So umweltschädlich ist Tierleder

Marie zeigt dir Alternativen zu Tierleder - die sind nicht nur tierfreudnlicher, sondern auch umweltfreundlicher.

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"Ist das auch Echt-Leder?" - Mit dieser Frage geht automatisch eine gewisse Qualitätsgarantie einher.
Klar, qualitativ hochwertiges Leder ist ein Produkt, das wirklich lange hält. Nachhaltig und umweltfreundlich ist die Produktion allerdings nicht. Zum Glück gibt es Alternativen.

 

Kein Abfallprodukt

Leder ist die chemisch behandelte Haut von Tieren und gleich vorab: Leder ist KEIN Abfallprodukt aus der Fleischindustrie. Die Ledergewinnung macht die Schlachtung der Tiere lediglich profitabler. Wer also Leder kauft, unterstützt damit die Massentierhaltung nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Das Leder kommt meist aus Ländern wie Indien, Bangladesch, Vietnam oder China – hier ist es besonders billig. Allerdings kann die Herkunft vom Endverbraucher oft nicht nachvollzogen werden, da es keine Kennzeichnungspflicht für Leder gibt.

 

Herstellung von Leder

Um die Haut von Tieren haltbar zu machen und ein möglichst langlebiges Produkt zu schaffen, muss das Leder gegerbt werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Meist werden Chlorsalze verwendet,  gemeint ist die Chemikalie Chrom III. Bei unsachgemäßen Verwendung und qualitativ schlechter Gerbstoffe kann sich diese Chemikalie zu einem Schwermetall entwickeln, das wiederum erbgutschädigend und allergieauslösend ist. Hinzu kommt, dass das Schwermetall auch im Lederprodukt enthalten bleibt und krebserregend sein kann.

Es gibt allerdings auch die Möglichkeit der pflanzlichen Gerbung: So gibt es zum Beispiel Leder, das mit Olivenblättern, Kastanien oder dem Gerbstoff aus der Rhabarberwurzel gegerbt wurde. Auch Aldehyd-Gerbstoffe oder synthetische Gerbstoffe können Häute in haltbares Leder umwandeln

Leder

Umweltverschmutzung

Wie kommt es zur Umweltverschmutzung durch die Ledergerbung?

  • in vielen Gerbereien außerhalb der EU gelten weder Umwelt- noch Sozialstandards
  • Eins der weltweit größten Gerbereizentren, Hazari Bag in Bangladesch, gilt als einer der zehn am stärksten verseuchten Orte der Welt
  • Die meisten Häutewerden billig mit Chromsalzen gegerbt, dafür wird die Chemikalie Chrom III verwendet: diese kann sich zur Chemikalie Chrom VI (Schwermetall) entwickeln, was erbgutschädigend und allergieauslösend sein kann. Chrom VI bleibt auch im Lederprodukt enthalten und kann krebserregend sein
  • Großes Problem der Kinderarbeit: Laut Weltgesundheitsorganisation sterben neun von zehn Kinderarbeitern vor ihrem 50. Lebensjahr
  • ständiger ungeschützter Kontakt mit Chemikalien führt zu schwere Haut- und Atemwegserkrankungen
  • Auch die umliegende Bevölkerung ist wegen der Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung von Erkrankungen wie Fieber, Hautausschlägen, Atemproblemen und Durchfall betroffen,
  • Hoher Wasserverbrauch
  • Große Mengen an Wasser werden auch für Produktion selbst benötigt: 75 bis 250 Liter werden pro Kilogramm Leder verbraucht
  • Etwa 500 Liter Wasser braucht allein das Gerben von einem Quadratmeter Leder
  • Tierhaltung produziert viel CO2, verbraucht viel Wasser

Alternativen

Für vegane Lederalternativen muss zum einen kein Tier sterben und zum anderen ist das vegane Leder auch meist nachhaltiger. Allerdings nicht immer, es gibt Lederalternativen aus den Kunststoffen Polyurethan oder Polyester, die bestehen aus Erdöl und sind somit zwar tierleidfrei, aber nicht nachhaltig oder ressourcenschonend.  Mittlerweile gibt es aber ganz viele nachhaltige Alternativen. Marie stellt dir einige vor.

Kork

  • strapazierfähig
  • atmungsaktiv
  • spritzwasserdicht
  • hält warm
  • nachwachsendes Naturprodukt - komtm von der Korkeiche
  • Regelmäßig geschälte Korkeichen binden bis zu viermal mehr Kohlenstoffdioxid als Korkeichen, die nie in ihrem Leben geschält werden

 

Pilzleder

  • wird aus Myzel, dem sogenannten Wurzelgeflecht der Pilze hergestellt
  • sehr strapazierfähig
  • atmungsaktiv
  • wasserabweisend
  • reißfest
  • flexibel
  • biologisch abbaubar
  • sieht aus wie Leder und fühlt sich auch so an
  • wird beispielsweise bei ADIDAS als Lederalternative verwendet

Pinatex

  • Lederimitat aus Ananas
  • bei der Herstellung werden nur die Ananasblätter verwendet, die sonst bei der Ernte der Früchte übrig geblieben sind: Es müssen also weder neue Flächen geschaffen werden, noch steigt der Verbrauch von Wasser, Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln.
  • weich
  • atmungsaktiv und flexibel
  • reißfest
  • wird beispielsweise schon bei PUMA als Lederalternative verwendet

 

Apfelleder

  • wird aus den Überresten der Apfelsaftindustrie hergestellt
  • besteht zu einer Hälfte aus pulverisierten Apfelresten und zur anderen Hälfte aus Polyurethan (PU) --> kein nachwachsender Rohstoff
  • vollständig recycelbar
  • wasserabweisend
  • reißfest

 

Autor: 
sb
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