Support für homosexuelle Fußballer*innen

In der aktuellen Ausgabe des Magazins 11 Freunde veröffentlichen 800 Fußballer*innen ein Solidaritätsschreiben und kündigen an, homosexuelle Spieler*innen zu unterstützen.

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Auf dem Cover dem aktuellen 11 Freunde-Magazin posieren Dedryck Boyata und Niklas Stark von Hertha BSC Berlin. In den Händen halten die beiden Fußballer ein Schild auf dem steht: "Ihr könnt auf uns zählen". Diesem Statement haben sich nun über 800 Fußballerinnen und Fußballer angeschlossen. In der Kampagne ermutigen sie alle Kickerinnen und Kicker - egal ob im Profi- oder im Amateurbereich -, zu ihrer Homosexualität zu stehen und ein Coming-Out zu wagen. Im Fußball, der ja nach wie vor als sehr männlich dominierte Sportart gilt und Homosexualität immer noch ein Tabuthema ist, gab es noch nie zuvor eine vergleichbare Aktion.

 

"Ihr könnt auf uns zählen"

In ihrem durchaus emotionalen Schreiben ermuntern die aktiven Spieler*innen ihre Kolleg*innen mit folgenden Worten: "Wir werden euch unterstützen und ermutigen und, falls notwendig, auch gegen Anfeindungen verteidigen. Denn ihr tut das Richtige, und wir sind auf eurer Seite". Des Weiteren heißt es in dem Solidaritätsschreiben: "Auch im Jahr 2021 gibt es keinen einzigen offen homosexuellen Fußballer in den deutschen Profiligen der Männer […]. Die Angst, nach einem Coming-out angefeindet und ausgegrenzt zu werden und die Karriere als Profifußballer zu gefährden, ist offenbar immer noch so groß, dass schwule Fußballer glauben, ihre Sexualität verstecken zu müssen."

Deshalb betonen die Kampagnenführer auch, dass niemand zu einem Coming-Out gedrängt werden solle. Unterzeichnet wurde der Appell von Profis wie Max Kruse (1. FC Union Berlin), Niklas Stark (Hertha BSC), Jonas Hector (1. FC Köln), Bakery Jatta (Hamburger SV), den Nationalspielerinnen Almuth Schult und Alexandra Popp (VfL Wolfsburg). Auch ganze Vereine wie Borussia Dortmund mit seinen circa 850 Mitarbeiter*innen gehören zu den Unterstützern.

 

Lahm rät von Coming-Out während der Karriere ab

Gleichzeitig sorgt auch der Ex-Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm für Aufsehen. Er schlägt in der Thematik allerdings eine völlig andere Richtung ein und rät von einem Outing während der Fußball-Karriere ab. In seinem Buch "Das Spiel: Die Welt des Fußballs", dass am 22. Februar erscheint, aus dem aber bereits vorab zitieret wurde, zeigt Lahm sich skeptisch, ob die Zeit wirklich reif dafür sei. Lahm zufolge sei es in Städten wie Berlin und Freiburg oder in Vereinen wie dem FC St. Pauli einfacher, ein Coming-Out zu wagen. "Aber gegenwärtig schienen mir die Chancen gering, so einen Versuch in der Bundesliga mit Erfolg zu wagen und nur halbwegs unbeschadet davonzukommen", wird Lahm auf n-tv zitiert. 

 

Autor: 
kp
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