Wird "Cruella" nur ein "Joker"-Abklatsch?

Der zweite Trailer zu dem kommenden Disney-Streifen "Cruella" ist da! Filmfans sind gespannt, aber andererseits beschleicht sie das Gefühl, das alles irgendwie schon mal gesehen zu haben. Bedient sich Disney da etwas zu arg an erfolgreichen anderen Filmen?

Als Disney ankündigte, die Vorgeschichte einer der wohl stilsichersten, aber auch skrupellosesten Schurkin im Disney-Universum erzählen zu wollen, war die Freude groß und die Erwartungen hoch. Diese sogenannten "Origin Storys" sind eine beliebte Möglichkeit, den Zuschauer*innen eine Frage zu beantworten, die sich immer wieder stellt: Warum sind die Bösewichte so wie sie sind? Waren die schon immer böse oder was ist deren Geschichte? So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich Disney der Figur der Dalmatiner hassenden exzentrischen Cruella De Vil annimmt. 

 

bye bye kinderfilm

"Cruella" erzählt die Vorgeschichte der bekannten Schurkin aus "101 Dalmatiner". Alles beginnt mit einer jungen Frau namens Estella (gespielt von Emma Stone), die ein Händchen für Mode hat und sich im Laufe der Zeit in ihr Alter Ego Cruella De Vil verwandelt. Warum und wieso, das wird der Film zeigen. Bereits der erste Trailer im Februar gab ein Gefühl dafür, in welche Richtung der Streifen gehen wird - vom süßen Kinderfilm mit gepunkteten Hunden ist da nicht mehr viel zu spüren. Vielmehr zogen viele Leute Parallelen zur DC-Figur Harley Quinn, andere sahen in dem "Cruella"-Trailer nur einen Abklatsch von "Joker"

 

joker vs. cruella

In einem Interview mit dem Kinomagazin Total Film bezogen jetzt Hauptdarstellerin Emma Stone und Regisseur Craig Gillespie Stellung zu den Vorwürfen, "Cruella" sei nur eine dürftige "Joker"-Kopie. Die Origin-Story "Joker" kam 2019 in die Kinos und war ein riesiger Erfolg. In dem Film mimt der grandiose Joaquin Phoenix den legendären Batman-Gegner. Eine Performance, für die Phoenix sogar mit einem Oscar als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. 

 

Natürlich sieht auch Cruella-Regisseur Gillespie eine gewisse Ähnlichkeit der beiden Charaktere, beziehungsweise ihrer Wege vom Normalo zum Super-Schurken. "Da gibt es ein paar wirklich tiefgründige, dunkle, emotionale Dinge, mit denen Cruella umgehen muss und die sie auf die dunkle, verbrecherische Seite ziehen", so Gillespie. Das sei aber auch schon alles, was die beiden Filme miteinander verbinde. Auch Emma Stone machte in dem Interview deutlich, es ginge ihr keinesfalls darum, Schauspielkollege Phoenix zu kopieren: "Ich würde mich niemals auch nur ansatzweise mit Joaquin Phoenix vergleichen. Ich wünschte, ich wäre mehr wie er!", wird die 32-Jährige zitiert. Weiter meint Gillespie, biete Cruella neben einer Schurken-Geschichte eben auch eine Menge Humor, Spaß und vor allem viel Stil. 

 

cruella wears prada

Der zweite Trailer des Films dürfte auch bei Modefans Vorfreude wecken. Denn spätestens mit der Realverfilmung von "101 Dalmatiner" aus dem Jahre 1996, ist die Figur der Cruella De Vil als Fashionikone in die Geschichtsbücher eingegangen. Die Performance von Glenn Close als pelzbesessene Verrückte beeindruckte durch Böshaftigkeit - und durch ein gutes Gespür für Stil und Design. Cruellas Figur lebt eben vor allem auch durch ihr markantes schwarz-weißes Haar und ihre exzentrischen, aber stilsicheren Outfits

 

Den nachhaltigen Eindruck, den Glenn Close als De Vil in den Neuzigern gemacht hat, war auch in anderen Filmen zu spüren. Als 2006, also zehn Jahre nach "101 Dalmatiner", die Komödie "Der Teufel trägt Prada" über die Leinwände flimmerte, erkannten viele Kinogänger*innen durchaus Parallelen zwischen der Figur der Miranda Priestly (Meryl Streep) und Cruella De Vil: Beide Frauen sind Köpfe eines Mode-Imperiums, vor denen Mitarbeiter*innen immer ein bisschen Angst zu haben scheinen. Sie sind kühl, bestimmt, und wenig nahbar. Inspiriert sein soll Streeps Figur zwar hauptsächlich von der berühmten VOGUE-Chefin Anna Wintour, aber ein Touch von Cruella ist nicht von der Hand zu weisen.

 

Auch in dem neuen "Cruella"-Trailer gibt es wiederum eine solch strenge Mode-Chefin (gespielt von Emma Thompson), die die junge Estella bei sich arbeiten lässt. Filmfans ist natürlich nicht entgangen, dass die Dynamik zwischen den beiden Frauen auch etwas von "Der Teufel trägt Prada" hat. Denn auch da wird eine junge Frau (Anne Hathaway) von einer Grande Dame in der Modebranche eingestellt, die sie offenbar nur schickaniert. Ein User, der die Ähnlichkeit auch bemerkte, kommentierte den Trailer passend mit: "The Devil Wears Dead Dalmatian Puppies", also "Der Teufel trägt tote Dalmatinerwelpen".

 

wie wird "cruellA" denn nun?

Ob der neue Disney Film jetzt wirklich nur ein wildes Mash-up aus "Joker", "Harley Quinn" und "Der Teufel trägt Prada" wird, wissen wir natürlich nicht. Bis "Cruella" am 28. Mai auf Disney+ startet, müssen wir uns noch ein wenig gedulden. Und vielleicht gibt es ja bis dahin noch einen dritten Trailer, in dem vielleicht auch etwas mehr Dalmatiner vorkommen - die spielen nämlich in den bisherigen Trailern nur eine kleine Nebenrolle. 

 

hier gibt's den zweiten trailer zu "cruella":

 

 

Autor: 
ld
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