Vom Gentleman bis zur Spornosexualität

Männermagazine sind immer mehr im Kommen und richten sich meist auf Sport, Frauen, Lifestyle und Trends aus. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich neben dem Idealbild der Frau ein Idealbild des Mannes herausgestellt, dem sich immer mehr Männer annähern wollen.

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Der öffentliche Druck der Perfektion ist also längst nicht nur bei Frauen ausgeprägt, auch Jungen und Männer fühlen sich dazu gezwungen, einem Bild zu entsprechen, um anderen und sich selbst besser zu gefallen. Dass diese Entwicklung nicht nur Positives mit sich bringt, wird aufgrund der steigenden Zahl der Essstörungen bei Mädchen und Jungen deutlich sichtbar. Auf der anderen Seite ist die Veränderung der Ideale von Schönheit und Körperkultur ein Prozess, der für eine breite öffentliche Diskussion sorgen kann. 

1. Männerfiguren und Ideale
Der klassische Mann gilt als Beschützer, als gute Partie oder generell als der starke Partner an der Seite der Frau. Aussehen gehörte bis vor kurzem bei der Partnerwahl eher nicht zu den Auswahlkriterien, dagegen aber Humor, Stärke, Intelligenz, Absicherung und Familienwünsche. Doch das Gesellschaftsbild hat sich gewandelt und für die eigene Wertschätzung müssen es nicht mehr die gängigen Statussymbole sein. Die Veränderung des Körperbildes hat auch beim Mann stattgefunden.

1.1 Übersicht der Figuren Typen und Veränderungen
Bei Frauen sprechen Styling-Experten häufig von den Figurentypen A, V, H, O und X. In weiten Teilen können diese auch auf Männer zutreffen. Diese besitzen oft die so genannte Apfelform, zu der ein erhöhter Bauchumfang und schmalere Hüften gehören. Die klassische Variante, die H-Form besteht aus einem linearen Körperbau mit einer geraden Linie von Schultern, Taille und Hüfte. In den letzten Jahrzehnten bis Jahrhunderten ist der Mann vor allem gewachsen, in die Breite und in die Höhe. Im Schnitt sind deutsche Männer 1,80 Meter groß und wiegen zwischen 80 und 85 Kilogramm.


Modernes Männerbild

Quelle: http://www.gbe-bund.de


Starke Schwankungen gibt es sowohl bei Männern, als auch bei Frauen, doch Männer neigen ab einem bestimmten Alter eher zum Bauch-Übergewicht als Frauen. Fast 67,1 Prozent der deutschen Männer sind übergewichtig und 23,3 Prozent adipös. Der Trend stagniert, aber die gesundheitlichen Folgen können schwerwiegend sein.

1.2. Essstörungen und Probleme bei Männern
Männer können neben Übergewicht zusätzlich an Essstörungen leiden. Jeder zehnte Betroffene ist männlich und beim Binge-Eating, also bei unkontrollierten Essattacken ist jeder Dritte ein Mann. Zu den gefährdeten Personen gehören vor allem Sportler mit hohem Fokus auf ein Wunschgewicht wie Skispringer, Marathonläufer oder Turner. Doch auch Stress und die Sehnsucht nach einem schlanken, muskulösen Körper treiben Männer und Jungen in die Magersucht oder Bulimie. Meist fangen sie später als Mädchen damit an: zwischen 18 und 26 Jahren.

Oft ist ein muskulöser Oberkörper ausgeprägt und die Magersucht beginnt mit einer Muskelsucht, die sich mit hohen Gewichtsverlusten immer weiter steigert.Risiken der Magersucht. Das Sterberisiko liegt bei etwa 15 bis 20 Prozent. Wegen der Mangelversorgung kommt es zu Eiweißabbau und Schädigungen z.B. an Herz, Leber, Niere und Gehirn. Bei Jugendlichen setzt eine Wachstumshemmung ein, mit irreversiblem Minderwuchs. Bei längerem Hungern kommt es zu Osteoporose.


Quelle: http://www.leisberg-klinik.de/pdf/magman.pdf


Dadurch, dass Essstörungen bei Männern sehr spät erst entdeckt werden, ist die Therapie oft langwieriger und mit stationären Behandlungen verbunden.
 
1.3. Darstellung des Mannes in der Werbung

Männliche Models entsprechen immer mehr einem bestimmen Ideal

Abbildung 2: Männliche Models entsprechen immer mehr einem bestimmten Ideal


Der Mann wird in vielen Werbeformen als selbstbewusst, sportlich, dominant und tatkräftig idealisiert. Männliche Stereotype wie Kraft, Schnelligkeit und Prestige sind in vielen Männer dominierten Werbeformen zu sehen, sei es die Freiheit des Marlboro Rauchers, der Typ mit dem PS-starken Auto oder der begehrte Mann in der Frauenwelt bei Deos, Getränken und Parfum. 

Eine Veränderung hat sich dahin ergeben, dass der Mann immer mehr als Verantwortlicher für Familien zu sehen ist, der neben Sport und Beruf das Privatleben für wichtig erachtet. Ebenso steht der männliche Körper mehr im Fokus der Kosmetik-, Parfum-, und Lifestyle-Werbung, was einhergeht mit dem veränderten Selbstbild der Männerwelt. Die Werbung ist hauptsächlich für den Mann gemacht, der sich selbst wiederfinden soll. Ideale wie Sportlichkeit, Erfolg im Beruf und Anziehungskraft gehören zu den Topthemen und mehr und mehr gibt es das ideale Bild des Mannes als einfühlsamen und starken "Alleskönner".

1.4. Vorbild Mann
Das Idealbild JugendlicherJugendliche und Kinder versuchen herauszufinden, wer sie sein möchten und wie sie in ihre Umwelt hineinpassen. Abgrenzung und Ähnlichkeiten gehören dazu und oft sind neben den eigenen Eltern Vorbilder aus Medien die Helden der Kindheit. Die Veränderung des Mannes als alleiniger Ernährer und Hauptverantwortlicher der Familie ist einer komplexeren Realität gewichen, in denen er Ernährer, Familienvater, stark und einfühlsam zu gleich sein soll. Klassische Vorbilder gibt es kaum noch, allerdings geht der Trend immer noch zu den eigenen Eltern und Menschen aus dem Familienkreis. Männlichkeit zeigt sich dabei aber auch durch Hilfsbereitschaft, Familienfreundlichkeit und klare Wertvorstellungen.

2. Modebewusstsein und Trends

2.1. Klassische Mode: Gentlemen und Dandy mit Krawatte oder Fliege

Die richtige Krawatte und der richtige Knoten gehören zum guten Ton

Abbildung 3: Die richtige Krawatte und der richtige Knoten gehören zum guten Ton


Besonders im Modebereich sind die Veränderungen der Gesellschaft und des Männerbildes klar zu sehen. Über die Kleidung generieren sich Zugehörigkeitsgefühl und Abgrenzung zu anderen. Dies ist auch einer der Gründe für die Entwicklung bestimmter Kleidungsstücke, wie den Dandystil oder die Krawatte.

Der typische Dandy ist der Vorreiter der metrosexuellen Männer. Der perfekt gekleidete Gentleman trug einen edlen Anzug, ein geschnittenes Sakko, taillierte Hemden und Seidentücher oder Krawatten. Die Fliege war ein Accessoire der Frauen im 17. und 18. Jahrhundert, die damit ihr Mieder zusammenhielten und wandelte sich im 19. Jahrhundert zum beliebten Modestück von Männern des gehobenen Standes. Daraus entwickelte sich auch die Krawatte, die meist praktischer zu binden war und von da an zu vielen Berufen mit gewissem Stand gehörte. Eine Krawatte zu binden, erfordert Übung und die richtigen Handgriffe, die vor allem mit Gefühl durchzuführen sind, damit der Knoten seinen optimalen Look erhält.

Diese anschaulichen Erklärungen helfen bei der sauberen Bindung von Windsor- oder Kentknoten und bieten Variationen für den Berufsalltag. Mit der richtigen Krawatte für passende Anlässe oder Körpergröße können Männer ihren Stil beeinflussen und für einen nachhaltigen Auftritt sorgen. Jeder Krawattenknoten erzählt seine eigene Geschichte, wie zum Beispiel der Windsorknoten, welchen der Herzog von Windsor in den 1930er Jahren berühmt machte. Er befand den großen Knoten als sehr edel und opulent und viele Männer folgten seinem Beispiel, was die Verbreitung des breiten Windsorkragens erklärt. Der Kentknoten ist kleiner und sorgt durch die wenigen Schlingen der Krawatte für eine Länge, die besonders große Männer gut tragen können.

Moderne Mode: Sportlichkeit, Streetwear und Röhrenjeans
Durch die Veränderung des Männerbildes zu mehr Körperlichkeit und Modebewusstsein hat sich die figurbetonte Kleidung auch bei jungen Männern durchgesetzt. Röhrenjeans oder Skinny Jeans galten lange Zeit als Symbol für Rockmusiker der 70er und 80er, vor allem in der Punkszene. Aber auch Skater nutzten die Hose, um einen besseren Windwiderstand zu erzielen und selbst heute ist die Röhrenjeans ein Zeichen für Körper- und Modebewusstsein, die mit sportlichen Oberteilen und Schuhen gerne kombiniert ist. Sportliche Outfits sind bei allen Männern sehr beliebt und die lässigen Stile der Streetwear sind ein Trend zu mehr Jugendlichkeit und urbanem Lebensgefühl. 

2.2. Männliche Stilikonen

2.2.1. Marlon Brando
Marlon Brando gehört zu den Stilikonen der so genannten Antihelden, denn der Schauspieler provozierte gerne, spielte in den 50ern und 60ern rebellische Figuren mit rauem Look. Jeans, Lederjacke, verschwitztes T-Shirt über einem muskulösen Körper galten als Inbegriff der Männlichkeit, verbunden mit seinem lautstarken Widerstand gegenüber Normen.

2.2.2. David Bowie
David Bowie gilt als Paradiesvogel der Rock- und Popszene. Seine ausgefallenen Outfits und sein androgyner Stil verdrehten Männern und Frauen gleichermaßen den Kopf. David Bowie erschaffte Kunstfiguren, die unterschiedliche Stile und Designs trugen. Sein letzter Coup war die Figur Thin White Duke mit weißem Hemd, dunkler Weste und Bundfaltenhose. Seine Kombinationen haben vor allem die Avantgarde in Musik und Mode beeinflusst.

2.2.3. George Clooney
Er gilt als einer der Männer, die stil- und würdevoll dem Alter entgegengehen. George Clooney ist einer der letzten Gentlemen, der viel Wert auf Anzüge in Schwarz oder Grau, mit Fliege oder Krawatte legt und sich vor allem bei großen Modedesignern bedient. Passgenaue Hemden gehören ebenso dazu, wie stilsichere Business-Schuhe. 

2.2.4. David Beckham
Metrosexualität und David Beckham gehören zu den Begriffen der 90er und 2000er. Der ehemalige Fußballstar ist einer der ersten populären Männer, deren Körper und Stil ab einem gewissen Zeitpunkt mehr im Vordergrund standen, als die früheren sportlichen Leistungen. Der Engländer investiert viel Geld und Zeit in seinen Look, sein Gesicht ist immer gepflegt und seine Kleidung perfekt aufeinander abgestimmt. Schmuck, Makeup und Beauty-Salons sind seit Beckham und Co. nicht mehr nur Frauendomäne. 

3. Vergangene und aktuelle Statussymbole

3.1. Das richtige Auto: Geschwindigkeit vs. Optik
Statussymbole sind für Männerbilder immer noch deutlich relevanter als für Frauen. Doch die Veränderung fängt bereits bei dem Statussymbol schlechthin, dem Auto, an. Wer vor 50 Jahren ein Auto besaß, erhielt Freiheit, Reichtum und Geschwindigkeitsrausch in einem Gefährt. Je schneller es ging, desto größer war der Eindruck bei Freunden oder Verwandten. 

Doch mittlerweile muss das Auto als Familienkutsche herhalten, die Einkäufe transportieren und nicht zu teuer im Verbrauch sein. Geschwindigkeit ist auf verstopften Autobahnen, Städten und geschwindigkeitsbegrenzten Landstraßen kaum noch ausschlaggebend für einen Kauf. Wer noch Spaß am Tunen hat, legt mehr Wert auf individuelle Optik mit Leichtmetallrädern und sportlichen Fahrwerken. 

3.2. Statussymbol Fitness und Sport
Die größte Veränderung gibt es im Statussymbol Fitness und Sport. Galt früher der starke Mann als männlich und selbstbewusst, so ist es in Zeiten des Übergewichts und der falschen Ernährung der fitte, sportliche Mann. Es geht nicht mehr darum, wie viel Gewichte ein Mann stemmen kann, sondern wo der Performance-Index oder Trainingspuls liegt. 

Wer sportlich ist, gilt als diszipliniert, leistungsorientiert und willensstark; alles Eigenschaften, die Führungskräften nachgesagt werden. Dabei dominieren immer noch Fußball, Ballsportarten, Golf und Radfahren, neben dem Besuch des Fitnessstudios, was diese Untersuchung zeigt. Dort wird auch genauer aufgezeigt, wie sich der gesamte Markt für Fitness und Wellness im Laufe der Zeit entwickelt hat.

3.3. Karriere und finanzielle Absicherungen
Dieser Status ist für die meisten Männer immer noch sehr wichtig. In Deutschland legen viele Personen Wert auf Titel und Hierarchien, die oft penibel einzuhalten sind. Häufig ist eine finanzielle Absicherung Grundlage für die Sicherheit der gesamten Familie, für Ehefrau, Kind und Haus. Eine Veränderung gibt es bei den jüngeren Generationen, die als ein Statussymbol eine ausgefüllte Freizeitgestaltung sehen und trotz Karriere ein aufregendes Privatleben gestalten. Der ideale Mann ist erfolgreich im Beruf und hat trotzdem Zeit für das eigene Privatleben.

3.4. Lebensplanung und Familie
Doch nicht nur die Karriere ist entscheidend. Der Mann gilt heutzutage als ein Familienmensch, der nicht die Karriere in den Vordergrund stellt, sondern seine Angehörigen. Wer eine harmonische Beziehung führt und Kinder ernähren kann, hat quasi alles richtig gemacht. Für viele Männer ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Kriterium für die eigene Lebensplanung. 

Doch trotz Einführung der Elternzeit und der Stärkung der Väterrechte hängt das finanzielle Glück der Familie zum größten Teil immer noch vom männlichen Partner ab. Und selbst wenn beide Partner arbeiten müssen, bleibt die Mutter häufiger in Teilzeitbeschäftigungen als der Vater. 

Quelle: https://www.destatis.de


3.5. Neue Accessoires für den Mann
Es muss nicht mehr die Rolex-Uhr oder die Ray-Ban Sonnenbrille sein, heutzutage vergleichen viele Männer ihre Tablets, Smartphones oder Computer. Die Freiheit der Kommunikations-Geräte und ihre Vielseitigkeit sind wichtige Faktoren für die eigene Lebenskultur. Wer mit der Zeit geht, ist am Puls des Lebens und möglicherweise sogar ein Trendsetter.

Doch nicht nur Handys gelten als Statussymbole, auch hochwertige Bügel-Kopfhörer für einen hohen Audio-Genuss sind Vorzeigegegenstände für Männer, die sich mit der aktuellen Technikwelt auskennen. Weitere Beispiele sind die Entwicklung der Spielekonsolen und Gaming-PCs oder der Trend der 3D-Drucker.
 

4. Die Veränderung des Körper- und Modebewusstseins

4.1. Metrosexualität und Spornosexualität
Der Trend der 90er und 2000er ging zu der so genannten Metrosexualität. Das Wort setzt sich aus Metropolitan und Heterosexualität zusammen, also urbaner Lebensstil mit bewusster Sexualität. Das Paradebeispiel David Beckham nutzte Makeup, Styling, Gesichtspflege auch für Männer und generierte das Bild des modernen Mannes, der Wert auf sein Äußeres, sein Wirken und seine Eleganz legte. 

Sich schick zu kleiden und zu stylen, blieb nicht nur vermeintlich homosexuellen Männern vorbehalten, sondern jedem Mann, der ein gewisses Lebensgefühl verkörpern wollte. Doch dieser Trend ist in den letzten Jahren durch einen weiteren abgelöst worden: die Spornosexualität. Dies setzt sich aus Sport und Porno zusammen und bezeichnet Männer, die sich als Sportler und Sexsymbol verstehen und dies gerne öffentlich zur Schau stellen. Hauptfokus liegt auf dem extrem durchtrainierten Körper, der mit vielen Selbstportraits im Internet oder im Fitnessstudio zu zeigen ist.

Es geht nicht mehr um Style, Kleidung oder Intelligenz, sondern allein um den idealen, muskulösen Männerkörper. Vorbilder sind Fußballstar Cristiano Ronaldo und weitere Fußballer, Justin Bieber oder TV Star Dan Osborne. Einige Experten sehen darin sogar einen Rückschritt vom körperbewussten Metrosexuellen zum übersexualisierten, extrem selbstverliebten Spornosexuellen, denn das Idealbild dieses Mannes gilt längst als veraltet. 

4.2. Fitnesswahn gegenüber Sportlichkeit
Neben der Spornosexualität ist die übertriebene Fitness ein weiterer Prozess der veränderten Idealbilder. Sport und Bewegung sind wichtig für eine gesunde Lebensweise, doch viele Männer wollen mit perfektionierter Fitness und einem gestählten Körper das Höchste aus ihrer Leistungsfähigkeit herausholen.

Quelle: http://de.statista.com/


Die steigende Anzahl der Fitnessstudio-Mitglieder könnte Gesundheitsforscher und Ärzte eigentlich erfreuen, denn Fitness ist gut für Herz und Kreislauf und die allgemeine Gesundheit der Menschen. Doch viele wollen ihren Körper nicht nur fit, sondern auch schlank halten und eine gewisse Menge an Muskeln aufbauen.

Um einem hoch gesteckten Ideal näher zu kommen, nutzen sie neben dem Hochleistungstraining weitere Zusätze wie Proteinpräparate oder sogar Doping. Branchenkenner schätzen, dass 40 Prozent der deutschen Bodybuilder für den Muskelaufbau leistungssteigernde Mittel einnehmen. Das erhöhte Krebsrisiko, Herz-Kreislaufprobleme oder Leberschäden als Folge sind bereits seit vielen Jahren bekannt. Der Schönheits- und Fitnesswahn hat die Männerwelt bereits eingeholt.

4.3. Teure Marken gegenüber Funktionalität
Nicht nur der eigene Körper muss perfekt aussehen, auch auf die Kleidung und den Stil achten Männer verstärkt. Besonders junge Männer sind ebenso wie Frauen dem Markendruck verfallen und richten ihre Auswahl verstärkt auf renommierte Designer und Modetrends. Abercrombie & Fitch, Hollister, Primark oder Ed Hardy sind und waren bei jungen Männern und Frauen sehr beliebt, da sie ein gewisses Lebensgefühl vermitteln und oft zu erschwinglichen Preisen zu erhalten sind. 

Beim Business-Look überwiegen immer noch die geschätzten Marken Boss, Marc O’Polo, Seidensticker, Daniel Hechter, Hugo und Joop!. Selbst bei funktionaler Kleidung für Sport sollen es Marken mit Wiedererkennungswert sein. Reebok, Puma, Nike und Adidas gehören in jeden gut sortierten Männerkleiderschrank. 

4.4. Männliche Models im Aufschwung
Neben Styling, Mode und Makeup nehmen Männer ebenfalls die Laufstege der Modewelt in Angriff. Weibliche Modelstars der 80er und 90er wie Cindy Crawford, Naomi Campbell oder Claudia Schiffer sind immer noch weltweit bekannt, während männliche Models dieser Zeit kaum Beachtung fanden. Heutzutage sind dank junger Modemarken Männer wie Sean O'Pry, David Gandy oder Jon Kortajarena ebenfalls weltweit bekannt und führen die Laufstege der renommierten Modelabels an. Trotzdem besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen den Löhnen, denn der Topverdiener Sean O’Pry erhielt 2013 1,1 Millionen Dollar, während Gisele Bündchen mit 31 Millionen die weiblichen Models anführt. 

5. Fazit
Das Männerbild wird sich in den nächsten Jahren sicherlich noch weiter wandeln. Die veränderten Statussymbole, Stile und Idealvorstellungen gehen einher mit der Entwicklung der Gesellschaftsbilder und Anforderungen. Viele sprechen bereits von der neuen Emanzipation des Mannes, von stereotypen Bildern und der Doppelrolle als Ernährer und Erzieher zugleich. 

Dass Männer sich dabei das Leben oft selbst schwer machen, ist kein Unterschied zu den Problemen der modernen Frau. Besonders Mode, Werbung und Medien spielen mit Vorurteilen, Stereotypen und Idealbildern, die kaum an die Realität angepasst sind. Gerade deshalb ist es wichtig, sich mit seinem Umfeld auseinanderzusetzen und die hohen Maßstäbe wieder ins rechte Licht zu rücken. 

Vermeintliche Hindernisse auf dem Karriereweg oder der Familienplanung müssen nicht bestehen bleiben, wenn der Mann selbstreflektiert herausfindet, was er für seine Zukunft wünscht. Er muss sich dem äußeren Druck nicht beugen, doch die Veränderungen werden Zeit brauchen. Ob Gentleman oder Spornomann - die Zukunft der Männerwelt bleibt weiterhin spannend.
 



Bildquellen: 
Abbildung 1: Pixabay.com © sebagee (CC0 1.0)
Abbildung 2: Wikimedia.commons.org © Kevingoerner (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 3: Pixabay.com © Isirtosky (CC0 1.0)
Abbildung 4: Pixabay.com © szeeke (CC0 1.0)


Quellen: 
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/fitness-das-neue-statussymbol/8457838.html 
http://www.happy-size.de/Krawatten-Ratgeber.26800.0.html 
http://www.welt.de/politik/deutschland/article112729313/Deutschland-im-Fitnesswahn-fuer-den-perfekten-Koerper.html 
http://www.leisberg-klinik.de/pdf/magman.pdf 
http://www.adipositas-gesellschaft.de/index.php?id=41 
http://www.gbe-bund.de/  
http://www.medialine.de/media/uploads/projekt/medialine/docs/bestellung_download/marktanalysen/2004/ma_mode_200408.pdf
http://www.politik-poker.de/der-wandel-der-geschlechterrollen-in-den-medien.php 
https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Bevoelkerung/VereinbarkeitFamilieBeruf_112.pdf?__blob=publicationFile 

https://www.jugendhilfeportal.de/forschung/familienforschung/artikel/eintrag/studie-eltern-sind-die-groessten-vorbilder/ 

 

Autor: 
ENERGY Media
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