The Weeknd macht Schluss mit den Grammys

Der 31-Jährige wird in Zukunft keine seiner Songs mehr für die berühmten Musikpreise einreichen.

Das war's dann. Superstar und dreifacher Grammy-Gewinner The Weeknd hat endgültig genug, wie der Kanadier in der New York Times bekannt gab. Dem radikalen Schritt vorausgegangen war eine monatelange Kritik-Tirade an dem Auswahlverfahren der Nominierungen der Veranstaltung. Zu undurchsichtig, zu geheim, bestechlich, unterschwellig rassistisch und einfach nicht nachzuvollziehen - und immer mehr Musikgrößen schlossen sich der Kritik an.

 

stars vs grammys

Tatsächlich überraschte es etwas, als im November letzten Jahres bekannt wurde, dass The Weeknd keine einzige Grammy-Nominierung zuteil wurde, obwohl er mit "Blinding Lights" überall zu hören war (und immer noch ist) und auch sein Album "After Hours" große Erfolge feiern konnte. 

 

Das fiel nicht nur The Weeknd, sondern sogar Elton John negativ auf und auch Justin Bieber äußerte sich verwundert über seine eigene Nominierung beziehungsweise über die Kategorie, in der sein Album "Changes" nominiert ist. Daraufhin kam der Stein ins Rollen. Immer mehr große Namen der Musikindustrie wie Drake, Nicky Minaj oder 50 Cent machten ihrem Frust über die Grammys Luft und Sängerin Ellie Goulding wendete sich mit einer generellen Kritik der Musikbranche zu Wort und forderte mehr Transparenz und weniger Korruption.
 

ärger über das geheime komitee

Das größte Mysterium der Grammys ist nämlich die Frage, wer genau eigentlich Nominierungen auswählt und nach welchen Kriterien. Offiziell werden die Preisanwärter*innen von der Recording Acadamy, einer gemeinnützigen Organisation aus Künstler- und Produzent*innen, ausgesucht. Die richtig wichtigen Kategorien aber, wie "Bester Song des Jahres" oder "Album des Jahres" bestimmt das sogenante "Geheime Komitee", welches - wie der Name schon erahnen lässt - geheim ist. Ursprünglich war das Komitee eingeführt worden, um mehr Diversität in die Auswahl zu bringen, aber mittlerweile scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein.

 

Bereits öfter merkten Stars an, dass schwarze Künstler*innen kaum wichtige Kategorien gewinnen, selbst wenn sie noch so erfolgreich in den Charts sind. Auch Bestechung und Korruption sei ein großes Problem. Das jedenfalls merkte Ex-One Direction-Star Zayn Malik vor einigen Tagen auf Twitter an und schrieb: "Wenn man nicht Hände schüttelt und Geschenke schickt, wird man bei den Nominierungen nicht bedacht. Nächstes Jahr schicke ich einen Korb mit Süßwaren."

 

die diesjährigen grammys

Kommenden Sonntag (14. März 2021) werden ungeachtet der kontroversen Debatte die Musikpreise zum 63. Mal verliehen. Die Show verspricht eine hohe Star-Dichte mit Auftritten von Silk Sonic, Harry Styles oder BTS, moderiert wird sie von Comedian und "The Daily Show"-Host Trevor Noah. Auch wenn die Verleihung der begehrten Preise dann vorbei ist - die Debatte um den Zustand der Grammys wird damit nicht beendet sein. The Weeknd hat jetzt für sich einen Schlussstrich gezogen -  ob es ihm andere Künstler*innen nachmachen werden, wird die Zukunft zeigen.

 

Autor: 
ld
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