Wegen Passwort: Mann kommt nicht an seine 197 Millionen Euro

Seine Konten mit schwer zu erratenden Passwörtern zu schützen, ist eigentlich eine gute Sache. Blöd nur, wenn hinter dem Passwort ein Vermögen auf einen wartet, man das Passwort allerdings vergessen hat.

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Stefan Thomas, ein deutscher Programmierer, der seit Jahren in San Francisco lebt, besitzt jede Menge Bitcoins. Diese sind nun ingesamt 197 Millionen Euro wert. Die Kryptowährung, die es seit 2009 gibt, stieg im Jahr 2020 auf bisher noch nie dagewesene Höhen. Nur blöd, dass der Deutsche leider nicht mehr an sein Passwort zu den Bitcoins gelangt. Und der Begriff "Blöd" ist hier noch ziemlich untertrieben, "tragisch" trifft es da eigentlich viel besser.

 

Zum Verständnis die ganze Geschichte: Stefan Thomas arbeitete 2011 an einem Werbefilm, in dem er die Funktionsweise von Kryptowährungen erklärt. Sein Kunde zahlte ihm damals 7002 Bitcoins, damals war die Kryptowährung noch wenig wert, doch heute sind die Coins knapp 200 Millionen Euro schwer. 

 

Doch nun kommt das große Problem: Thomas kommt nicht mehr an seine Bitcoins ran, denn er hat sein Passwort vergessen. Das Passwort, das er benötigt, lagert der Programmierer auf einer Festplatte, die ohne Passwort nicht zugänglich ist. Der New York Times sagte Thomas, dass er den Zettel, auf dem das Passwort stand, verloren hat. Acht Mal hat er nun bereits versucht, das Passwort einzugeben, leider ohne Erfolg. Und nun, zu guter Letzt, noch die schlimmste aller Hiobsbotschaften: Nach dem zehnten Fehlversuch werden alle Inhalte der Festplatte automatisch und endgültig verschlüsselt. Danach wird Stefan Thomas nie mehr an seine Bitcoins gelangen können.

 

Gegenüber RTL/NTV sagte Thomas: "Ich habe im Bett gelegen und darüber nachgedacht. Dann setzte ich mich mit einer neuen Strategie an den Computer - doch auch die funktionierte nicht und ich war wieder verzweifelt." Seinen Schmerz teilte er nochmal auf Twitter mit und hofft darauf, dass andere aus seinen Fehlern lernen können. Neben Mitleidsbekundungen wollen ihm einige Leute offenbar auch helfen, wie beispielsweise Alex Stamos, ehemaliger Sicherheitschef von Facebook, der kommentierte, er könne das Passwort binnen sechs Monaten knacken. Dafür verlange er zehn Prozent von Thomas' Bitcoin-Vermögen. Ob das überhaupt möglich ist, darf allerdings bezweifelt werden.

 

Stefan Thomas ist vermutlich nicht alleine mit seinem Schicksal. Laut Chainanalysis, ein Unternehmen, das auf Kryptowährungen spezialisiert ist, schätzt, dass rund 20 Prozent aller Bitcoins (im Gesamtwert von rund 100 Milliarden Euro) als verloren gelten, weil Menschen nicht mehr auf diese zugreifen können. Die Geschichte von Stefan Thomas ist wirklich tragisch, wir wünschen ihm viel Glück und Erfolg, um doch noch an sein Vermögen zu gelangen!

 

 

 

 

 

Autor: 
jk
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