Eine Häuserzeile Altbauten Eine Häuserzeile Altbauten

Heizen im Altbau: Wärmepumpen als Zukunftslösung?

Die Wärmewende erfordert tiefgreifende Veränderungen in der Heiztechnik, gerade in Städten mit hohem Altbaubestand.

Viele Eigentümer stehen vor der Frage, ob eine Wärmepumpe im Altbau praktikabel ist und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Gerade in Deutschland, wo ein erheblicher Teil des Gebäudebestands vor 1979 errichtet wurde, ist der Heizungstausch in Bestandsbauten ein zentrales Thema der Energie- und Klimapolitik.

Altbauten erfordern individuelle Lösungen: Technisch anspruchsvoll, aber nicht ausgeschlossen

Die baulichen Gegebenheiten älterer Wohngebäude sind oft komplex. Während massive Ziegelbauten aus der Gründerzeit teilweise gute Speichereigenschaften besitzen, weisen Nachkriegsbauten der 1950er- und 60er-Jahre häufig geringe energetische Standards auf. Viele Altbauten verfügen weder über flächendeckende Dämmung noch über moderne Heizkörper, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten. Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich, wie effizient eine Wärmepumpe betrieben werden kann.

Zudem sind auch die Platzverhältnisse nicht immer ideal: In urbanen Lagen kann die Außenaufstellung einer Wärmepumpe aufgrund von Lärmschutzgrenzen eingeschränkt sein, während in ländlichen Regionen größere Grundstücke meist mehr Flexibilität bieten. Entscheidend ist, dass die Planung der Heiztechnik stets auf die konkreten baulichen und örtlichen Gegebenheiten abgestimmt wird.

Wärmepumpentechnik im Altbau ist realisierbar

(Foto: freepik.com/freepik)

Auch wenn Wärmepumpen lange als typische Lösung für den Neubau galten, hat sich das technische Spektrum deutlich erweitert. Heute ermöglichen moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen, dass auch unsanierte oder teilsanierte Altbauten effizient mit Umweltwärme beheizt werden können. Voraussetzung dafür ist, dass eine fundierte Heizlastberechnung erfolgt und das System sorgfältig auf den Wärmebedarf und die vorhandene Verteiltechnik abgestimmt wird.

Ergänzende Maßnahmen wie der Austausch einzelner Heizkörper, die Nachrüstung einer Fußbodenheizung in ausgewählten Räumen oder die Kombination mit Photovoltaik zur Eigenstromversorgung erhöhen zusätzlich die Effizienz. Selbst eine moderate Dämmung von Dachflächen, Fenstern oder der obersten Geschossdecke kann die Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Betrieb einer Wärmepumpe entscheidend verbessern.

Doch was ist die beste Wärmepumpe? Wer sich über geeignete Modelle für anspruchsvolle Gebäudesituationen informieren möchte, findet bei Thermondo eine detaillierte Übersicht.

Fördermittel und gesetzlicher Rahmen bundesweit

Der Umstieg auf eine Wärmepumpe wird durch verschiedene Förderprogramme unterstützt – sowohl auf Bundesebene als auch durch einzelne Länder oder Kommunen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet attraktive Zuschüsse für den Heizungstausch, insbesondere bei der Umstellung von fossilen Heizsystemen auf eine elektrische Wärmepumpe. Voraussetzungen sind unter anderem bestimmte Effizienzanforderungen, der Einsatz zertifizierter Geräte sowie die fachgerechte Planung und Ausführung.

Grundlage ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das konkrete Vorgaben für den Heizungstausch und die zulässige Energieversorgung von Bestandsgebäuden macht. Abhängig vom Alter der Bestandsheizung greifen zudem gesetzliche Austauschpflichten. Eigentümer sollten sich frühzeitig über Fristen, technische Anforderungen und Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Fördermitteln informieren, da sich diese regelmäßig ändern.

Wärmepumpen als Schlüsseltechnologie für den Bestand

Der Einsatz einer Wärmepumpe im Altbau ist heute nicht nur möglich, sondern vielfach sinnvoll. Entscheidend ist, dass die vorhandene Gebäudesubstanz sorgfältig analysiert und das Wärmepumpensystem auf die realen Bedingungen abgestimmt wird. Moderne Regelungstechnik, leistungsstarke Hochtemperatur-Modelle und hybride Lösungen eröffnen auch dort, wo Sanierungsmaßnahmen nur begrenzt realisierbar sind, neue Spielräume.

Wer langfristig unabhängig von fossilen Energieträgern werden möchte, sollte die Potenziale der Wärmepumpentechnik auch im Bestand prüfen lassen. Denn auch unter schwierigen Bedingungen lassen sich Lösungen entwickeln, die sowohl wirtschaftlich tragfähig als auch ökologisch zukunftssicher sind und damit einen bedeutenden Beitrag zur Dekarbonisierung des deutschen Gebäudebestands leisten.