Rappern zuhörte. In der Musikgeschichte wird von den späten 1980er Jahren und den 1990er Jahren auch von der Goldenen Zeit des Rap gesprochen. Dabei geht es weniger um die Tatsache, dass zunehmend mehr Rapper - entweder als Solokünstler oder in Bands - kommerzielle Erfolge feiern konnten. Rap entwickelte sich in dieser Zeitspanne weiter.


Entwickelte ein Rap-Künstler etwas Neues, legte er den Grundstein für einen stetigen Entwicklungsprozess, der wieder zu einer ganz anderen Facette im Rap führen konnte. Gerade diese Vielfalt ließ regionale Stilrichtung im Rap entstehen und brachte immer wieder andere Interpretationen der Musikrichtung hervor. Die 1980er und 1990er Jahre waren aber auch die Zeit der großen Auseinandersetzung (Beef) zwischen West- und Ostküste - also den Labels Bad Boy Entertainment (New York) und Death Row Records (Los Angeles).


Die Etablierung in der Musikwelt
Rap hat sich seit den 1970er Jahren stetig weiterentwickelt. Wie sieht die Situation heute aus. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Kommerzialisierung des Rap haben sich einige Subformen in den Vordergrund gedrängt. Dazu gehört beispielsweise der sogenannte Gangsta-Rap.


Dieser sticht durch seine besondere verbale Härte, die gewaltverherrlichende Sprache und mitunter stark homophob geprägten Texte heraus. Gangsta-Rap beschreibt in seinen Texten Drogenkonsum, sexuelle Gewalt und alle möglichen Seiten der Straßen- und Gangkriminalität. Kontrovers wird diese Stilrichtung im Rap nicht nur aufgrund der Inhalte diskutiert.


Auch die Tatsache, dass Plattenverlage das besondere verkaufsfördernde Element des Gangsta-Rap erkannt haben und ausnutzen, stößt auf Kritik. In Deutschland ist diese Richtung seit Anfang der 2000er Jahre populär, das Zentrum lag lange in der Hauptstadt Berlin. Die Thematisierung von Missständen mit einer gewaltstarken Sprache prägt den Rap auch in Deutschland bis heute. Verschiedene Künstler gehen allerdings andere Wege und greifen zu weniger drastischen sprachlichen Bildern oder vermischen einfach unterschiedliche Stilrichtungen miteinander. Im Magazin des Def-Shops werden hierzu immer wieder aktuelle Infos aus der Szene veröffentlicht.


Rap und Hip-Hop gehören zur Jugendkultur
Rapper ist gerade in der Generation 40+ heute immer noch ein Begriff, dem ein negatives Image anhaftet. Wie Vertreter der elektronischen Musik sind Rapper inzwischen aber genauso anerkannte Musiker. Und beide Musikrichtungen gehören fest zur Jugendkultur - in Deutschland und weltweit. Allerdings hat Rap Wurzeln, die über Jahrhunderte zurückreichen. Und die einige Aspekte dieser Stilrichtung erklären.


Aufgrund der Tatsache, dass Rap und Hip-Hop heute zu eigenen Subkulturen geworden sind, haben beide auch wirtschaftliche Bedeutung. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Musik - in Form von Tonträgern und Konzerttickets. Eigene Modelabels haben sich rund um den Rap etabliert und unterstreichen, wie wichtig die Musik der Jugend geworden ist. Aber: Je stärker der kommerzielle Druck wird, umso größer wird die Gefahr, dass Facetten und Stile im Rap verschwinden bzw. den Interessen der Plattenverlage geopfert werden. Ein Trend, der sich rückblickend bereits beobachten lässt - in Form der Fokussierung auf den Gangsta-Rap.


Bildquelle: © OpenClips (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
 

 

Autor: 
ENERGY Media

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