Sind klimafreundliche Tourneen möglich?

Wie Coldplay, Massive Attack und Co. zukünftig touren wollen und was wir daraus lernen können.

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2019 haben Chris Martin & Co. von Coldplay beschlossen, nur noch klimaneutral auf Tour gehen zu wollen. Eine Menge Arbeit, wenn man bedenkt, dass Musiker*innen, ihr Equipment und die Entourage weltweit mit dem Flugzeug unterwegs sind. Und das ist ja nur ein Aspekt, viele weitere Abläufe müssten bei einer Tour überarbeitet werden, um möglichst klimafreundlich oder gar CO2-neutral zu touren.

 

Massive Attack haben Tour wissenschaftlich untersuchen lassen

Coldplays britische Kollegen von Massive Attack haben nun ihre Konzerttouren wissenschaftlich untersuchen lassen, um herauszufinden, wie jede Menge CO2 eingespart werden kann. Dazu gibt es jetzt eine Roadmap! Nach rund zwei Jahren Arbeit vom britischen Tyndall Research Center for Climate Change wurden nun Ergebnisse inklusive Maßnahmenkatalog geliefert.

 

Dabei werden Themen wie der Energieverbrauch bei Konzerten, die Emissionen, die bei Anreise von Musiker*innen und Fans entstehen, der Konsum von Getränken und Speisen bei Konzerten und Festivals genau unter die Lupe genommen. In der Roadmap werden konkrete Ziele bis zum Jahr 2035 vorgegeben. Die wichtigste, aber wohl auch offensichtlichste Erkenntnis der Untersuchung: Bands auf Tournee verursachen "sehr viel mehr CO2, als nötig wäre", so Chris Jones vom Tyndall Research Center for Climate Change.

 

Modellbeispiele

Das meiste CO2-Einsparpotenzial gibt es beim Equipment. "Es wird eine Menge Equipment durch viele Länder bewegt, auch der Zeitplan, dem Tourneen in der Regel unterliegen, benötigt viele fossile Energieträger." Modelle, bei denen weniger Equipment bewegt werden muss, seien zum Beispiel Lösungen. Es wäre schon gut, "wenn nicht tonnenweise Ausrüstung mit Flugzeugen transportiert werden muss, sondern das Equipment an den Veranstaltungsorten bereitgestellt wird."

 

Ein CO2-neutrales Touren ist sicherlich noch in weiter Ferne, doch die Erkenntnisse könnten schon viel bewegen und auch Chris Jones ist guter Dinge. "Ganz auf solche Tourneen [internationale, Anm. d. Red.] zu verzichten, ist sicher auch nicht wünschenswert", aber das Bewusstsein der Veranstaltungsindustrie sei vorhanden. Laut Jones ist der Interessenverband der britischen Veranstaltungsindustrie (LIVE) sehr interessiert an dem Thema. "Das Interesse aufseiten der Musikindustrie ist groß und auch die Ungeduld. Wir sind sehr zuversichtlich, dass unsere Vorschläge dort gut aufgenommen werden", so Jones.

 

Autor: 
kk
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