Golden Globes 2021: Deutschland geht leer aus

Am vergangenen Sonntag wurden zum 78. Mal die Golden Globes verliehen. Große Gewinner waren Jodie Foster (beste Nebendarstellerin) und die Serie "The Crown", die gleich mehrere Auszeichnungen erhielt. Die Berlinerin Helena Zengel ging hingegen leer aus.

Bereits im Vorfeld wurde viel über die diesjährigen Golden Globes berichtet. Schon in den Wochen vor der Vergabe war immer wieder von Bestechungs- und Rassismusvorwürfen zu hören. Aber natürlich war auch alle Welt gespannt darauf, wie es dieses Jahr Corona-bedingt ablaufen würde. Von Beverly Hills und New York aus wurde die Vergabe des Filmpreises moderiert. Im sonst prallgefüllten Ballsall in Beverly Hills war dieses Jahr eine handvoll Vertreter aus systemrelevanten Berufen zu Gast. Zu den Nominierten wurde nach Hause oder in Hotels geschaltet. Die Komikerinnen Amy Poehler und Tina Fey führten auf getrennten Bühnen durch die virtuelle Verleihung . 


Gleich zu Beginn nahmen die beiden Moderatorinnen Stellung zur Kritik an der intransparenten Zusammensetzung des Vergabe-Komitees, der "Hollywood Foreign Press Association". Denn im Gremium, das sich aus Vertretern der Auslandspresse zusammensetzt, gibt es keine*n einzige*n Afroamerikaner*in. So begannen Poehler und Fey ihre Moderation mit den Worten: "Wir wissen, Preisverleihungen sind dumm…. Aber auch mit dummen Dingen ist es so, dass Inklusion wichtig ist. Es gibt keine schwarzen Mitglieder in der Hollywood Auslandspresse, das müsst ihr ändern!" 
 

Die wichtigsten Auszeichnungen

Was hingegen die Repräsentation von Frauen bei den Golden Globes angeht, so gibt es nichts zu meckern. Chloe Zhao wurde in der Sparte "Beste Regisseurin" für den Film "Nomadland" ausgezeichnet, als zweite Frau überhaupt bei den Golden Globes. Der Film selbst erhielt zudem eine Auszeichnung in der wichtigen Kategorie "Bestes Drama". Im Film geht es um eine Frau, die nach dem Tod ihres Mannes ihr konventionelles Leben aufgibt und in einem Van auf Reise quer durch die USA geht. Die Hauptrolle spielt Frances McDormand. Für ihre Nebenrolle in dem Polit-Thriller "The Mauritanian"  gewann Jodie Foster den Preis für die beste Nebendarstellerin. Richtig abräumen konnte auch die Serie "The Crown". Die Serie über das britische Königshaus erhielt gleich vier Preise. In der Kategorie "Beste Miniserie oder Fernsehfilm" gewann das Schachdrama "Das Damengambit". Hauptdarstellerin Anya Taylor-Joy holte auch die Auszeichnung als Beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm


Als Bester Schauspieler in der Kategorie Drama wurde Chadwick Boseman ausgezeichnet. Er verstarb im vergangenen August an Krebs. Somit ist Boseman nach dem Briten Peter Finch (1977 für "Network") der zweite Schauspieler, der posthum eine Auszeichnung bekam. Die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller in einer Komödie/Musical erhielt Komiker Sacha Baron Cohen. Der 49-Jährige überzeugte die Jury in der Satire "Borat Subsequent Moviefilm". In dem Film spielt er erneut seine Rolle als fiktiver kasachischer Fernsehreporter. Wie schon 2006 reiste der Brite durch die USA, kam mit Menschen ins Gespräch und verwickelte sie in mitunter komische oder auch entlarvende Situationen.

 

Deutsche Hoffnungen gehen leer aus

Die Hoffnung auf das Nachwuchstalent Helena Zengel im Film "Neues aus der Welt" wurde leider nicht erfüllt – die zwölfjährige Berlinerin ging leer aus. In dem Western spielt sie ein Waisenkind, das von einem Mann, verkörpert von Oscar-Preisträger Tom Hanks, aufgegriffen wird. Auch Maria Schraders Miniserie "Unorthodox" wurde nicht ausgezeichnet.
 

 

Autor: 
kp
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