Studie: Corona könnte ein Drittel aller Künstler*innen-Karrieren kosten

Glaubt man einer britischen Studie, könnte die anhaltende Pandemie katastrophale Auswirkungen auf die Künstler*innen-Szene haben.

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Die Musician's Union, Großbritanniens Gewerkschaft für Musikschaffende, hat im April 2020 eine Studie mit ihren Mitgliedern durchgeführt. Die Ergebnisse sind teilweise erschreckend, wenn auch erwartbar. So arbeitet jetzt schon knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer*innen teilweise in anderen Berufsfeldern. Knapp 70 Prozent gaben zudem an, wegen der Pandemie nur noch zu einem Viertel ihrer ursprünglichen Arbeit nachgehen zu können.

 

Zudem könnte die Pandemie etwa ein Drittel aller Berufsmusiker*innen die Karriere kosten. Als Hauptgrund, sich wo anders zu orientieren, gilt natürlich das aktuell fehlende geregelte Einkommen wie zum Beispiel durch Konzerttourneen. Die Musician's Union wünscht sich nach den erschreckenden Studienergebnissen nun mehr Unterstützung von der Politik.

 

19 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder überlegen nämlich aktuell, ihre musikalischen Tätigkeiten niederzulegen, weil ihnen besagte Unterstützung seitens der Regierung fehlen würde. Für die Betroffenen ist es aktuell schwer, finanziell über die Runden zu kommen. Die Musician's Union fordert unter anderem, dass die Regierung jedes erstandene Ticket mit einem gleichwertigen Beitrag deckt. Damit soll verhindert werden, dass Konzerthallen und andere Locations wegen der ihnen auferlegten Kapazitätsbegrenzungen schließen müssen. Aktuell beschränken sich die Ticketverkäufe in Großbritannien auf 30 Prozent ihrer sonstigen Absätze.

 

Generalsekräter der Gewerkschaft, Horace Trubridge, befürchtet zudem, dass ein Wegfall von Musikschaffenden Auswirkungen auf die gesamte Branche haben könnte: "Der Gig von nur eine*r Künstler*in kreiert zahlreiche weitere Jobs - von Beleuchter*in bis Ticketverkäufer*in. Wenn nur ein*e Musiker*in arbeitslos wird, kann man sich sicher sein, dass dies zahlreiche weitere Menschen beeinflusst." 

 

Autor: 
jk
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