YouTube testet verborgene Dislikes

Können wir bald nur noch sehen, wie viele Daumen hoch ein Video bei YouTube hat? Es ist nicht das erste Mal, dass die Plattform überlegt, wie sie mit Negativbewertungen umgehen soll. In der Vergangenheit war bereits im Gespräch die Buttons ganz abzuschaffen oder es durch ein Bestätigungsfenster zu erschweren, Dislikes zu vergeben.

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YouTube testet momentan ausgeblendete Dislikes. Wie die Videoplattform auf Twitter bekannt gab, wird in den kommenden Wochen in einem kleinen Experiment das neue Design ausprobiert. Verändert zeigt sich dabei die Leiste, in der man Videos bewerten, herunterladen oder für später speichern kann: Es wird nur noch die Anzahl der Daumen nach oben angezeigt

 

vermeiden von dislike-kampagnen

YouTube kündigt den Test als Reaktion auf Feedback von Creator*innen an, wonach sich viele öffentlich sichtbare Dislikes auf das Wohlbefinden der Youtuber*innen auswirkten. Auch gezielten "Dislike-Kampagnen" auf Videos, etwa durch Shitstorms oder einem Negativ-Hype, soll durch Ausblenden der Dislikes der Wind aus den Segeln genommen werden. YouTube möchte die Möglichkeit umgehen, dass sich Leute motivert fühlen, ein Video schlecht zu bewerten, einfach weil es schon so viele Negativbewertungen hat.

 

 

statistik weiter intern einsehbar

Während Zuschauer*innen die Daumen runter nicht mehr sehen, können YouTuber*innen in ihrem YouTube Studio aber weiterhin auf die Statistik zugreifen - sie kriegen also weiter Feedback auf ihren Content und können damit arbeiten. 

 

freie fahrt für schlechte videos?

Bei der YouTube-Community fällt die erste Reaktion auf das neue Experiment eher wenig begeistert aus. Auf Twitter äußern User*innen die Befürchtung, dass ein Abschaffen der Dislike-Anzahl den Weg frei für Betrüger*innen mache, da man nicht mehr auf den ersten Blick an dem Like-Dislike-Verhältnis abschätzen kann, ob ein Video oder Tutorial vertrauenswürdig ist. "Ihr promotet damit aktiv schlechten Content", beschwert sich ein Twitter-User. 

 

seitenhieb gegen youtube

Ein anderer User twitterte humorvoll: "Wie zur Hölle sollen wir dann unsere Abneigung gegen 'YouTube Rewind' zeigen??" Der Tweet spielt auf das Video an, mit dem YouTube selber einmal Opfer einer Dislike-Flut wurde. Der Jahresrückblick "YouTube Rewind 2018" erzielte eine rekordverdächtige Anzahl an Dislikes - zurzeit stehen 19 Mio. Daumen runter nur mickrigen 2,9 Mio Daumen hoch gegenüber. Damit hält das Video den Platz 1 der am schlechtesten bewerteten Videos auf ganz YouTube. Das hat das Internet natürlich nicht vergessen und einige User*innen interpretierten den Versuch, Dislikes zu verbergen, als eine Art "Traumabewältigung" von YouTube und twitterten: "Ihr seid also immer noch sauer wegen damals...". 

 

Autor: 
ld
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