Wie man in Zeiten von Corona richtig lüftet, ohne zu erfrieren

Herbst und Homeoffice - eine eisige Kombi. Aber warum eigentlich? Was du dagegen tun kannst und wie du in deinem Zuhause und im Büro richtig und coronasicher lüftest, liest du hier.

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Aufstehen, Jogginghose an, schnell frühstücken und ran an den Schreibtisch zuhause. Doch nach kurzer Zeit - eisige Hände und allgemeines Frösteln. Dabei ist die Zimmertemperatur völlig ausreichend. Warum frieren wir im Homeoffice so schnell?

 

einsamkeit ist kalt

Der Grund für unser Frieren bei der Arbeit zuhause ist laut Psychologe Martin Grunwald, Leiter des Haptik-Forschungszentrums der Uni Leipzig, nicht unbedingt die Raumtemperatur - sondern die Tatsache, dass wir im Homeoffice einsam sind. "Es ist in unserer Spezies, Genetik, angelegt, dass wir uns durch den sozial Anderen einfach wohler fühlen und ich glaube, die Kälteempfindungen im Homeoffice können ein Stück weit ein Anzeichen dafür sein, dass wir uns schlicht und ergreifend einsam fühlen", erklärte der Psychologe gegenüber Deutschlandfunk Nova

 

Wir sind also einfach nur einsam. Was also tun? Videocalls helfen nur bedingt, aber sich einen Freund als Arbeitsbuddy zu holen schon. Gemeinsam einsam Homeoffice machen, damit man nicht friert! Statt Freunde tun es zur Not übrigens auch die Klassiker Wärmflasche, Decke und Tee.

 

dem frieren vorbeugen

Wer generell dem unangenehmen Frieren am Home-Arbeitsplatz vorbeugen will, der kann zum Beispiel morgens eine Runde um den Block laufen um dem Körper einen Arbeitsweg vorzugaukeln, den Kreislauf in Schwung zu bringen sowie Tageslicht zu tanken.

 

Auch essenziell für ein angenehmes Kälteempfinden: Lüften! Wer den ganzen Tag im gleichen Zimmer sitzt, sollte ab und zu ordentlich Lüften, um für neuen Sauerstoff zu sorgen.

 

lüften in zeiten von corona

Neben den mittlerweile bekannten AHA-Regeln, die es zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie zu beachten gilt, ist gerade jetzt mit Hinblick auf die Herbst/Winter Saison das Prinzip "Lüften" wieder in alles Munde. In schlecht belüfteten Räumen können sich die Aerosole, die beim Atmen ausgestoßen werden, schneller ansammeln und verbreiten. Wer regelmäßig für einen Luftaustausch sorgt, kann so die Konzentration der Aerosole im Raum reduzieren.

 

wie oft Lüften?

Beim Lüften kommt es nicht nur auf die Dauer an, sondern vor allem darauf wie gelüftet wird - Stoßlüften (Fenster so weit wie möglich öffnen) und Querlüften (gegenüberliegende Fenster öffnen) ermöglichen einen schnellen und vollständigen Luftaustausch. Lüften "auf Kipp" sollte nur ergänzend genutzt werden.

 

Die eigenen vier Wände sollten bei normaler Nutzung ohne Besuch täglich bei weit geöffneten Fenstern mindestens 10 bis 15 Minuten stoßgelüftet werden. Gerade im Homeoffice empfiehlt es sich aber öfter mal die Fenster aufzumachen - deine Konzentrationsfähigkeit wird es dir danken! Je mehr Leute in der Wohnung sind, desto öfter sollte mal für einen Luftaustausch gesorgt werden.

 

Für's Büro gilt: grundsätzlich sollte alle 60 Minuten gelüftet werden - in Pandemie-Zeiten gerne öfter. Zusätzliche Faktoren, die die Lüft-Frequenz beeinflussen, sind die Größe des Büroraums sowie die Anzahl der Kolleg*innen vor Ort. Besprechungsräume sollten am besten vor- und nach der Nutzung ordentlich gelüftet werden.

 

"Wie lange noch??"

Die einen sind richtige Frostbeulen, anderen macht ein offenes Fenster auch im Winter kaum was aus. Hier ein paar Richtwerte, damit es nicht zum Knatsch im Büro kommt: Im Sommer darf gerne mal über 10 Minuten das Fenster offen stehen, im Herbst und Frühling etwas weniger und im Winter reichen schon oft nur 3-5 Minuten, um die Luftmassen einmal auszutauschen.

 

Übrigens: Dass im Sommer länger gelüftet werden darf, liegt nicht an dem persönlichem Kälteempfinden, sondern ist physikalisch begündet. Da kalte Luft eine höhere Dichte hat als Sommerluft, breitet sie sich viel schneller im Raum aus. Je größer der Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen, desto schneller ist der Luftaustausch beendet. Das kommt uns natürlich im Winter sehr entgegen - da kann man dann ruhig öfter mal lüften! 

 

Autor: 
ld
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